• Deutsch
  • English
Anzeige

Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise

Abendspaziergang zum Feuer spuckenden Krater

Eingang auf den Sentier du Tremblet
Sentier du Tremblet

Als wir mit unserem Programm im Süden durch sind, gönnen wir uns einen der wenigen ruhigen Nachmittage auf La Réunion. Gut, nach dem eisigen Bad am Grand Galet und der dadurch kräftezehrenden Wanderung in die Schlucht des Bras de la Pleine wäre ich ohnehin nicht imstande, gleich die nächste Tour anzugehen.

Drei Stunden später erwacht meine Unternehmungslust aber auch schon wieder. Die Erkältung? Schnee von gestern. Das Programm? Wird einfach erweitert. Schließlich hatten wir bedauert, den Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise nur nachts gesehen zu haben. Das heißt? Rucksack geschnappt und ab zum Auto.

Mariengrotte am Sentier du Tremblet
Sentier du Tremblet

Damit geht es über die N2 nach Saint-Pierre und ab dort über die RN3 sowie Le Tampon und La Plaine des Cafes hoch in die Berge. Sowie wir die auf die Route du Volcan abzweigen, gilt es wieder, das Lenkrad hin und her zu kurbeln. Jetzt, wo mir die scharfen Kurven bekannt vorkommen, ist dies allerdings halb so wild wie bei unserer ersten Fahrt. Eineinviertel Stunden nach unserem Aufbruch erreichen wir so den Parkplatz am Sentier du Tremblet.

Am Sonntagabend ist es deutlich ruhiger am Vulkan, sodass wir uns aussuchen können, wo wir parken. Die Zelte der Feuerwehr sind mittlerweile wieder abgebaut. Offenbar hat sich die erste Aufregung um den Ausbruch gelegt. Die Rauchsäule auf der Westseite des Piton de la Fournaise lässt aber klar erkennen, dass der Vulkan nach wie vor tätig ist. Damit machen wir uns um etwa 17.15 Uhr auf den Weg zum Ort des Geschehens.

Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise

Jetzt in der Helligkeit erkennen wir erst, wo wir eine Woche zuvor dran vorbei gestolpert waren. So passieren wir nach zehn Minuten eine Mariengrotte. In der Nacht war uns nicht einmal die Kerze in der kleinen, aus Vulkansteinen gebildeten Höhle aufgefallen. Das kann aber auch daran liegen, dass wir - wie alle anderen - mehrmals vom eigentlichen Pfad abgekommen waren. Denn einige der Hindernisse unserer nächtlichen Tour befinden sich nun neben dem Weg, womit wir deutlich schneller und sicherer vorankommen.

Während die Sonne immer tiefer am Horizont steht und die Schatten zusehends länger werden, kommen wir der Rauchsäule rasch näher. Nach einer knappen halben Stunde sehen wir schließlich wieder auf den Krater des neuen Ausbruchs. Im Vergleich zur Vorwoche hat der Vulkankegel deutlich an Höhe gewonnen. Aber immer noch schwappt die glühende Lava über den Rand, von wo sie in einem trägen Strom Richtung Grand Brûlé abfließt. Es ist ein immer wieder fesselndes Naturschauspiel, dass die Menschen in seinen Bann zieht.

Video Vulkanausbruch am Piton de la Fournaise

Eindrücke von einem Vulkanausbruch auf der Westseite vom Piton de la Fournaise auf La Réunion. Aufnahmen vom Sentier du Tremblet aus auf den noch jungen Nebenkrater.

Als die Sonne hinter den Bergen rechts von uns verschwindet, wird es schlagartig spürbar kühler. Sowie der Schatten auf den neuen Vulkankrater zueilt, zieht jedoch eine Wolke in die Senke zwischen dem Sentier du Tremblet und den Piton de la Fournaise. Da vom Meer immer neue Wolken kommen und sich erst in etwa auf unserer Höhe auflösen, lohnt es sich nicht, weiter zu laufen. So warten wir einfach ab, bis sich die Wolke verzogen hat, und genießen noch eine Weile das Spektakel.

Auf dem Rückweg können wir uns anschließend die Stirnlampen sparen. Es ist Vollmond, womit der Pfad nun auch nachts gut zu erkennen ist. Auch die Rückfahrt auf die Hauptstraße verläuft so angenehmer als ich zuvor gedacht hatte. Oberhalb von Plaine des Cafres kommen wir schließlich wieder zum Hotel les Geraniums. Da wir uns in dem Berghotel wohl gefühlt hatten, beschließen wir, hier essen zu gehen und den schönen Tag ausklingen zu lassen, bevor es zurück an die Küste geht.

Sonnenuntergang am Piton de la Fournaise
Abendessen im Hotel les Geraniums
Anzeige