Gut zweieinhalb Wochen dauerte unsere Kanada-Rundreise. Dabei haben wir uns auf den Westen des riesigen Landes konzentriert. Nach dem Auftakt in Vancouver ging es zunächst mit der Fähre rüber nach Vancouver Island. Auf der Insel haben wir Schwarzbären, Wale und Delfine beobachtet sowie einige schöne Wanderungen unternommen. Danach führte unsere Route durch British Columbia und Alberta.
Nach einer Nacht auf Quadra Island und der Rückkehr aufs Festland von Kanada sind wir über den Sea-to-Sky Highway nach Whistler gefahren. In dem bekannten Wintersportort haben wir bei sommerlichen Temperaturen Murmeltiere und Pfeifhasen beobachtet. Vor allem aber haben wir wunderschöne Blumenwiesen auf dem High Note Trail sowie dem Alpinen Trail am Blackcomb Mountain entdeckt.
Weiter ging es über die Joffre Lakes zu einer Ranch im Wells-Gray-Provinzpark. Hier waren es der Clearwater Lake und die gewaltigen Wasserfälle, die uns beeindruckt haben. Die weiteren Stationen für unseren Reisebericht waren der Jasper und Banff Nationalpark. In den beiden großen Parks haben wir die in vielen Regionen noch weitgehend unberührte Natur lieben gelernt.
Unvergesslich ist unsere Tour vom Lake Louise über den Lake Agnes und Big Beehive, einem Aussichtspunkt über dem See, bis zum Ende der Plain of Six Glaciers. Auf der Hochebene treffen mehrere Gletscher zusammen und bilden eine eindrucksvolle Kulisse. Über Banff ging es schließlich weiter nach Calgary, wo unsere erste Kanada-Rundreise endete.
Unsere Kanada-Rundreise beginnt mit einem ruhigen Flug ab Zürich über Frankreich, England und den Nordatlantik nach Kanada. Nur im Bereich der kanadischen Küste wackelt der Airbus der Swiss ein wenig. Nach ein paar Turbulenzen setzen wir dann aber sicher zur Zwischenlandung in Montreal an. Für eine möglichst schnelle Einreise hatten wir uns schon daheim das nötige Visum für Kanada besorgt. Wobei “Visum” nicht ganz zutreffend ist. Denn in unserem Fall wird das Visum durch die electronic Travel Authorization, kurz eTA, ersetzt. Ein bisschen Arbeit erwartet uns dann aber doch nach der Einreise: Obwohl wir mit der nächsten Maschine gleich weiter nach Vancouver fliegen, müssen wir unser Gepäck abholen. Allerdings nur, um es in der nächsten Halle bei den korrespondierenden Inlandsflügen von Air Canada wieder abzugeben. Verglichen mit der aufgeblasenen Sicherheitsbürokratie in den Vereinigten Staaten verläuft die Einreise locker und zügig. Diese erfolgt übrigens noch vor dem Gepäckband.
Praktisch finden wir, dass der Flughafen von Montreal nicht allzu groß ist. Auch haben wir drei Stunden Zeit, um zum Gate unseres Anschlussflugs zu finden. Dadurch bleibt genügend Zeit, um im Eingangsbereich die ersten kanadischen Dollar via ATM zu holen. Und wenige Schritte weiter sogleich eine Handvoll davon auszugeben. Möglichkeiten gibt es jedenfalls reichlich. So sind im Terminal einige Fastfood-Restaurants und Cafés untergebracht. Hier kommen wir sowohl an Moe's Daily Café und Starbucks als auch an Burger King vorbei. Daneben sehen wir einige weitere, bei uns unbekannte Ketten.
Am späten Abend, nach insgesamt 17 Stunden ab dem Start in Zürich, kommen wir in Vancouver an. Zum Glück konnten wir während der Anreise ein paar Stunden schlafen, sodass wir dennoch nicht völlig erschöpft sind. Und doch sind wir froh, als wir unser Gepäck wieder in Händen halten und in der Ankunftshalle von einer Frau angesprochen werden. Nach der Frage, ob sie uns behilflich sein kann, führt sie uns zum Schalter vom Aerocar Service. Einen Augenblick später sitzen wir im vorbestellten Taxi und werden gegen Vorlage unseres Vouchers zu unserem Hotel in die City von Vancouver gefahren. Welch ein angenehmer Auftakt unserer Kanada-Rundreise!
Als optimal hat sich bei uns der Übergang vom Sommer zum Herbst herausgestellt. So lassen sich die Wanderungen bei meist angenehmen Temperaturen begehen. Wenn es dann doch mal schneit, dann ist das eben so.
In Kanada zahlt man ganz normal mit kanadischen Dollars. Visa-Card ist gängig, Geldautomaten gibt es beim Flughafen und in jeder Stadt. Ohne Kreditkarten wird es schwierig in Kanada. Denn die Hotels und die Autovermietung prüfen diese beim Einchecken als Sicherheit.
Beim Tanken geht es ohne Plastikgeld nur mit Vorauskasse. Das heißt, man zahlt entweder mit der Kreditkarte direkt an der Zapfsäule (die schnellste Variante) oder hinterlegt diese bei der Kasse oder bezahlt bar, dann aber im Voraus.
Nein, für Kanada sind keine speziellen Impfungen vorgeschrieben. Empfohlen wird ein Schutz gegen Hepatitis A & B sowie die auch in Deutschland gängige Tetanus-Impfung.
Ausführliche Infos zu medizinischen Hinweisen zum Impfschutz sowie Krankheiten gibt das Auswärtige Amt.
Mücken sind ein echtes Thema in Kanada. Hier sollte man sich unbedingt sehr gut schützen, das heißt: früh morgens und abends lieber lange Hosen und Hemden anziehen, ein wirkungsvolles Mückenspray obligatorisch nutzen und außerdem – gegen den Juckreiz – zum Beispiel den »Bite away« mitnehmen.
Mit all diesen Sachen gut vorbereitet, hatten wir während unserer Rundreise allerdings Glück. Denn abgesehen von Wells Gray haben uns die Biester nirgends aufgelauert.
Um ungewollte Kontakte zu Bären zu vermeiden, werden Trillerpfeifen empfohlen, die die Ankunft von Menschen ankündigen und den Bären Zeit geben, andere Wege zu gehen. Auch oft gesehen, aber nicht empfohlen werden kleine Glöckchen, da sie oft zu leise sind. Bären hören ähnlich gut wie der Mensch – das leise Bimmeln der Glöckchen kann ihr Interesse wecken.
Die Amtssprachen in Kanada sind Englisch und Französisch, wobei allerdings jeder fünfte weder das eine noch das andere spricht. Der Westen ist überwiegend Englisch, auch wenn es in Alberta einige Orte gibt, in denen sehr viel Französisch gesprochen wird. In Restaurants und Hotels haben wir aber auch des Öfteren deutschsprachige Kanadier getroffen.
Es ist vor allem teuer und bekömmlich. Denn auch wenn die Essgewohnheiten ähnlich wie in den USA sind, so sind die Zutaten meist von deutlich höherer Qualität. So werden in der Regel frische Eier verwendet und zum Teil sogar die Pommes Frites vor Ort hergestellt. In den Supermärkten haben wir über die Preise gestaunt, welche zum Beispiel in Jasper auch dreimal so hoch wie in Deutschland sein können.
Steckdosen gibt es in allen Hotels. Für diese benötigt man – wie in den USA oder in Irland – einen Adapter für Stecker-Typ A (Nema 1-15, 2-polig) oder Stecker-Typo B (Nema 5-15, 3-polig). Die Netzspannung beträgt 120 Volt bei 60 Hertz. Da nicht alle Geräte und Akkus damit klarkommen, haben wir zur Sicherheit einen Spannungswandler fürs Auto mitgenommen.
Beim Laden von normalen Akkus, etwa für ein GPS-Gerät, sollte man diesen auch nutzen, da die Leistung der Akkus sonst sehr bald wieder nachlässt. Nimmt man ein paar mehr Batterien mit, kann man auf einen Spannungswandler aber auch gut verzichten und den Platz im Koffer für wichtigere Dinge (etwa Handschuhe, Mütze) nutzen.
Um es gleich vorwegzunehmen: unter einem kundenfreundlichen Service verstehen wir etwas ganz anderes als die Mitarbeiter von Alamo / National. Zuerst wollte uns die Dame am Schalter ein größeres Auto andrehen, da wir in die Berge fahren und das von uns gemietete angeblich nicht gut genug dafür wäre. Dann sollten wir noch eine Art Serviceversicherung abschließen, welche bei den allermeisten Urlaubern völlig unnötig ist (es sei denn, man verliert auch daheim öfter mal seine Schlüssel) und schließlich musste das Auto erst noch gereinigt werden. Dieses sollte zehn Minuten dauern, tatsächlich aber mussten wir eine Dreiviertelstunde auf den Wagen warten.
Nicht versucht hat die Dame von Alamo / National, uns ein GPS-Gerät aufzudrängen. Es hätte auch nicht geklappt. Denn für 15 Tage, die wir in Kanada mit dem Auto unterwegs waren, hätten wir für die Miete mehr als den Neupreis gezahlt. Zum Glück aber kam das für uns ohnehin nicht in Frage, da wir unser eigenes Nüvi mitgenommen und auch schon daheim mit Kanada-Karte und allen wichtigen Zielen der Rundreise versehen hatten. Umso erstaunlicher verlief die Rückgabe des Wagens. Sie dauerte keine fünf Minuten, wobei wir nicht einmal in ein Büro gehen mussten, sondern der Wagen gleich bei den Airport-Stellplätzen im Parkhaus abgenommen wurde.
Wir waren individuell unterwegs, haben die Reise aber über das Reisebüro Erlebe Fernreisen bei Kanata Tours gebucht. Und, es hat alles wunderbar genauso geklappt, wie wir es uns vorgestellt haben. Wir halten es aber für sehr gut möglich, sich an den Reisebausteinen zu orientieren und eine eigene Route zusammenzustellen.