Morne Seychellois Nationalpark

im Hochgebirge von Mahé

Der Tag nach unserer Ankunft auf Mahé beginnt früh, ausgesprochen. Um nicht zu sagen, noch bevor es in der Lazare Lodge offiziell Frühstück gibt. Weil wir das Personal aber extra bei Creole Travel haben anrufen und fragen lassen, ob der Ausflug wie gewünscht klappt, richten sie uns am nächsten Morgen zumindest ein kleines Frühstück mit frischem Obst,

Tee und wenigen Scheiben Toast mit Butter, Käse und Marmelade. Na, das ist doch besser als nichts. Als unser Fahrer auf die Minute pünktlich bei der Lodge erscheint, läuft ihm eine der Angestellten sogar entgegen, um ihn zu bitten, fünf Minuten auf uns zu warten, bevor es los geht, in den Morne Seychellois Nationalpark.

Fahrt in die Berge
Ausflugsbusse von Creole Travel

Eigentlich hassen wir so etwas ja. Aber weil unsere Lodge absolut abseits liegt, sind wir die ersten Gäste, die er mit dem Bus abholen muss. So schiebt zumindest niemand im Bus Frust und ihm scheint die unverhoffte Pause so früh am Morgen recht zu sein. Was uns etwas wundert: wir bleiben fast die ganze Fahrt über die einzigen im Bus.

Erst, als wir uns schon im Einzugsgebiet von Victoria befinden, biegt er rechts ab, um zwei weitere Urlauber auf Eden-Island abzuholen. Die dann natürlich auch nicht ganz pünktlich sind und doch rechtzeitig, dass wir in Victoria immer noch ein paar Minuten warten müssen, bis dann endlich alle Teilnehmer am Ausflug eingetroffen sind.

Palme an der Anse Takamaka
Aussicht nach Sainte Anne

Genug der Anfahrt, heute haben wir noch einmal volles Programm mit einem Stadtrundgang in der Hauptstadt Victoria, einer Fahrt quer durch die Berge in den Morne Seychellois Nationalpark bis rüber an die Westküste und von dort weiter in den Süden Mahés.

Mit anderen Worten: Nach der langen Fahrt bis zum Treffpunkt geht es für uns in mehreren Etappen wieder dorthin, wo wir in der Morgendämmerung aufgebrochen sind.

natürlich, eine Schildkröte
Baie Lazare

Etliche Serpentinen in den Morne Seychellois Nationalpark

Auf der Fahrt in die Berge halten wir über der Hauptstadt Victoria an einer Stelle, bei der sich sowohl die Stadt als auch die industriell geschaffene Insel Eden-Island und der Sainte Anne Marine National Park gut überblicken lassen. Auf dem Bild gibt es zwar nicht so viel her, sein Blick über die Landschaft und den Meerespark schweifen zu lassen, aber hat was.

im Morne Seychellois Nationalpark
mal wieder eine uns unbekannte Pflanze

Danach geht es über etliche Serpentinen immer höher in die Bergwelt von Mahé. Dank dem nachts immer noch regnerischen Wetter wird es zugleich zunehmend ungemütlicher am Himmel und sind die Gipfel der höchsten Berge auf Mahé in den Wolken verschwunden. Umso besser wird dafür Nathalies Laune bzw. desto bunter ihre Fantasie.

Sie behauptet, dass es im Nationalpark Affen und Gorillas auf den Bäumen zu sehen gäbe, dass dort Elefanten und Zebras und Giraffen herumlaufen und und und. Bis schließlich auch der letzte im Bus merkt, dass sie das Blaue vom verhangenen Himmel lügt.

Wasserfall im Morne Seychellois Nationalpark
Achtung, giftig!
Seychellen-Bülbül auf einer Jackfrucht

Richtig ist, dass der Morne Seychellois Nationalpark ein Naturschutzgebiet im Herzen Mahés ist, in dem oberhalb von rund 600 Meter keine Eingriffe mehr in die Natur erlaubt sind. Mit einer Fläche von 3.045 Hektar oder etwa zehn mal vier Kilometer ist er das größte Naturschutzgebiet auf den Seychellen.

In dieser, durch ihre unzähligen endemischen Pflanzen und Tiere einzigartigen Bergwelt finden sich die schönsten Wandertouren auf Mahé. Wenn wir nur die Zeit dafür hätten. Leider aber reicht das Programm nur für einen Abstecher in den westlichen Teil des Nationalparks.

Panorama von Mahes Westküste

Dort angekommen, warnt uns Nathalie vor einer weiß blühenden Pflanze: »Wenn Sie die Blüten berühren, müssen Sie die Hände waschen, da sie giftig ist.« Nun gut, da beobachten wir doch lieber einen Seychellen-Bülbül, wie er eine Jackfrucht bearbeitet. Im Anschluss daran gehen wir noch bis zu einer Hangkante, von der wir eine gute Sicht über weite Teile der Westküste Mahés haben, bevor es zurück in den Bus und weiter zum nächsten Programmpunkt geht.

Teefabrik im Morne Seychellois Nationalpark

Seychelles Tea & Coffee Companie

Teeplantage im Morne Seychellois Nationalpark
Sternfrucht auf Mahé

Eine kleine Überraschung ist für mich der nächste Stopp bei einer Teeplantage. Klar weiß ich, dass im tropischen Hochland Tee gut gedeiht. Auf den Seychellen, die an sich ja nicht für ihre großen landwirtschaftlichen Flächen bekannt sind, hatte ich damit aber nicht gerechnet.

Wobei, allzu groß ist die Anbaufläche im Morne Seychellois Nationalpark nun auch wieder nicht. So gibt es nur eine Teefabrik und reicht die Ernte grade mal für den Eigenbedarf auf den verschiedenen Inseln.

Trocknen der Teeblätter
leider weiß ich nicht, wofür diese Maschine ist
Packstation

Bevor es in die Fabrik geht, führt uns Nathalie zu einem Busch. Es ist eine Karambole, bei uns als Sternfrucht bekannt. Im Unterschied zu den Früchten, die es in deutschen Supermärkten zu kaufen gibt, haben die Früchte einen angenehmen Eigengeschmack. In den Fabrikräumen angekommen, erklärt Nathalie, wozu die verschiedenen Maschinen dienen und wie der Tee,

angefangen bei der Ernte der jeweils oberen drei Blätter, über das Welken und Rollen bis hin zum Fermentieren, verarbeitet wird. Im letzten Arbeitsschritt schließlich wird der fertige Tee in Tüten oder Filterkammern abgefüllt und für den Verkauf verpackt.

Förderbänder des fast fertigen Tees
fertig für den Verkauf

Im Anschluss an den Rundgang bekommen wir Gelegenheit zur Teeprobe. Und an der sieht man wirklich, dass die Seychellois mit ihrem Tee haushalten müssen. Denn im Gegensatz zu den Teeplantagen auf Sri Lanka muss man hier für das Kännchen Tee zahlen. Da es im Vorraum der Teestube möglich ist, Tee zu wirklich günstigen Konditionen zu kaufen, kann uns das aber nicht stören.

Teeverkostung auf Mahé
Teestube

Vorletzter Stopp unseres Tagesausflugs ist ein Craft Center. Neben einer T-Shirt-Druckerei sehen wir, wie bemalte Holzfische und weitere Souvenirs entstehen. Natürlich wird im Laden des Craft Centers, nachdem alle Teilnehmer von der hohen Qualität und Einzigartigkeit überzeugt wurden, auch gleich alles zum Kauf feil geboten.

Da die Preise im Vergleich zu denen auf dem Markt recht hoch sind und wir andere Mitbringsel für daheim im Kopf haben, verzichten wir allerdings und freuen uns stattdessen auf den letzten Stopp des Ausflugs an der Anse Takamaka.

VG Wort