Wanderung rund um den Saxnerkamm

Start beim Parkplatz Römerkehre oberhalb der Jaufenstraße

Nebel auf dem Rinner Sattel

Durch die Lage unseres Hotels im Ratschingstal hatten wir eigentlich geplant, ab Bichl mit der Seilbahn Ratschings-Jaufen hoch in die Bergwelt zu schweben. Dort wollten wir dann zu unserer Rundwanderung um den Saxnerkamm starten. Leider aber ist die Sommersaison der Bahn bereits Anfang Oktober beendet. Anstelle des erhofften Spaziergangs zur Talstation sind wir also auf das Auto angewiesen. Die Fahrt führt uns bis zum Jaufensteg, ab dort über Burghof zur SS44 bzw. Jaufenstraße und über etliche Kurven und Kehren zur Enzianhütte direkt an der Passstraße. Gleich danach zweigen wir bei der (180-Grad) Römerkehre bzw. im Bereich der Bushaltestelle schließlich auf einen Schotterweg ab.

Zwei weitere Kehren führen uns hinauf zum Parkplatz an der Römerkehre. Dort erleben wir die bereits zweite Ernüchterung des Tages. Anstelle des erhofften Sonnenscheins ziehen auf der südlichen Seite des Saxnerkamms dichte Nebelwolken auf. Wären wir vom Passeiertal hier heraufgefahren, wir wären wohl sogleich umgekehrt. So aber wissen wir, dass auf der Nordseite des Gebirgszugs deutlich besseres Wetter herrscht. Leicht fröstelnd, aber optimistisch folgen wir dem Wanderweg 12A wenige Schritte in nordwestlicher Richtung bis zu einem kleinen See, biegen dann aber rechts ab und nehmen den Anstieg hoch zum Rinner Sattel. Bei dem Übergang treffen wir auf den Wanderweg 19.

bei der geschlossener Rinneralm
Beschneiungsteich nahe der Rinneralm

Rinner Sattel

Vor Ort weist uns außerdem ein Schild auf die Bedeutung des Wegs hin. Demnach war die als Rinner Sattel bekannte Jaufensenke jahrtausendelang der Übergang vom Ratschings- ins Passeiertal. Zugleich stellte der Übergang die kürzeste Verbindung zwischen dem Inntal und Wipptal mit dem mittleren Etschtal dar. Mit der Fertigstellung des Kuntersweges ins Eisacktal im Jahr 1314 büßte dieser Weg seine strategische und handelspolitische Bedeutung ein. Sowie wir geradeaus einen weiteren Gebirgssee passiert haben, gabelt sich der Wanderweg.

Wer die Runde abkürzen möchte, kann auf dem Weg Nr. 19 direkt zur Wasserfalleralm hinabsteigen. In zehn Minuten sollte diese erreicht sein. Wir indes biegen rechts ab, halten uns bei der nächsten Gabelung links und folgen dem Weg 13b erst in östlicher, dann in nordöstlicher Richtung zur Rinneralm. Während der Betriebszeiten der Seilbahn verwöhnt diese hungrige Wanderer mit einfachen und deftigen Gerichten. Zum Glück haben wir bereits ordentlich gefrühstückt. Denn außerhalb der Saison stehen wir somit vor geschlossenen Türen.

Aufstieg auf den Eichhörnchenturm

auf dem hölzernen Eichhörnchenturm
ganz oben auf dem Eichhörnchenturm

Ab der rustikalen Bergwirtschaft nutzen wir links den breiten Schotterweg. Inzwischen befinden wir uns unterhalb der herbstlichen Nebeldecke und erreichen erste Sonnenstrahlen die nun freundlich wirkende Landschaft. Vorbei an einem Beschneiungsteich kommen wir zu einer Station mit Infos über die hier oben lebenden Murmeltiere. Die Gänge, die der beliebte Nager baut, können bis zu 70 Meter lang sein und drei Meter in die Tiefe reichen. Angesichts des felsigen Untergrunds ist das eine immense Leistung.

Rund 300 Meter weiter nutzen wir den Fußweg am Bergrestaurant Rinneralm und einer Kneipp-Anlage vorbei zum Eichhörnchenturm. Dieser besteht aus mehreren verschachtelten Plattformen, die einem die verschiedenen Stockwerke des Waldes eröffnen. Eine schöne Idee, die das Verständnis für die Natur spielerisch fördert, eh man vom so genannten Penthaus des Turms in die Kronen und Wipfel der umliegenden Bäume blicken kann. Anschließend geht es auf demselben Weg zurück zum Bergrestaurant Rinneralm.

Murmeltier in der Nähe vom Eichhörnchenturm
Blick zum Saxnerkamm
Blick zum Mareiter Stein

Äußere und Innere Wumblsalm

Skilift auf dem Weg zur Wumblsalm
Wanderung um den Saxnerkamm

Als Nächstes passieren wir die Anfang Oktober ebenfalls geschlossene Waldhütte und folgen dem nun wieder ansteigenden Weg in Richtung Wasserfalleralm. Wer auf dem Fahrweg bleibt, trifft bei der Saxnerhütte auf den Weg 19B, auf dem es links zurück zum Parkplatz an der Römerkehre ginge. Wir indes wechseln noch unterhalb der Wasserfalleralm auf den Pfad (Weg 19A) zur Äußeren Wumblsalm. Dieser verläuft in etwa parallel zu den Höhenlinien und besitzt weiter westlich eine weitere Verbindung zur Saxnerhütte.

Rechts leicht bergab, kommen wir bald zu einem Rastplatz mit eigenwilligem Gipfelkreuz und fantastischer Aussicht über das Ratschingstal zum Mareiter Stein. Bei der Felskanzel schwenkt der Wanderweg wieder nach Westen, quert einen lichten Bergwald und führt schließlich über wieder offene Flächen zur Äußeren Wumblsalm. Auch sie besticht mit ihrer tollen Lage und herrlichen Aussicht über die umliegenden Berge. Da wir schon einige Zeit unterwegs sind, kommt die Hütte außerdem ganz gelegen für eine ausgiebige Rast.

überall kreuzt man kleine Bäche
Wandern rund um den Saxnerkamm
schöner Wanderweg um den Saxnerkamm

Bei der Äußeren Wumblsalm besteht die Möglichkeit, links auf dem Weg 10A über den Saxnerkamm zum Fleckner abzukürzen. Ansonsten wandern wir geradeaus weiter, überwinden einen kurzen Anstieg und erreichen einen weiteren schönen Aussichtspunkt. Ab dort führt der Pfad noch wenige Schritte direkt nach Westen, um dann leicht bergab einen weiten Rechtsbogen zu beschreiben. Kurz nachdem wir den Radererbach überquert haben, senkt sich der Weg zur Inneren Wumblsalm.

Aufstieg zum Schlotterjoch

Bücke auf dem Weg zum Schlotterjoch

Nach einer zweiten kurzen Rast wechseln wir links auf den Weg Nr. 10 zum Schlotterjoch. Damit ändert sich der Charakter der Wanderung. Waren die Steigungen bisher gut meistern, geht es nun umso steiler nach oben. So halten wir immer wieder kurz inne, um die tolle Sicht hinter uns zu genießen. Solange dies möglich ist. Denn mittlerweile schwappen auch hier Nebelschwaden über den Saxnerkamm. Beim Schlotterjoch angelangt, haben wir ab der Wumblsalm 400 Höhenmeter bewältigt - und sind erneut von Wolken umhüllt.

Entgegen unserer Hoffnung hat sich der Nebel südlich des Kamms leider nicht aufgelöst, sondern deutlich verdichtet. So biegen wir bei nur noch wenigen Metern Sichtweite links auf den Weg 12 ein und nehmen die nächsten 100 Höhenmeter zum Glaitner Joch. Im Gipfelkreuz steht mit verzierten Buchstaben Passeier. Tatsächlich liegen uns hier weite Teile des Passeiertals zu Füßen. Allein zu sehen ist davon absolut nichts. Stattdessen schlägt uns ein frostiger Wind um die Ohren. Es wird Zeit, die Jacke ein wenig fester zuzuziehen.

Wasserfall vor dem Schlotterjoch
Wegkreuz auf dem Schlotterjoch
beim Schlotterjoch kreuzen sich mehrere Wanderwege

Die technisch schwierigere Passage über den Saxner und den Fleckner sparen wir uns und wechseln vorsichtshalber auf den Wanderweg 12A. Weil dieser weiter unten am Berg verläuft, reicht die Sicht ein paar Meter weiter und ist außerdem die Gefahr, auf einen blinden Trampelpfad zu geraten, geringer. Immerhin lässt sich der letzte Abschnitt so relativ flott zu bewältigen, sodass schon bald die Fleckernerhütte am Jaufenpass vor uns auftaucht. Ab dort trennen uns noch 900 Meter oder knapp 20 Minuten bis zurück zu unserem Ausgangspunkt am Parkplatz an der Römerkehre. Von der Kammwanderung hatten wir uns natürlich mehr versprochen. Zumindest bis zur Inneren Wumblsalm aber hatten wir eine abwechslungs- und aussichtsreiche Runde, sodass wir doch zufrieden auf einen schönen Wandertag zurückblicken können.

Laut der Schrift im Kreuz ginge der Blick ins Passeiertal
aber auch auf der Passeier Seite ist es neblig
Kuhfladenpilze

Video zur Wanderung um den Saxnerkamm in Südtirol

Eindrücke einer Tageswanderung rund um den Saxnerkamm in Südtirol. Nach viel Sonne auf der Nordseite geht es südlich des Kamms durch den Nebel zurück.

Anfahrt und Anforderungen der Wanderung

Die Anfahrt erfolgt über die Passstraße SS44 von Sterzing ins Passeier-Tal. Südlich vom Jaufenpass bzw. ca. 300 m unterhalb der Enzianghütte zweigt ein schmaler Schotterweg rechts von der SS44 ab. Von unten sieht es nicht unbedingt so aus, als gäbe es oben Parkmöglichkeiten. Nach zwei Kehren und einer längeren Rechtskurve aber ist der Wanderparkplatz doch schon erreicht.

Ausgangspunkt Wanderparkplatz oh. der Passstraße (2.000 m)
Koordinaten N 46.83820, E 11.29620
Gehzeit 6 Stunden
Distanz 14,7 km
Anstiege ca. 750 HM
höchster Punkt Glaitner Hochjoch (2389 m)
Grad T2-3 (Kondition beim Aufstieg zum Schlotterhoch)
Einkehr Einkehrmöglichkeiten bestehen bei der Rinneralm, der Waldhütte, der Wasserfäller Alm, Saxnerhütte und Flecknerhütte. Nahe dem Ausgangspunkt befindet sich mit der Enzianhütte. Diese ist im Herbst auch dann noch geöffnet, wenn die meisten Bergwirtschaften bereits geschlossen haben.
gps-Daten Wanderung Saxnerkamm gpx
kml-Daten Wanderung Saxnerkamm kml

Wanderkarte Saxnerkamm

Höhenprofil

Steigungsprofil

VG Wort