Im Badeort Los Cancajos

Eine Retortenstadt für Urlauber auf La Palma

Los Cancajos - Eine Retortenstadt für Urlauber auf La Palma
Ein Regenbogen über dem Atlantik

Der Badeort Los Cancajos befindet sich zwischen dem Flughafen von La Palma und der Hauptstadt Santa Cruz. Hotels, Apartmenthäuser, Restaurants und Supermärkte bestimmen das Ortsbild. An einem etwas längerem Abschnitt bildet feiner schwarzer Sand einen Strand. Daneben bremsen bizarre Felsen aus Lavagestein die tosenden Wellen des Atlantiks.

Neben Puerto Naos ist Los Cancajos das Haupttouristenziel der Insel. Es ist eine kleine Retortenstadt für Urlauber, fast typisch für die Kanarischen Inseln. Allerdings wirkt der Ort ruhiger und familiärer als wir es etwa von Costa Teguise auf Lanzarote kennen.

Eine Aussichtsplattform über Los Cancajos
Der Blick auf die Feriensiedlung Los Cancajos

Wer auf La Palma ausspannen und abschalten möchte, ist in Los Cancajos gut aufgehoben. Ein kleines Manko ist vielleicht die Nähe zum Flughafen. Man könnte fast schon mit den Koffern zum Terminal laufen. Auch ist die Start- und Landebahn zum Badeort hin ausgerichtet. Zu unserem Glück hält sich der Fluglärm jedoch in engen Grenzen.

Dies kann aber auch daran liegen kann, dass während unseres Aufenthalts nur wenige größere Urlaubsmaschinen kommen und gehen. Lediglich die Inselhopper fliegen gelegentlich über uns hinweg. Da wir tagsüber meistens unterwegs sind, fallen uns aber auch diese kaum auf.

Spaziergang entlang der Uferpromenade

Anne bei der Uferpromenade von Los Cancajos

Die Uferpromenade von Los Cancajos ist richtig hübsch gestaltet. Wir schlendern gerne am Meer entlang, genießen den Sonnenuntergang oder beobachten Regenbogen, die sich oft über Santa Cruz bilden. Zu Fuß wäre es gut eine Stunde bis ins Zentrum der Hauptstadt. Doch da gibt es deutlich schönere Touren auf der Insel. Zumal der Weg an einer Raffinerie und dem Hochseehafen vorbeiführt. Dort legen auch die Kreuzfahrtschiffe an, wenn sie unterwegs sind.

Der schwarze Badestrand von Los Cancajos ist künstlich aufgeschüttet. Während Costa Teguise auf einem kargen Küstenabschnitt entstand, gab es hier bis in die 1970er Jahre ein kleines Fischerdorf. Mit der Anlage des Strandes sollte der Tourismus gefördert werden. Los Cancajos wuchs um eine Vielzahl von Hotels und Apartmenthäusern. Im kleinen Ortskern finden sich heute Kneipen, Läden und Restaurants.

Beim Strand von Los Cancajos
Anne bei den Resten der Salinen von Los Cancajos

Die Salinen von Los Cancajos

In Richtung des Flughafens treffen wir auf die Salinen von Los Cancajos. Es sind die ältesten Anlagen zur Salzgewinnung von La Palma. Die Klippen zum Meer sind hier sehr niedrig. Damit war es möglich, das Meerwasser mit Hilfe von einem Windrad in die Salzpfannen zu pumpen. Im Jahr 1815 nahm die Familie Fierro den Betrieb der Saline auf. Bei Windflaute spannten sie ein Kamel ein, welches ein großes Schöpfrad zur Wasserförderung antrieb.

Kamele auf den Kanaren? In den Feuerbergen von Lanzarote haben wir die Dromedare gesehen, welche früher als Zug- und Lasttiere auf den Inseln dienten. Seit den 1960er Jahren liegen die Salinen von Los Cancajos still. Am Küstenwanderweg sind aber noch die Salzbecken auf der Land- und die Baukörper der Windpumpen auf der Meeresseite zu finden. Die Saline ist von der UNESCO als schutzwürdig anerkannt. Leider ist das Museum geschlossen. Wer Salinen besichtigen will, findet weitaus größere beim Faro de Fuencaliente, am Südzipfel von La Palma.

Hübsche Häuser und Dattelpalmen bei Los Cancajos
In den Straßen von Los Cancajos

All-inclusive im H10 Taburiente Playa

Bereits beim vorangegangenen Weihnachtsurlaub stand das H10 Taburiente Playa in unserer engeren Wahl. Gelockt hatten uns damals die guten Möglichkeiten zum Tanzen am Abend. Wegen des relativ hohen Preises zum Jahreswechsel hatten wir uns jedoch für das Labranda Alyssa auf Lanzarote entschieden. Elf Monate später ist alles anders. Die Preise liegen am Boden. Trotzdem zählt das riesige Hotel nur wenige Gäste.

Wir gönnen uns eine Suite mit Meerblick im Nebenhaus. Zu guter Letzt überzeugt uns das All-inclusive-Angebot. Auf den Tag gerechnet entspricht der Aufpreis zur Halbpension etwa zwei Cappuccini und einem Tischgetränk am Abend. Als kleines Dankeschön lassen wir gerne einiges an Trinkgeld beim Personal liegen. Von irgendetwas müssen die schließlich auch leben!

Piña Colada in der Bar des H10 Taburiente Playa
Noch ein leckerer Cocktail im H10 Taburiente Playa
Eine wunderbare Zeit im H10 Taburiente Playa

Eine wunderbare Zeit im H10 Taburiente Playa

Trotz der Umstände verbringen wir im H10 Taburiente Playa eine wunderbare Zeit. Das Personal ist äußerst freundlich und das Essen gut. Zum Abendessen gibt es einen guten roten Rioja, auch für die All-inclusive-Gäste. Die Cocktails werden aus Markenprodukten gemixt und werden wunderschön drapiert. Unser Kaffee zum Mittag stammt aus einer Siebträgermaschine.

Toll ist natürlich, dass es keinen Wettlauf um die besten Plätze gibt, weder beim Essen noch am Pool. Dafür sind schlichtweg zu wenig Gäste im Hotel. Einen Wermutstropfen jedoch gibt es: wir können nicht tanzen! Aber dafür kann das Hotel nichts. Auch auf La Palma muss man die staatlichen Bestimmungen befolgen.

Poolanlage beim Hotel H10 Taburiente Playa
Ein Regenbogen über dem Pool

Der Badeort Los Cancajos und das H10 Taburiente Playa stellen sich für uns als eine gute Wahl heraus. Durch den Mietwagen sind wir flexibel. Und auch im Ort und im Hotel sind wir bestens versorgt. Um Abstand zu halten, hatten wir zuerst überlegt, einen Bungalow irgendwo im Gebirge zu buchen. Vor Ort müssen wir jedoch feststellen, dass es mit dem Essen gehen zur Zeit gar nicht so einfach ist.

Überall muss reserviert werden und abends ist alles geschlossen. Alternativ dazu hätten wir uns selbst versorgen können. Lebensmittelläden gibt es auf der Insel genug. Aber den ganzen Tag wandern, dann kochen und später noch Geschirr waschen? Das ist nicht unser Ding. Hier können wir es uns gut gehen lassen. Es ist eine gelungene Entschädigung für viele Entbehrungen in einer seltsamen Zeit.

Sonnenaufgang bei Los Cancajos
Der Vollmond über dem Atlantik