Wanderung auf den Nid d'Aigle

Das Adlernest, der höchste Berg von La Digue

Der Nid d'Aigle bildet die höchste Erhebung von La Digue. Im Deutschen heißt der Berg Nest des Adlers oder einfach nur Adlernest. Der Name rührt daher, dass man von dort weite Teile der Insel überblicken kann. Wobei man allerdings groß gewachsen sein sollte, um die Sträucher auf dem Gipfel zu überragen.

Video Wanderung auf den Nid d'Aigle auf La Digue

Eindrücke vom Aufstieg auf den Nid d'Aigle, dem Adlernest und höchsten Punkt auf der Seychellen-Insel La Digue.

Erster Ausflug nach der Ankunft

Weil uns nach der Ankunft auf La Digue reichlich Zeit für den ersten Tag auf der Insel und der Himmel nach etwas Sonne überwiegend bedeckt bleibt, entschließen wir uns zur Wanderung auf den Nid d'Aigle. »Dann haben wir es hinter uns«, überzeuge ich Annette, obwohl ihr noch die Spaziergänge zur Anse Georgette, über Curieuse und an der Anse Volbert in den Beinen stecken. Nun also geht es hoch zum Adlernest.

Ein Vorteil vom Rising Sun Guesthouse ist, dass direkt am Hotel einer der Wege zum Nid d'Aigle vorbei führt. So brauchen wir nur ein paar Minuten, bis wir den ersten Wegweiser entdecken. 2,4 Kilometer? Pah, das machen wir doch mit links! Schließlich ist der Berg gerade mal 333 Meter hoch. So wie wir denken wahrscheinlich die meisten Urlauber auf La Digue - und ganz besonders die Radfahrer.

Schweißtreibender Aufstieg zum Café Belle Vue

Doch die Kombination von (fast) 333 Höhenmetern auf 2,4 Kilometer bei feuchtwarmer Luft hat es echt in sich. Am besten sieht man das daran, dass zwischen dem Abzweig zu der Ostküste und dem Café Belle Vue fast alle Fahrräder zurückgelassen werden. Die meisten Leute nehmen den letzten Aufstieg zum Adlernest zu Fuß in Angriff.

Auch uns rinnt der Schweiß bald von der Stirn, klebt das T-Shirt am Rücken und die Zunge am Gaumen. Allesamt Umstände, die dem Belle Vue einen gesicherten Getränkeumsatz bescheren. Hoch oben am Berg kommt einem das kleine Restaurant und Café wie eine Oase vor, die man so schnell nicht wieder verlassen möchte. Tatsächlich ist das Café Belle Vue für seine schöne Sicht auf den Sonnenuntergang bekannt. Wir indes genießen lieber zwei große Gläser frisch gepressten Mango-Saft, bevor wir auf der anderen Seite des Restaurants den Gipfel in Angriff nehmen.

Was macht die Schildkröte auf dem Nid d'Aigle?

Was, bitte, macht eine Riesenschildkröte oben auf dem Berg? Wir können unseren Augen kaum glauben, aber knapp unterhalb des Gipfels treffen wir eine Schildkröte, die gemächlich ihre Bahn nach oben zieht. Kann man sich so böse verlaufen?

Oder ist es ein ganz ausgebufftes Tier, das hier oben konkurrenzlos Blätter und Früchte sucht, ohne von seinen Artgenossen behelligt zu werden? Fragen über Fragen. Wie auch die nach dem Gipfel des Nid d'Aigle und seine genaue Lage?

Als wir das erste Mal eine Anhöhe erreichen, sind wir vom Ausblick enttäuscht. Denn rund herum stehen hohe Büsche, welche uns die Sicht versperren. Erst, nachdem wir ein wieder paar Schritte bergab gelaufen sind, bemerken wir, dass es noch zwei weitere Gipfel auf dem Nid d'Aigle gibt.

Da diese von der höheren Vegetation befreit sind, eröffnet sich uns also doch noch die herrliche Aussicht über die weiter östlich gelegenen Insel Félicité und Marianne sowie nach Round Island und Praslin im Westen. In der Ferne, fast im Dunst versunken, können wir sogar die Hauptinsel Mahé erkennen.

Abstieg über den Jungle-Pfad

Den gesamten Bergrücken abgelatscht, entschließen wir uns, auf dem Dschungelpfad zurück nach La Passe zu laufen. Eine schlechte Entscheidung. Auf den ersten Metern ist der Weg zwar noch gut zu erkennen. So, wie es weiter in den Hang hineingeht, aber hängen etliche Spinnennetze über den Weg.

Um Annettes Phobie zu besänftigen und die harmlosen Tiere möglichst zu schonen, pack’ ich die Netze an zwei, drei der stabilen Fäden und hänge sie an den nächsten Busch beiseite. Weitaus schwieriger sind jedoch die abschüssigen, feuchten und damit rutschigen Stellen.

Natürlich haben wir aus dem Dickicht wieder herausgefunden. Bis wir aus einer Art grünem Loch zurück auf eine befestigte Straße gefallen sind, aber mussten wir einige Male rätseln, wo der Weg verläuft. Leider nämlich löst sich der Weg im unteren Teil des Hangs in verschiedene Pfade und Sackgassen auf.

Da das Gelände bei Nässe außerdem Trittsicherheit und freie Hände benötigt, um auch mal einen Absturz zwischen zwei Felsen gefahrlos zu meistern, habe ich aufs Fotografieren verzichtet. Von Annettes Ausrutscher und Plumps auf dem feuchten Laub können wir daher nur erzählen...

Karte zur Wanderung zum Adlernest

Höhenprofil

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