Wandern bei der Rinconcito Lodge

Durch die Steppe in den trockenen Regenwald

Die Rinconcito Lodge ist herrlich gelegen zwischen den Vulkanen Rincon de la Vieja und Miravalles. Im März bestimmt die Trockenzeit diesen Landstrich der Gebirgskette Cordillera de Guanacaste. Wir wandern über staubtrockene Hügel hinein in den Regenwald. Schon lange hat dieser keinen Schauer mehr abbekommen. Trotzdem führt ein Bächlein ausreichend Wasser für einen malerischen Wasserfall in dieser Abgeschiedenheit.

Fahrt in den trockenen Teil der Cordillera de Guanacaste

Verglichen mit unserer ersten Reise durch Costa Rica bekommen wir bei der zweiten Rundreise bisher kaum bis gar keinen Regen ab. Das macht sich natürlich auch an der Natur bemerkbar, die jetzt trocken und weniger farbenfroh wirkt. Trotzdem sind die Wälder von Boca Tapada über die Region des Vulkan Arenal bis hin zum Nationalpark Vulkan Tenorio ziemlich grün. Das ändert sich bei der Fahrt vom Río Celeste zur Rinconcito Lodge. Und zwar so abrupt, dass man sich von einer Minute zur nächsten in einer anderen Welt wähnt.

Cuipilapa und der Vulkan Miravalles

Um uns den Umweg über Liberia zu sparen, riskieren wir zehn Kilometer südlich von Upala die Abkürzung über Cuipilapa. Die Straße ist so schmal, dass wir befürchten, unser Navi führt uns mal wieder auf holprige Irrwege. Doch die Straße bleibt befestigt. Dafür ist es teilweise so steil, dass unser Korando an seine Grenzen gerät. Von wegen sportliches Nutzfahrzeug! Nur ganz langsam röchelt der SUV die Straße hinauf. Kaum haben wir die Passhöhe überwunden, wechselt die Natur ihre Farbe von grün zu braun. Der Kontrast könnte kaum größer ausfallen.

In Cuipilapa legen wir einen Stopp ein. Ein Bananenverkäufer wartet gegenüber der Kirche auf Kundschaft. Von seinem Stand aus blickt er auf das wenige Grün der Gegend, rund um den Kirchenbau. Ansonsten befinden wir uns hier in einer absolut dürren Einöde. Im Hintergrund ragt der Vulkan Miravalles in die Höhe. Mit 2028 Meter ist er der höchste der neun Vulkankrater der Cordillera de Guanacaste. 1946 kam es zu einer kleinen Dampfexplosion. Diese ist bis heute die einzige gemeldete eruptive Aktivität des Vulkans. Dennoch ermöglicht sein beständiger Wärmefluss den Betrieb einer Geothermieanlage in Las Hornillas zur Stromgewinnung.

Im höchsten Reihenbungalow der Rinconcito Lodge

Bei der Weiterfahrt bleiben die Straßen besser als erwartet. So erreichen wir gut eine Stunde nach Cuipilapa die Rinconcito Lodge. Auf dem Parkplatz begrüßen uns drei Leguane und der besondere Gesang der Montezumastirnvögel. An der Rezeption bekommen wir einen kühlen Begrüßungsdrink. Dann führt uns auch schon ein netter junger Mann zum Zimmer. Fröhlich, halb Spanisch, halb Englisch brabbelnd läuft er vornweg und schiebt unsere Koffer den schmalen Fußweg hinauf. Wir sind geschafft durch die Fahrt und unsere Wanderung am Río Celeste. Die Hitze bei der Lodge tut das Übrige. Zuletzt führt der Weg immer weiter nach oben. Doch das muss so sein. Wir haben ein Superior Zimmer mit Bergblick gebucht. Und dieses befindet sich nun mal am oberen Ende der Lodge. So beziehen wir unser Zimmer im höchsten Reihenbungalow der Rinconcito Lodge.

Das Zimmer ist riesig und dazu richtig schön. Und die Aussicht über die Bäume hinweg ist traumhaft. Als einziges Manko stellt sich die Wasserversorgung heraus. Je höher die Zimmer liegen, desto weniger Druck ist auf der Leitung. Manchmal fällt das Wasser sogar ganz aus. In so einem Fall hilft ein Anruf bei der Rezeption und bald sind wir an die nächste Leitung umgehängt. Wo auch immer sie das Wasser in der dürren Gegend herholen? Zur Not könnten wir am Pool duschen, was jedoch nie vorkommt. Dafür liegen wir auf dem Balkon in der Hängematte und genießen die Ruhe.

Auf dem Hiking Trail der Rinconcito Lodge

Die Rinconcito Lodge hat einen eigenen Hiking Trail. Der Startpunkt befindet sich beim Pool, wo ein Schild in den Wald hinein weist. Ab dort ist die Wanderung knapp vier Kilometer lang. Entlang einem Bächlein verlassen wir das landwirtschaftliche Gebiet und gelangen so in den wasserarmen Wald. Natürlich gibt es auch hier eine schaukelnde Hängebrücke über eine Schlucht hinweg. Nach 500 Metern teilt sich dann der Waldpfad. Hier haben wir die Wahl zwischen Aussicht oder Wasserfall. Wir laufen erst einmal hinauf zur Aussicht. Es ist offensichtlich einer der Pfade für die Ausritte auf den Hotelpferden. Der Weg führt aus dem Wald hinaus in das trockene Buschland. Der Wind weht uns die Mützen vom Kopf. Ohne Schutz geht jedoch nicht, bei dieser sengenden Sonne.

Auf einem Hügel erreichen wir eine Plattform. Das scheint der Aussichtspunkt zu sein. Auf der einen Seite schauen wir über Windräder hinweg zum Vulkan Miravalles. Die andere Richtung lässt die verschiedenen Krater des Rincón de la Vieja vermuten. Sämtliche Gipfel der umliegenden Vulkane sind in dicke Wolken gehüllt. Es gleicht einem Wunder, dass es hier nicht regnet.

Wanderung zum Wasserfall

Wir steigen wieder hinab bis ans Wegekreuz. Da wir noch etwas Zeit bis zum Abendessen haben, wollen wir noch zum Wasserfall. Leider fehlt uns die Info über die Länge der Tour. Auch haben wir keinerlei Vorstellung von diesem Wasserfall. Das Rinnsal, dem wir entgegenlaufen, dämpft jedoch unsere Erwartung. Der Pfad durch den Wald verläuft über Wurzeln und Steine stetig bergauf. »Irgendwann müssen wir doch ein Rauschen hören?«, fragt Lars etwas skeptisch. Der Pfad zum Wasserfall ist in etwa 850 Meter lang. Diese kommen uns ewig vor. Schließlich aber erreichen wir ein nettes Wasserbecken im Wald. Von vielleicht anderthalb Metern Höhe fällt der Bach in dieses hinein. Das Becken wäre groß genug für ein paar Schwimmzüge. Doch die Sonne geht bald unter. Und wer weiß, was hier im Dunkeln alles rumläuft. Zudem fehlt uns die Taschenlampe. Wir belassen es daher bei einem Fußbad, bevor wir uns auf den Rückweg machen.

Essen im Restaurant

Die Rinconcito Lodge bietet einen richtig schönen Hiking Trail. Einziger Wermutstropfen ist, dass durch die Wanderung die Zeit für den Pool flöten geht. Wir verschieben dies auf morgen, im Anschluss an die Wanderung im Nationalpark Rincón de la Vieja. Jetzt heißt es erst einmal duschen und dann ab zum Abendessen. Das Essen in der Rinconcito Lodge ist ganz in Ordnung. Da es in dieser Abgeschiedenheit an Alternativen mangelt, sind wir zufrieden. Im Restaurant verbringen wir einen unterhaltsamen Abend, und das ist wichtig. Schaurig wird es dann nachts auf dem Weg zurück zum Zimmer. Bei einem der mittleren Bungalows leuchtet eine verdächtige Taschenlampe zum Eingang. Als wir dem nachgehen, entdecken wir den Kofferjungen von der Ankunft.

Schlangen bei den Bungalows

»¿Quieres ver una serpiente?«, ruft uns der Junge zu. Klar wollen wir eine Schlange sehen! In der Rabatte neben dem Zimmereingang schlängelt das Reptil zwischen den Blumen umher. Wie zum Kuckuck hat er bloß die Schlange gefunden? Ganz einfach: sie wärmt sich auf den warmen Platten vorm Eingang. Darum ist der Junge unterwegs und schaltet überall das Licht vor den Türen an. Das mögen sie nicht und hauen ab. Denn was die Hotels gar nicht mögen, sind von Schlangen gebissene Touristen. Dies ist eine Babyschlange. Sie ist so dünn wie mein kleiner Finger und misst gerade mal 30 Zentimeter. Trotzdem ist sie bereits hochgiftig.

Der Biss von einem ausgewachsenen Tier kann bei Menschen binnen zwei Stunden zum Tode führen. Bei diesem Jungtier blieben uns mit Glück vier Stunden. Aber kein Problem, in Liberia ist das Krankenhaus mit Gegengiften bestens gerüstet. Die Fahrt dorthin dauert eine gute Dreiviertelstunde. Allerdings sollte man im Falle eines Bisses wissen, was für eine Schlange das war. Leider fordert das Spanisch des Jungen meine gesamte Aufmerksamkeit, sodass ich mir den Namen des Tieres nicht merken kann. Dafür bekommt Lars gleich einen Anschiss, weil er nachts mit Sandalen herum läuft. Das ist hier im doppelten Sinne ein absolutes No-Go.

Die Rinconcito Lodge reiht sich ein in die Liste der Orte, an denen wir es auch gut länger aushalten könnten. Neben den Montezumastirnvögel, Papageien, Kolibris und Tukanen gibt es im Umfeld noch etliche weitere Vögel zum Beobachten. Die Abenteuermöglichkeiten mit Dschungel und Wasserfällen gehen weit über den Rincón-Park hinaus. Zuletzt bildet der Garten mit dem Hotelpool eine Wohlfühloase für erholsame Stunden zwischen den Touren.

Anfahrt und Anforderungen zum Wandertrail

Trail startet hinter dem Pool der Lodge.

AusgangspunkteRinconcito Lodge
KoordinatenN 10.73249, E -85.30105
Gehzeit1.50 Stunden (mit kürzeren Fotopausen)
Distanz3,9 km (hin und zurück)
An-/Abstiegeca. 100 HM 
GradT 3 (Weg ist in der Regenzeit sicherlich matschig.)
Einkehrkeine, nur bei der Lodge
BeschilderungEinige Wegschilder, Pfad zum Wasserfall gut zu finden, zum Aussichtspunkt weniger
gps-DatenWandertrail Rinconcito Lodge gpx
kml-DatenWandertrail Rinconcito Lodge kml

Wanderkarte Hikingtrail Catarata

Höhenprofil

Steigungsprofil