Unsere Reise nach Moldawien

eine Reise durch die Republik Moldau und nach Transnistrien

beim Kloster von Orhei Vechi in Moldawien

Im Jahr vor unserer Reise nach Moldawien hatten wir unser 50. Land gemeinsam besucht. Zurückblickend ist kaum auszudenken, dass wir einst nach nur wenigen Ländern dasaßen und überlegen mussten, wohin die nächste Reise gehen sollte? Mit dem Blick über den Tellerrand und, damit verbunden, den Angeboten weniger Fluglinien und Veranstalter, tat sich ein Füllhorn neuer Möglichkeiten auf. Fragten uns andere Reisende, wo wir schon überall waren, folgte gerne die scherzhafte Frage, wo wir noch nicht gewesen seien?

Ja, auch da gibt es noch so einiges. Erschwingliche, sichere Ziele jedoch sind tatsächlich rar geworden. Das gilt insbesondere für die näheren Ziele im Frühjahr, die mehr als nur eine Städtereise umfassen. Da Sie diese Zeilen lesen, aber ist es ein offenes Geheimnis: es gibt sie durchaus. So haben wir mit Moldawien ein Land im Osten Europas entdeckt, das noch am Anfang der touristischen Entwicklung steht. Und, wichtiger als man meint: das von den Chinesen noch nicht als Reiseziel entdeckt wurde.

Lars von Münchhausen und sein Ritt auf der Kanonenkugel
beim Kathedralenplatz von Chisninau

Beides zusammen bedeuten für Moldawien oder auch Moldau, dass weite Teile des Landes noch sehr ursprünglich sind. Bei den Hauptsehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Chisinau geht es beschaulich zu, während die Restaurants und Bars mit Preisen locken, von denen Reisende in den westlichen Hauptstädten Europas nur träumen können. Bleibt die Frage, ob es in so einem Land überhaupt etwas gibt, was die Reise lohnt?
Wie überall auf der Welt kommt es natürlich ganz auf die eigenen Vorlieben an. Wer Ruhe sucht und an offenen Landschaften ohne großartige Bebauung Gefallen findet, findet bei einer Rundreise durch Moldawien schon einmal gute Voraussetzungen. Hinzu kommen einige, prächtige Kirchen und Klöster, die längsten Weinkeller der Welt und finden wir in Teilen wieder instand gesetzte Burgen, die einen Besuch wert sind.
Spannend wird es bei der Fahrt nach Transnistrien, einem Landstreifen zwischen dem Dnister und der Ukraine, der sich von der Republik Moldau losgesagt hat und für den ganz eigene Regeln gelten. Und dann ist da noch die Landschaft bei Butuceni, ein Idyll, welches in Moldawien und weit darüber hinaus seinesgleichen sucht und ihren Charme hoffentlich auch bei größeren Touristenströmen bewahrt.

Ankunft in der Republik Moldau
Brunnen am Kathedralenplatz von Chisinau

Anreise in die Republik Moldau bzw. Moldawien

»Braucht man für Moldawien ein Visum?« frage ich während eines Flugs nach Asien. Sekunden zuvor war Chisinau auf dem kleinen Monitor mit dem Flugverlauf aufgetaucht. »Nö, aber 'nen Waffenschein«, gibt Lars zurück. Na toll! Der Name dieser Stadt klingt für mich schön und unbekannt oder einfach verlockend. Kann es dort wirklich so gefährlich sein? Oder ist es nur ein verstaubtes Vorurteil aus der Zeit des Kalten Krieges?

Fortan achte ich auf Meldungen über die Republik Moldau. Und ich muss gestehen, positive Nachrichten kommen nur selten in den deutschen Medien. Wenn dann doch ein Ereignis Schlagzeilen macht, dann handelt es sich meist um die Entdeckung oder Auflösung irgendwelcher Menschenhändlerringe. Dazu gesellen sich Berichte über Korruption und Armut.

nh Hotel Airport West bei Frankfurt
Zimmer im nh Hotel Airport West bei Frankfurt

Trotz der ernüchternden Presse bleibt meine Neugierde auf Moldau ungebrochen. Als ich schließlich eine Städtereise nach Chisinau plane, stellt sich bald heraus, dass es in dem kleinen Land noch einiges mehr zu entdecken gibt. Die Auswahl an Reiseliteratur ist für die Gegend noch sehr übersichtlich. Doch es gibt sie, genauso wie Flüge nach Chisinau.

Da auch diese eher selten sind, entfällt die Suche und das Abwägen der verschiedenen Flughäfen. Wir fliegen ab Frankfurt. In gewohnter Manier geht es am Freitagmittag direkt nach der Arbeit mit dem Zug zum Flughafen und mit dem Hotel-Shuttle ins nächstbeste Hotel. Diesmal soll es das NH Hotel Frankfurt Airport West sein, wo wir einen ruhigen Sauna-Abend verbringen.

Kathedrale in Chisinau
Gebäude am Stefan cel Mare si Sfant Boulevard in Chisinau

Hitziger Start in einem unbekannten Land

Am nächsten Morgen haben wir ausreichend Zeit. Der Flug mit der Lufthansa startet um zehn Uhr. Wir spazieren gemütlich zur S-Bahn von Raunheim und fahren zum Flughafen. Nach einem leckeren Frühstück sitzen wir wenig später im relativ kleinen, dafür aber voll besetzten Flugzeug nach Chisinau. Es gibt also doch Touristen, die sich in dieses unbekannte Land wagen. Überrascht sind wir allerdings von der Hitze, die uns nach dem ruhigen Flug erwartet.

Mit 33°C hatten wir Anfang Mai nicht wirklich gerechnet. Es wird ein hitziger Start in einem unbekannten Land. Aber uns soll es Recht sein. Jetzt noch schnell einreisen und hoffen, dass unser Hotel den Transfer organisiert hat. Was sollen wir sagen? Wie Saman damals in Sri Lanka steht auch hier der Fahrer mit unserem Schild an vorderster Stelle. Ohne es zu wissen, gibt uns der Fahrer das gute erste Gefühl, dass Verlass auf die Moldauer ist.

VG Wort