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Wochenmarkt von Saint-Pierre

auf dem Markt der Düfte

an der Küste von Saint-Pierre
Hähnchengrill auf dem Markt von Saint-Pierre

Samstag ist großer Markttag in Saint-Pierre. Für uns ist außerdem wieder ein Umzugstag. Deshalb bringen wir erst einmal unser Gepäck ins Hotel La Victoria, checken rasch ein und sind dann auch schon wieder auf dem Weg nach Saint-Pierre. Der Ort ist eigentlich ganz nah. Als Problem stellt sich jedoch heraus, dass wir von der zweispurigen Schnellstraße im zweispurigen Kreisel links abbiegen müssen. Bei hohem Verkehrsaufkommen, bei dem jeder geradeaus fahren will, kommt man da leicht ins Schwitzen. Eine größere Lücke abgepasst, Geschwindigkeit gedrosselt ist unser Lösungsversuch. Reifen quietschen, aber ein Krach-Boom bleibt zum Glück aus.

Wir ernten wildes Gehupe und lassen den Jeep – dieser hatte extra beschleunigt, um uns lahme Touris im Kreisel zu überholen – links von uns geradeaus passieren. Just als Lars wieder anfahren will, wiederholt sich die Szene. Offenbar hat noch einer gedacht, unseren gut als Leihwagen erkennbaren Peugeot links im Kreisel überholen zu müssen. Und das ungeachtet der zwei Vollbremsungen direkt vor ihm. Erst der dritte Versuch, den Kreisel zu durchfahren, gelingt. Saint-Pierre ist anstrengend und bei den vielen Doppelkreisel das Autofahren erst recht!

Kartoffelscheiben auf dem Markt von Saint-Pierre
Cocktailbar auf dem Markt von Saint-Pierre

Anschließend bin ich als Beifahrerin doppelt gefordert. Zum einen muss ich meinen Herzschlag erst wieder beruhigen und dann gilt es auch noch, einen geeigneten Parkplatz zu finden. Denn leider haben wir uns an den Schildern des Marché Couvert orientiert. Das ist eine Markthalle. Wir aber wollen doch zum Wochenmarkt am Strand.

So fahren wir zunächst die abschüssigen, im Schachbrettmuster angelegten Straßen bis zum Strand hinunter. Dort ist auch gleich ein großer Parkplatz mit noch genügend freien Plätzen gefunden. Das einzige was fehlt, ist der Wochenmarkt. Dieser befindet sich nämlich anderthalb Kilometer weiter westlich, immer der Straße entlang.

Vanille auf dem Markt von Saint-Pierre

Egal, Autofahren will ich nicht mehr – wir laufen. Schade ist, dass der breite Boulevard Hubert Delisle zum Meer hin völlig verbaut ist und eine schöne Strandpromenade schlichtweg fehlt. Erst ab Höhe des Friedhofs gibt es einen ca. 300 Meter langen Strandabschnitt,

welcher ein beliebter Kitesurf-Spot zu sein scheint. Überall wuseln die Schirme übers Meer. Für sie ist der starke Wind herrlich. Andere Besucher sind eher auf der Suche nach Windschatten.

Verkäuferin auf dem Markt von Saint-Pierre
Oliven auf dem Markt von Saint-Pierre
Olivenverkäufer auf dem Markt von Saint-Pierre

Kurz darauf erreichen wir die ersten Buden. Wir werden eingeräuchert vom lecker duftenden Hähnchengrill. Die starke Rauchentwicklung ist offenbar der Grund, warum die Grillroste abseits vom Markt stehen. Wenige Schritte weiter können wir uns endlich in das Getümmel zwischen den vielen Marktständen stürzen. Schön ist, dass der Markt nicht nur auf Touristen ausgelegt ist.

So starten wir bei den hübsch angeordneten Gemüseständen. Neben dem beliebten Inselgemüse Chouchou werden Gurken, Zucchini und sonstiges saisonales Gemüse feilgeboten. Wunderschön sind die Berge aus Papaya, Bananen und Ananas anzusehen. Da sie auf La Réunion angebaut werden, sind die Preise im Vergleich zu den importierten Lebensmitteln spottbillig.

Oliven auf dem Markt von Saint-Pierre
Ananas auf dem Markt von Saint-Pierre

Bummeln macht hungrig. So können zwischendurch aufgefädelte, gut gewürzte und frittierte Kartoffelscheiben genascht werden. Gegenüber steht eine knallbunte Cocktailbar. Wir verzichten aufs erste und suchen uns stattdessen Leckereien fürs Abendessen, das heute auf dem Balkon stattfinden soll.

Bei einem herrlich duftenden Olivenstand werden wir fündig. Überhaupt ist dies ein Markt der Düfte, was wir auch den vielen Vanilleständen zu verdanken haben. In verschieden dicken Bündeln kann man sich je nach Budget und Bedarf mit den duftenden Schoten eindecken.

Kokosnüsse auf dem Markt von Saint-Pierre
bunte Webtaschen auf dem Markt von Saint-Pierre
arme Tiere auf dem Markt von Saint-Pierre

Leid tut mir indes das Kleingetier wie Hühner, Gänse, Enten und Hasen, die in der prallen Sonne und in schäbigen Metallkäfigen ausharren müssen. Der Markt ist nur morgens, so sind die armen Tiere hoffentlich bald erlöst.

Wir verziehen uns zu den Touristenständen, die überladen sind mit hübschen, bunten Tüchern und Webtaschen zwischen billigem Chinesenkram.

arme Tiere auf dem Markt von Saint-Pierre

Mit vielen schönen Eindrücken machen wir uns schließlich auf den Rückweg. Bevor wir uns aber wieder in das Straßengetümmel schmeißen, gönnen wir uns noch einen Drink am Meer und beobachten die Kitesurfer, die sich teilweise mit spektakulären Sprüngen beweisen. Einfach wunderbar!

Zuletzt kommen wir an einer größeren Boulangerie vorbei. Nach Wein und Oliven bekommen wir dort frisch gebackenes Knoblauchbrot. Damit ist unser Essen komplett und haben wir alles, was wir für einen gemütlichen Abend auf dem Balkon brauchen.

Video Marktbummel in Saint-Pierre im Süden von La Réunion

Eindrücke vom bunten Markttreiben in der Hafenstadt Saint-Pierre im Süden von La Réunion. Aufnahmen der Vanille-, Oliven- und Kokosnussstände.
VG Wort
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