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Rempart de Bellecombe

Wanderung zur Nez Coupé de Ste-Rose 1/3

Parkplatz bei der Gîte du Volcan
Weg zum Pas de Belecombe

Am Parkplatz der Gîte du Volcan starten wir unsere Gipfeltour zum Piton de la Founaise. Bei der Berghütte befinden wir uns bereits auf einer Höhe von 2250 Metern über dem Meer. Auch wenn es früh am Morgen noch relativ kühl ist, brennt die Sonne erbarmungslos auf uns nieder. Sonnenhut und hoher Sonnenschutz sind also obligatorisch.

Direkt rechts neben der Einfahrt zur Gîte führt ein schmaler Pfad zum Pas de Bellecombe. Über unwegsames und scharfes Vulkangestein kraxeln wir immer bergauf. Eine zweite Möglichkeit, die Tour zu starten, bietet der Parkplatz am Ende der Route du Volcan. Auf der Passhöhe treffen die beiden Wege aufeinander.

Cratere du Formica Leo
Cratere du Formica Leo

Beim Pas de Bellecombe befindet sich auch das »Eingangstor« zum Vulkanboden. Aber was ist denn das? Ein stabiles Stahltor verwehrt uns den Zugang. Auf dem Vorsprung rechts daneben warnt ein Schild vor einem überhängenden und instabilen Felsen. Wir sind in Frankreich und da die Franzosen passionierte und unbremsbare Kletterer sind, braucht es mehr als ein klappriges Gartentor, um sie am Durchgang zu hindern. Ein Warnschild gibt außerdem Verhaltenshinweise für die Gipfeltour.

Und das in Französisch, Englisch und Deutsch. Super! Einzig der zusätzliche Aushang ist lediglich in Französisch gehalten. Da steht etwas von »l`activation de la phase d`alerte« - was in etwa aktivierte Alarmphase bedeutet, und das Ganze garniert mit irgendwelchen Paragraphen. Also gut, wir verspüren weder Lust auf eine saftige Geldbuße noch auf Brandblasen an den Füßen. Damit gehorchen wir und klettern nicht über das Tor.

schattiger Fußweg beim Rempart de Bellecombe
Fußweg beim Rempart de Bellecombe

Eigentlich hätten wir von dem Vulkanausbruch des Fournaise wissen können. Aber da wir bei unserer Ankunft keine Fragen hatten (und auch nicht wussten, was während der Zeit auf der Insel wichtig werden könnte), sahen wir keinen Anlass, den Reiseleiter vor Ort zu treffen. Folglich fehlte diesem die Möglichkeit, uns mit den aktuellsten Infos zur Vulkantätigkeit auszustatten.

So sind wir jetzt etwas enttäuscht, dass wir auf die Gipfelbesteigung verzichten und umplanen müssen. Aber gut, eine Alternative ist direkt auf der Passhöhe angeschrieben. Anstatt zum Gipfel wählen wir eine Tour entlang des Rempart de Bellecombe, einer Abbruchkante, zum Nez Coupé de Ste-Rose.

Blick zur Savannenebene des Rivière de l'Est
Blick zum Piton de la Fournaise

Das Schöne an dem Pfad ist, dass wir den Piton de la Fournaise immer im Blick haben. Zudem ist der Hang, an dessen Grat wir wandern, mit Baumheide und anderen Schatten spendenden Büschen bewachsen. Vorsichtig können wir an vielen Stellen bis an die Kante vortreten.

Der alte Vulkanboden liegt 150 Meter unter uns, wo wir auf den nahen Krater des Formica Leo, den »Ameisenlöwen«, schauen. Der kleine Krater hat einen Durchmesser von weniger als 100 Metern und besteht aus pulvrigem, roten Lavasand.

Blick zum Piton de la Fournaise
Wanderung beim Piton de la Fournaise

Weiße Farbtupfer auf dem Vulkanboden sowie rund um den Formico Leo bilden die Markierung des Gipfelweges auf den Piton de la Fournaise. Sie liegen sehr eng beieinander. Denn bei Nebel kann es in der unwirtlichen Gegend schnell gefährlich werden,

sollte man vom Pfad abkommen und sich verlaufen. Offensichtlich halten sich die Leute an die Absperrung. Auf der von hier oben gut zu überblickenden Ebene ist keine Menschenseele zu sehen. Dafür steigen hinter dem Fournaise Rauchschwaden nach oben.

v
Anne auf dem Piton de Partage
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