Spaziergang zu einem Dorf der Ari bei Jinka

Eine willkommene Abwechslung, auch für die Kinder

Da es auf dem Campingplatz von Jinka kaum Möglichkeiten für einen sinnvollen Zeitvertreib gibt, kann es schnell langweilig werden. Um dem vorzubeugen, unternehmen wir mit einem der Angestellten einen ausgedehnten Spaziergang zu den Ari-Siedlungen in der Umgebung. Er selbst ist ebenfalls ein Ari und kennt somit die Wege.

Wir starten direkt beim Campingplatz und durchqueren zunächst einige Felder. Kaum sind wir unterwegs, gesellen sich kleine Kinder zu uns. Es sind die Nichten und Neffen von unserem Guide. Mit dem Onkel und ein paar Touristen spazieren zu gehen, scheint für sie eine willkommene Abwechslung zu sein.

Auf der Wanderung zum Ari-Dorf in Äthiopien.
Ein Ari-Haus bei Jinka in Äthiopien.

Die Ari haben immer was zum Ernten

Die Ari leben von der Landwirtschaft. Sie bewirtschaften die äußerst fruchtbaren Hänge in der Region Jinka und nutzen die beachtlichen Mangobäume als Schatten- und Früchtespender. Durch den häufigen Regen in der Gegend können die Ari fast immer ernten. Selbst dann, wenn in den umliegenden Gebieten Dürre herrscht. Auf ihren Plantagen bauen sie vor allem Kaffee, Getreide, Früchte, Mais, Kardamom und diverse Wurzelpflanzen an. Aus dem Mais brennen die Ari einen Maisschnaps. Als Brennstoff benutzen sie hierbei den Dung ihrer Ziegen und Rinder.

Dieser verleiht dem kristallklaren Alkoholgetränk eine leicht rauchige Note. Zudem sind die Ari-Frauen für ihr Geschick im Töpfern bekannt, auch wenn uns der Vergleich zu anderen äthiopischen Töpfereien fehlt. Während unserem Besuch im Dorf sind bis auf eine Frau mit Baby keine Erwachsenen anwesend. »Sie sind alle auf dem Markt und verkaufen ihre Waren«, erklärt unser Guide. Dafür rennen überall viele Kinder um die hübschen, strohgedeckten Rundhütten herum.

Unser Guide führt uns über die Berge zu den kleinen Ari-Häusern.
Kinder begleiten uns auf der ganzen Strecke bei Jinka.
Ari-Frau mit Baby bei Jinka - Äthiopien.

»Bartsi« - den Dingen Schönheit geben

Wir dürfen trotzdem einen Blick in die spärliche Küche werfen. Die Ari leben zweckmäßig. Trotzdem achten sie auf die Verschönerung des Hauses. »Bartsi« bedeutet, den Dingen Schönheit geben. Neben dem Großziehen der Kinder, gehört das Bartsi zu den Aufgaben der Frau. Mit natürlichen Farben werden die Wände bemalt. Hierbei ist sehr wichtig, dass jede Familie ihre eigene, einzigartige Wandmalerei an den Häusern aufträgt.

Ein kleines Mädchen fragt, ob sie uns frischen Kaffee kochen soll? Sie hat schon eine Kanne gerichtet. Diese ist allerdings für Vater und Mutter, die bald vom Markt zurückkommen müssen. So haben die Mädchen ihre Aufgaben im Haushalt, während die Eltern weg sind. Um die Häuser herum verleihen mehrere Hocker dem kleinen Hof etwas Freundliches, Einladendes. Daneben wirkt der mit reifen Früchten voll behangene Mangobaum, als sei er direkt aus dem Schlaraffenland hierher verpflanzt worden.

Auch die Kuh begleitet uns ein gutes Stück zwischen den Ari-Dörfern.

Ari halten ihre Tiere gewissenhaft

Auf dem Rückweg vom Ari-Dorf zum Campingplatz holen wir einen kleinen Jungen mit seiner Kuh ein. Die Kuh ist schwanger und wird bald kalben. Damit sie ihre Ruhe hat und nicht unnötig durch die Felder streift, wird sie im Ort in einen Stall gebracht. Da kann ihr zur Not bei der Geburt geholfen werden. Es ist Aufgabe der Jungs, dass die Tiere gut versorgt sind. Es zeigt auch, dass die Ari ihre Tiere gewissenhaft halten.

kleiner Ari-Junge bei Jinka - Äthiopien
Eingang zu einem Ari-Haus bei Jinka - Äthiopien.
Anne auf der Wanderung zu den Ari-Häusern bei Jinka.
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