Blick über die von Bäumen und Sträuchern umgebene Stadtmauer von Seoul in Südkorea

Selbstfahrer-Rundreise durch Südkorea – Reisebericht

Was macht man in einem so unbekannten Land?

Auf Südkorea haben sich nur wenige große Reiseveranstalter spezialisiert. Andererseits wird die Hauptstadt durch die engen Beziehungen zur EU praktisch täglich angeflogen. Da das Land auch sonst sehr fortschrittlich ist, eignet es sich gut für Individualreisende.

Neben etlichen historisch bedeutsamen Tempeln können sich Reisende auf mehrere, mit Wanderwegen erschlossene Nationalparks freuen. Am Koreanischen Ostmeer – bekannter als Japanisches Meer – sowie auf der Insel Jeju ist es dann ein Leichtes, unbeschwerte Urlaubsmomente zu genießen. Man muss sich nur trauen.

Was eine Reise nach Südkorea besonders macht

Was haben Moldawien und Südkorea gemein? Bei beiden Ländern erntet man fragende Blicke, wenn man von seiner geplanten Rundreise dorthin erzählt. Findet der Gegenüber seine Sprache zurück, heißt es als Nächstes knapp: »Was macht man in Südkorea?« Seoul und die Olympiastadt Pyeongchang ist sicherlich den meisten ein Begriff. Auch Samsung, Hyundai, Kia Motors und ein paar weitere Firmen Südkoreas sind weitgehend bekannt.

Ansonsten aber müssen auch wir erst ein wenig im Reiseführer und in mehreren Reiseberichten schmökern, um mehr über das ferne Land zu erfahren. Dann aber ist es ein Leichtes, einen übervollen Reiseplan für eine Selbstfahrer-Rundreise zusammenzustellen. Weil dieser tatsächlich schnell für mehr als nur eine Rundreise reicht, galt es für uns selbst, diesen anschließend nach unseren Vorlieben zu stutzen und möglichst geschickt zu sortieren. Klar jedoch ist: wir brauchen einen Mietwagen.

Tipps für Selbstfahrer zum Planen der Ausflüge und Touren

Aus Respekt vor den koreanischen Schriftzeichen suchen wir um Unterstützung bei der auch in Deutschland vertretenen Korea Tourism Organization KTO sowie bei Spezialveranstaltern von Korea-Reisen. Leider erweist sich das als ein Schlag ins Wasser, denn unserer freudigen Erwartung folgt die Ernüchterung auf den Fuß: Die KTO sendet uns vor allem einen Haufen unnützer Werbeflyer zu. Dazwischen immerhin befindet sich ein kleiner Reiseführer mit gutem Kartenmaterial zu den größeren Städten sowie den dortigen U-Bahnnetzen. Die Veranstalter hingegen beschränken sich auf den Verkauf überteuerter Touren.

Überteuert deswegen, weil sich bald herausstellt, dass sich diese für Selbstfahrer leicht selbst zu einer schönen Reise zusammenstellen lassen. Aber es gibt wenig Wettbewerb um Rundreisen durch Südkorea und also auch keinen Grund, sich auf die marktübliche Marge zu beschränken. Nachdem unser endgültiger Plan steht, buchen wir die Flüge direkt bei den Fluglinien, beide benötigten Mietwagen bei Rentalcars und die Unterkünfte bei Booking.com. Damit birgt unsere Rundreise zwar einige Überraschungen, schont dafür aber das Reisebudget und erhöht den Erlebnisfaktor.

Anreise über Helsinki

Mit Finnair zum Flughafen Incheon in Südkorea

Ende September ist es endlich so weit. Hatten wir bisher Koreaner auf Reisen kennengelernt, begegneten uns diese immer offen, neugierig und freundlich. Wir sind positiv eingestellt. Irgendwie wird die Reise schon klappen. Die finnische Airline bringt uns über Helsinki zumindest schon einmal pünktlich nach Incheon, dem Internationalen Flughafen von Seoul. Wir sind etwas müde, obwohl wir auf dem Flug eigentlich genug Zeit zum Schlafen gehabt hätten. Doch dazu hätten wir das ständige »Bing!« im Flieger ausschalten müssen. Umso einfacher gestaltet sich die Einreise bei den Personenüberprüfungsschaltern – was für ein Wort!

Kaum habe ich der Person hinterm Schalter meinen Reisepass gereicht, spricht mich einen Computerstimme auf Deutsch an und gibt mir sämtliche Anweisungen für die Fingerabdrücke, Foto und Einreise. Das ist ja fortschrittlich und wirklich praktisch für müde Touristen bei der Ankunft in Südkorea. Anstatt eines Stempels im Pass, bekommen wir eine Entry Confirmation – einen Einreisezettel – und dürfen nun drei Monate bzw. bis zum 28. Dezember im Land bleiben. Trotz der flotten Einreise können wir ebenfalls schon bald unsere Koffer in Empfang nehmen. Geschafft, wir sind komplett in Südkorea angekommen.

Transfer in die Stadt mit Hilfe der Hangeul-Schrift

Jetzt müssen wir nur noch in die Innenstadt von Seoul finden. Das Kundenservicecenter ist schnell gefunden. Hier bereits zahlt es sich aus, dass ich im Reiseplan alle unsere Ziele auch in der Hangeul-Schrift eingetragen habe. So sind wir binnen weniger Sekunden knapp 16 Euro los, haben dafür aber zwei Tickets bis zur Hongik University bei Hongdae Seoul.

Dass wir anstelle der gewünschten Zugtickets einen Busfahrschein erhalten haben, erfahre ich erst beim Drehkreuz zur Bahn, das sich nicht bewegen lässt. Es ist die erste Minipanne unserer Südkorea Rundreise. Müde laufen wir die fünf Minuten Fußmarsch wieder zurück und finden schließlich den passenden Bus, der uns in gut einer Stunde in das Stadtzentrum von Seoul bringt.

Stationen unserer Rundreise

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Seoul

Rundgänge durch Südkoreas Hauptstadt mit dem Künstlerviertel Hongdae, dem Changdeokgung Palast und dem alles überragenden Namsan Seoul Tower. Zu den unerwarteten Highlights in der Stadt zählen der Besuch im 943 King's Cross – dem Harry-Potter-Café – und die Wanderung auf dem Bukak Trail entlang der alten Stadtmauer.

Nach dem Besuch des Freilichtmuseums Namsangol Hanok Village ist es uns möglich, ab dem Hauptbahnhof zur Festung Hwaseong in Suwon zu fahren. 

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Naksan Beach

Naksan Beach ist Südkoreas berühmtes Seebad am Koreanischen Ostmeer. Durch die Auswirkungen eines Taifuns erleben wir dort starke Regenschauer. Als Schlechtwetterprogramm besuchen wir daher das Chamsori Gramophone Museum bei Gangneung.

Danach ist es uns es möglich, zwei Wanderungen zu unternehmen. Die erste führt uns im Seoraksan Nationalpark auf den Ulsanbawi Rock. Am Tag darauf fahren wir in den Odaesan Nationalpark, wo wir zum Jyeongmyeolbogung Temple hochsteigen. Als kulturelles Ziel besichtigen wir anschließend den Woljeongsa Tempel.

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Andong

Bei der Anreise nach Andong besuchen wir Gangneung mit dem Tempel Ojukheon, einem Tempelkomplex aus der Joseon-Zeit. Danach steht mit dem Haesindang Park eine außergewöhnliche Attraktion Südkoreas auf unserem Programm, denn der Park  ist für seine zahlreichen Phallus-Skulpturen bekannt.

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Daegu

Spaziergang durch die Bongsan Culture Street, durch Dongseongno und zum Heilkräutermarkt der Millionenstadt Daegu. Ab dem Ort unternehmen wir einen Ausflug nach  Haeinsa Tempel mit der Tripitaka Koreana und in den Gayasan Nationalpark, wo wir auf den Chilbulbong wandern.

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Gyeongju

Die Kleinstadt Gyeongju ist für ihre vielen Hügelgräber der Könige und Aristokraten aus dem alten Königreich Silla bekannt. Die ehemalige Hauptstadt ist zugleich einer der Orte südkoreas, die zwar touristisch geprägt sind, die sich zugleich aber ihren traditionellen Charme erhalten haben. So übernachten wir im Zentrum in dem schönen Hanok Siwoowadang. Neben den Tempeln und Gräbern im Ort unternehmen wir einen Ausflug zum Blumentempel Bulguksa.

Tongyeong

Ab Gyeongju führt unsere Rundreise ganz in den Süden der koreanischen Halbinsel nach Tongyeong. Nach einem Spaziergang durch den Yi Sun-sin Gedenkpark gelangen wir durch den Dongpirang Tunnel – Asiens erstem Unterwassertunnel – zum Hafen der Stadt.

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Busan

Die ebenfalls am Meer gelegene Millionenstadt ist unsere letzte Station auf dem Festland Südkoreas. Nachdem wir den Mietwagen beim Flughafen abgegeben haben, bleibt noch Zeit, um mit der U-Bahn ins Zentrum der Metropole zu fahren.

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Insel Jeju

Die Insel Jeju oder einfach Jejudo ist für die Koreaner das, was für uns Mallorca ist – die Insel ist also durch und durch touristisch. Besonders deutlich wird dies im Hanwha Aqua Planet, dem Aquarium von Jeju, und im Jeju Love Land, einem Freilichtmuseum mit den Themen Erotik und Aufklärung.

Daneben bietet die Insel aber auch reichlich natürliche Ausflugsziele wie dem Hallasan Nationalpark, dem Sangumburi Krater oder der Manjanggul Lavahöhle.

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Cheonggyecheon

Nach dem Rückflug von Jeju haben wir noch einen vollen Tag in  Seoul. Diesen nutzen wir für einen Spaziergang entlang des Stadtkanals Cheonggyecheon, der sich wie eine Oase durch das Zentrum der Hauptstadt zieht.

Karte mit Ausflugszielen in Südkorea

Hinweise zur Karte

Bei einem Klick auf die Namen in der Südkorea Karte öffnet sich eine kleine Beschreibung mit dem beschriebenen Ausflugsziel oder der Sehenswürdigkeit und einem Vorschaubild. Über den Link unterhalb vom Text kannst Du die entsprechenden Seite in unserem Reisebericht über Südkorea gezielt aufrufen.

Unsere Südkorea Karte haben wir mit StepMap erstellt.

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