Wanderung durch die Burkhardklamm

Leichte Wanderung bei Ridnaun

Die Wanderung durch die Burkhardklamm ist die ideale Ergänzung zum Ausflug zur Bergbauwelt Ridnaun. Da die Tour direkt beim Parkplatz in Maiern am Talende startet, können wir das Auto einfach stehenlassen. Sowie wir auf dem Wanderweg 9 das Bergbaugelände passiert haben, überqueren wir Lazzacherbach (Rio di Lazzago) und halten uns beim Abzweig rechts.

Damit führt uns der Wanderweg kurz in die Nähe des Seebachs, beschreibt dann aber eine Linkskurve, sodass wir auf felsigem Untergrund durch den Wald laufen. Sowie wir uns erneut dem Seebach nähern, geben die Bäume den Blick auf mehrere kleinere Wasserstürze und Gumpen frei. Nach anderthalb Kilometern erreichen wir die Brücke am unteren Ende der Klamm.

Felsiger Aufstieg im unteren Teil der Burkhardklamm
Felsiges Bachbett im unteren Teil der Burkhardklamm

Für den Aufstieg überqueren wir die Brücke und biegen sogleich links ab. Der von Blaubeeren gesäumte Pfad schlängelt sich hier durch die zunehmend wilder werdende Felslandschaft. Nach fünf Minuten (ab der Brücke) haben wir den wildesten Teil der Burkhardklamm erreicht. Die Sicht in die enge Schlucht wird zwar durch Sträucher und Bäume beeinträchtigt. Wo immer die Gehölze fehlen, ist der Ausblick auf den wild rauschenden Bergbach dafür umso eindrücklicher.

Die Wege zur Burkhardklamm sind schön angelegt.
Weg durch die Wilde herbstliche Natur
Das Bachbett der Burkhardklamm im Nebel.

Zugleich zählt die Klamm zu den Wanderzielen in Südtirol, die sich bei diesigem oder - wie in unserem Fall - leicht regnerischen Wetter. Zum einen sind die Kontraste weniger stark als bei Sonnenschein, zum anderen leuchtet die Farben intensiver. So erfreuen wir selbst uns an den roten Früchten des Trauben- oder auch Bergholunders, die bis in den späten Herbst hinein und selbst beim ersten Schnee noch an den Sträuchern hängen.

Holzsteg mit Rutschsicherheit in der Burkhardklamm

Geschichte der Burkhardklamm

Die Erschließung der Burkhardklamm hängt maßgeblich mit dem wirtschaftlichen Aufschwung von Ridnaun im späten 19. Jahrhundert zusammen. Der Deutsch-Österreichische Alpenverein errichtete erste Schutzhütten in den Stubaier Alpen. Besonders engagiert für die touristische Entwicklung hat sich der Ridnauer Wirt Stefan Haller. Der Besitzer des »Wirtshauses zur Hütten« ließ 1899 einen Steig zu den Wasserfällen in der Klamm anlegen. Zusammen mit der Alpenvereinssektion Hannover wurde der Weg bis Aglsboden verlängert. Mit dem Ersten Weltkrieg endete die frühe touristische Phase. Wege und Brücken verfielen. Erst im Jahr 2005 erweckte der Tourismusverein Ratschings den einst als Trägerweg genutzten Pfad zu neuem Leben, sodass er heute leicht zu begehen ist.

Burkhardklamm dekoriert mit herbstlichen Beeren.
Steiniger Aufstieg in der Burkhardklamm.
Blick in die Schlucht der Burkhardklamm.

Wo sich weiter oben zwei Brücken über den Seebach spannen, verleihen ihnen der Nebel und die aufsteigende Gischt einen mystischen Hauch. Zuletzt lohnt sich die Tour bei eigentlich schlechtem Wetter auch deswegen, weil dann nur wenige Wanderer unterwegs sind und man sich mehr Zeit nimmt, um das Naturschauspiel auf sich wirken zu lassen. So finden wir es herrlich, von den beiden Brücken nach unten die engsten und wildesten Abschnitte der Burkhardklamm zu blicken, eh wir auf den Wasserfall direkt vor uns schauen.

Oberhalb des Wasserfalls fließt der Seebach wieder ruhiger, sodass wir gemütlich bis zur oberen Brücke gelangen. Dort wechseln wir erneut die Seite des Bachs und haben die Wahl: wer noch etwas weiter in die Stubaier Alpen vordringen möchte, kann gerne rechts abbiegen und auf dem Wanderweg 9 zur Aglsbodenalm wandern. Bis zu der Hütte sind es 900 Meter bei geringer Steigung. Die Aglsbodenalm selbst ist von Anfang Juni bis Ende Oktober geöffnet. Spezialität der ganztägig warmen Küche sind täglich frische Forellen. 

Auch der Abstieg von der Burkhardklamm ist steinig.

Für den Abstieg indes orientieren wir uns links, sodass wir den Wanderweg 9 in Richtung Maiern laufen. Nach wenigen Schritten (ca. 200m) lohnt es sich, links auf einen schmaleren Pfad zu wechseln. Auf diesem bewegen wir uns nochmals auf felsigen Terrain und können gegenüber dem Schotterweg zwei, drei weniger spektakuläre Kurven abkürzen.

Zurück bei der unteren Brücke haben wir erneut die Wahl: um direkt zurück nach Maiern zu kommen, bleiben wir rechts des Seebachs. In dem Fall geht es auf dem bereits bekannten Weg zurück zum Bergbaumuseum. Um nicht zweimal denselben Weg zu laufen, überqueren wir selbst den Seebach ein weiteres Mal und biegen rechts nach Maiern-Masseria ab.

Auf dem Rückweg - Burkhardklamm
Fliegenpilz bei der Burkhardklamm

Der hier breite Schotterweg ist wenig reizvoll. Im Herbst wachsen jedoch an einigen Stellen Fliegenpilze und Tintlinge. Wo der Weg nach etwa 1300 Metern eine S-Kurve beschreibt, zweigen wir rechts auf den leicht zu übersehenden Pfad. ab. Auf dem letzten Abschnitt der Wanderung führt uns dieser an moorigen Flächen und Feuchtwiesen vorbei in den Wald. Wo wir diesen weiter unten wieder verlassen, trennen uns nur noch wenige Meter von den Gebäuden von Ridnaun-Schneeberg und unserem Ausgangspunkt.

Hochmoor beim Abstieg von der Burkhardklamm.
Faltentintlinge in der Burkhardklamm.

Anfahrt und Anforderungen der Wanderung

Von der Brenner-Autobahn bei Sterzing auf die Passstraße SS44 Richtung Passeier-Tal abfahren. Nach dem Industriegebiet von Sterzing in Gasteig auf die LS/SP 36 nach Stange abbiegen. Der Bergstraße über Ridnaun bis zum Talschluss beim Bergbaumuseum Ridnaun-Schneeberg folgen.

Ausgangspunkt Parkplatz des Bergbaumuseums Ridnaun-Schneeberg (1.430 m)
Koordinaten N 46.92790, E 11.27200
Gehzeit 1.30 - 2 Stunden
Distanz 5,2 km
Anstiege ca. 350 HM
Grad T2
Einkehr Auf der Strecke gibt es keine Möglichkeiten zur Einkehr. Überwiegend einfache und regionale Gerichte bietet die gemütliche Knappenstube beim Bergbaumuseum von Ridnaun.
gps-Daten Wanderung Burkhardklamm gpx
kml-Daten Wanderung Burkhardklamm kml

Wanderkarte Burkhardklamm

Höhenprofil

Steigungsprofil

VG Wort