Santa Elena beim Nebelwald

Holprige Fahrt durch die Berge und Kaffeeplantagen

hier ist die Straße noch gut befahrbar
in den Bergen zwischen dem Arenal und Monteverde

Bis Tilarán ist die Straße in einem guten Zustand. Das nächste kleine Stück nach Dos de Tilaran ist sie in einem schlechten und ab da bis nach Santa Elena in einem sehr schlechten Zustand. So heißt es in unserem Reiseführer: bei trockenem Wetter ist es möglich, die Strecke ohne Allrad zu fahren.

Die Landschaft jedoch ist einfach nur herrlich und entschädigt uns für die vielen Ruckler. »Das ist doch wie das Teletubbie-Land«, stellt dann auch Annette fest. (Nein, natürlich haben wir beide die Sendung nie angeschaut.)

Kaffeeplantage in den Bergen
Kaffeeplantage

Allerdings ist der richtige Weg nie so schlecht wie die Zufahrt zur Lodge Arenal Oasis. Dann nämlich hat man eine Abzweigung verpasst. Zum Glück kommt uns beim ersten Mal eine Oma entgegen, die uns mit einem winkenden »No no no!« zu verstehen gibt,

dass wir uns auf dem Weg zu ihrem Acker befinden. Beim zweiten Mal hilft uns der Verkäufer eines winzigen Ladens zurück auf den richtigen Weg. Bis zum Ende unserer Reise werden es die einzigen zwei Male bleiben, dass wir uns verfahren.

Kaffeeplantage auf dem Weg nach Santa Elena
das hatten wir doch schon mal...
Kaffeebusch

Unbedingt einen Stopp wert sind die Kaffeeplantagen im Hochland. Mit den einzeln stehenden, hohen Schattenbäumen, der Hanglage und der traumhaften Bergkulisse dahinter bilden sie eine Traumidylle.

Und sollte Ihre Frau Teepflückerin spielen, um ein kleines Trinkgeld zu bekommen, geben Sie es ihr ruhig. Spätestens, wenn Sie zurück bzw. wieder hoch auf die Straße will, wird sie es Ihnen zurück geben... (-:

Kirche und Fußballplatz gehören in Costa Rica in vielen Orten zusammen

Ankunft nach der ewig langen Schotterpiste

»Guck! Da vorne gibt es wieder eine Straße!« Das glaube ich ja nicht. Aber doch, so wie wir nach Santa Elena beim Nebelwald hineinfahren, kommen wir wieder auf Asphalt. Hat es kurz zuvor noch unterm Blech gerüttelt, gewackelt und gescheppert, ist es auf einmal so ruhig,

dass man fast meint, über Watte zu fahren. Natürlich sind die Straßen in Santa Elena ganz normale Straßen wie sie jeder von daheim kennt. Nach der ewig langen Schotterpiste aber ist es einfach ein herrliches Gefühl!!!

Hängebrücke im Selvatura Reservat bei Santa Elena
im Selvatura Reservat

Außerdem haben die schlechten Zuwege auch ihre gute Seite, wäre die Gegend doch sonst von Touristen völlig überlaufen. So aber herrscht hier oben zwar Betrieb, doch nicht so, dass wir uns wie in einem Touristengetto fühlen.

Mal abgesehen davon, dass es die meisten Urlauber zu unserem Glück auf die Action-Sachen abgesehen haben. So sind hier vor allem die Canopy-Touren beliebt, bei denen man gut gesichert und Füße voraus entlang Drahtseilen in die Tiefe rauscht.

im Supermarkt von Santa Elena
im Supermarkt

Abendessen im Tree-House von Santa Elena

Ebenfalls positiv finden wir, dass es hier sowohl günstige Einkaufsmöglichkeiten, mehrere schöne Restaurants als auch eine Tankstelle gibt. Denn andernfalls wäre für uns hier oben Endstation. So aber freuen wir uns darauf,

am zweiten Abend im Tree-House schön essen zu gehen (am ersten ging leider nicht, weil man reservieren muss, um einen Platz zu bekommen) und den Nebelwald im Nationalpark Monteverde zu erleben. Zuvor aber geht es erstmal ins Privatreservat Selvatura.

Abendessen im windgeschützen Nichtraucherbereich
Livemusik im Tree House von Santa Elena

Finca Valverde - Einfaches Hotel in Santa Elena

Um es vorweg zu nehmen: die Finca Valverde ist das am wenigsten schöne Hotel, welches wir in Costa Rica kennen lernen. So gibt es beim Hotel zwar recht neue Bungalows mit einer hübschen Lage. Wir aber werden in einer gealterten Holzbaracke untergebracht. Da andere deutsche Gäste, die wir später treffen,

ebenfalls hier untergebracht wurden, gehen wir davon aus, dass die neueren Zimmer vornehmlich an Gäste anderer Nationen vergeben werden. Aber gut, zwei Nächte lässt es sich auch in der Finca Valverde gut aushalten - zumal man ja eh die meiste Zeit außerhalb des Hotels verbringt.

unser Zimmer in der Finca Valverde (Nr. 25)
Veranda vor der Baracke der Finca Valverde
Kapuzineräffchen bei Santa Elena

Nachdem wir den runden Bogen am unteren Ende der Auffahrt passiert haben, kommen wir etwa hundert Meter weiter beim Parkplatz der Finca Valverde an. Zur Rezeption geht es über eine Brücke, das Einchecken verläuft zügig und die Wertsachen und wichtigen Dokumente lassen sich sicher im Hotelsafe einschließen. Weil wir an Sylvester ankommen, fragt uns der Angestellte, ob wir abends im Hotel essen möchten. Denn weil das Hotel gut belegt sei, sollten wir dann besser reservieren.

Nach einem kurzen Blick auf die ausgestellte Karte nehmen wir an.
Was wir nicht wissen: später wird die Karte ausgewechselt und erhalten wir statt à la carte eine Menükarte ohne Wahlmöglichkeit, dafür mit teuer = wir hätten etwa vier Mal soviel zahlen sollen wie für die normalen Gerichte. Immerhin aber lässt uns das Personal ohne zu murren ziehen, als wir erklären, dass da wohl ein Missverständnis vorliege. (Etwas später sind wir Pizza essen gegangen. Ist günstig, ist viel, isst einer nicht alleine.)

Auf der Veranda der Finca Valverde
Hängebrücke zu den Zimmern bei der Finca Valverde

Der Weg zu unserem Zimmer (Nr. 25) führt über eine Hängebrücke. »Keine Angst«, meint der Kofferjunge, »die Brücke ist stabil und kippt nur selten zur Seite.« Gut zu wissen. Dahinter schließt sich ein Holzbau an. Die Zimmer befinden sich auf beiden Seiten und sind von einer durchgehenden Veranda umgeben. Entsprechend düster ist es im Innern der Räume.

Leider sind die Lampen rar gesät, sodass wir etwas im Dunkeln tappen. Steckdosen gibt es dafür reichlich und das Duschwasser ist bald warm. Wie auch die Decken einiges wärmer sind als im zuvor besuchten Hotel bei Tortuguero. Schließlich befinden wir uns in den Bergen und wird es nachts empfindlich kühl in Santa Elena.

Bar in der Finca Valverde
Speiseraum der Finca Valverde

Eine Horde Kapuzineraffen beim Frühstück

Wie im Gran Hotel von San Jose ist das Frühstück auch hier übersichtlich, aber dafür werden wir freundlich bedient. Dann gibt es noch eine kleine Überraschung: eine Horde Kapuzineraffen lebt in der Nähe des Hotels und holt sich morgens seine Ration Bananen ab.

Richtig zutraulich sind sie zwar nicht, verhält man sich ruhig, kann man sie aber doch eine ganze Weile beobachten. Nach dem Erlebnis mit dem Vogelfrühstück im Oasis bei La Fortuna bekommen wir damit erneut ein tierisches Spektakel frei Haus. Schön.

VG Wort