Im Schatten unter den Bäumen am Teich ist es beschaulich ruhig. Wir gönnen uns eine Auszeit und blicken auf den Bugaksan im Hintergrund. »Da laufen wir nachher hoch«, erkläre ich Lars mein heutiges Programm. »Ja ja, Späßle g'macht«, entgegnet er. Vielleicht verrate ich ihm später, dass ich es durchaus ernst gemeint habe. Ich lese ihm erst einmal die Geschichte des Gyeongbokgung aus dem Reiseführer vor. Demnach wurde Palast 1395 als Hauptpalast der Joseon-Dynastie gegründet.
Der neokonfuzianische Gelehrte Jeong Do-jeon gab dem Palast seinen Namen, der wörtlich »Brillanz« und »Glück« bedeutet. Dieses Glück endete 1592, als die Japaner den Palast niederbrannten. Bis zu den Restaurierungsarbeiten lag dieser über 270 Jahre in Trümmern. Nach vielen Höhen und Tiefen startete die eigentliche Wiederherstellung im Jahr 1990, zeitgleich mit dem Abriss des alten japanischen Generalregierungsgebäudes auf dem Palastgelände.