Eine Runde an der Cumbrecita

Wunderschöne Kurzwanderung als idealer Einstieg

Unser Flug erreicht die Insel La Palma pünktlich zur Mittagszeit. Noch vor den Koffern sind alle Formalitäten für den Mietwagen erledigt. Und durch die Nähe des H10 Taburiente Playa sitzen wir schon kurz darauf beim Mittagstisch und schmieden Pläne. Bis zum Aussichtspunkt La Cumbrecita ist es eine halbe Stunde Fahrzeit.

Unser Gedanke, nach der Ankunft erst einmal zu entspannen, ist schnell verflogen. Das Wetter ist zu schön um herumzusitzen. Zudem hat Lars ein neues Motto: »Wenn sich die Möglichkeit ergibt, dann nutze sie!« Dies haben uns die vorangegangenen Wochen und Monate gelehrt.

La Cumbrecita | Ein Aussichtspunkt am Kraterrand
Ein Gipfel an der Cumbrecita

Begrenzter Zugang zur Cumbrecita

Nun stehen wir leider vor der Bredouille, dass der Zugang zur Cumbrecita begrenzt ist. Wer dorthin will, braucht eine Anmeldung. Und diese fehlt uns bislang. Kurz nach dem Mittagessen sitzen wir somit auf unserem Balkon und wollen schauen, ob für den Nachmittag noch Zeiten verfügbar sind.

Doch irgendwie funktioniert die Seite der Spanischen Nationalparks nicht. Termine sind zwar ausreichend vorhanden, aber nicht buchbar. Wir wechseln die Spracheinstellung von Deutsch auf Französisch, dann auf Englisch. Voilà, auf einmal klappt es und wir können in bereits einer Stunde einen Termin einloggen.

Begrenzter Zugang zur Cumbrecita mangels Parkmöglichkeiten
Pinien am Mirador de la Cumbrecita

Die Anfahrt führt von der Küste hinauf nach El Paso. Kurz vor dem Ort zweigen wir in den Parque Nacional ab. Durch landwirtschaftliche Flächen geht es immer dem Kraterrand des Taburiente entgegen. Nach gut einem Kilometer nehmen wir die nächste Abzweigung zum Aussichtspunkt La Cumbrecita. Wir sind alleine auf der Straße, die sich bald deutlich verjüngt.

Sie führt in den wunderschönen Pinienwald der äußeren Caldera. Nach wenigen hundert Metern erreichen wir das Info-Häuschen der Parkverwaltung zur Cumbrecita. Die Wärterin lacht freundlich und winkt uns sogleich durch. Auch hier gibt es kaum Touristen. Den Aufwand mit der Anmeldung hätten wir uns sparen können.

Zufahrt zum Mirador de la Cumbrecita
Am Wanderparkplatz La Cumbrecita
Schöne Wanderwege beim Aussichtspunkt La Cumbrecita

Die Passhöhe zwischen Caldera und Cumbre Nueva

Kurvig führt die Straße weiter bergan. Links und rechts ragen Kiefern in den Himmel. Sie stehen auf grob-felsigem Untergrund, dem hier vorherrschenden Lavagestein. Bei der Passhöhe zwischen der Caldera und Cumbre Nueva endet die Fahrt.

Ein relativ kleiner Parkplatz erklärt nun auch die Zugangsbegrenzung. Stau hier hinten wäre ungünstig. Uns kann es gleich sein. Wir genießen die Aussicht, die unter einem strahlend blauem Himmel einfach genial ist.

Kiefern so weit das Auge reicht
Die Wanderwege sind gut ausgeschildert

Wir blicken zurück auf die Cumbre Nueva, also in die Richtung, aus der wir angereist sind. Nirgends sonst auf La Palma sind die unterschiedlichen Klima- und Vegetationszonen so gut zu beobachten wir hier. In der trockenen Zone auf Meereshöhe wachsen Feigenkakteen.

Darüber folgt die mildere Zone mit dem Obst- und Gemüseanbau. An den Hängen wachsen Kastanien, Erika und verschiedene Lorbeerarten. Oben schließlich finden wir die lichten Pinienwälder, welche auch die Passhöhe der Cumbrecita umgeben.

Der Weg zum Mirador de los Roques
Anne beim Mirador de los Roques
La Cumbrecita - wunderschöne Aussichten

Zur anderen Seite öffnet sich uns der wohl schönste Blick in den Kessel der Caldera de Taburiente. Wir stehen mitten im Kreis der bis zu 2426 Meter hohen, steil aufragenden Kraterwände. Unter uns befindet sich der riesige Vulkanschlund.

Es ist eher Zufall, dass wir ausgerechnet zur besten Zeit hier oben sind. Die Sonne scheint spätnachmittags wunderschön in den Krater hinein, sodass dieser perfekt ausgeleuchtet ist. Damit finden wir ideale Bedingungen für eine kleine Abendrunde.

Infos zu den Waldbränden bei La Cumbrecita
Kiefern - Überlebenskünstler bei Waldbränden

Waldbrände und Sturmschäden setzen den Wanderwegen zu

Beim Parkplatz gibt es ein Informationshäuschen. Hier hängen mehrere Wanderkarten. Einige der Touren sind gesperrt. Immer wieder ereignen sich Waldbrände oder kommt es zu Sturmschäden. Dadurch ist so manch ein Weg unpassierbar.

Wer etwa von hier oben in den Krater hinein zum Campingplatz will, hat Pech gehabt. Auch die Tour zum Mirador de La Cancelita im Süden der Insel ist gesperrt. Unsere Runde zu zwei Aussichtspunkten geht zum Glück wunderbar und reicht auch für den Anfang.

Mirador de los Roques
Blick in den Kessel der Caldera de Taburiente

Zum Mirador de los Roques

Vorbei am Parkplatz führen mehrere Kehren eines Waldpfades nach unten. Bald zweigt der Weg zum »lugar de acapada«, dem Campingplatz im Krater, ab. Wir indes gehen geradeaus und folgen dem Schild zum Mirador de los Roques. Nach 100 Meter erreichen wir den Abzweig rechts zum Aussichtspunkt. Wir folgen diesem entlang einer Mauer. Der Weg ist ordentlich ausgebaut.

Der Abstecher endet bei der Plattform des Mirador de los Roques. Die Aussicht auf den Krater des Taburiente ist absolut herrlich. Für einen der nächsten Tage haben wir eine Tour hinab zum Katergrund geplant. Wir versuchen, den Ausgangspunkt an der Steilwand gegenüber auszumachen. Es ist unmöglich, zumal wir das erste Mal vor diesem gewaltigen Bergkessel stehen.

Der Blick in den riesigen Kraterkessel
Lars und Anne beim Mirador de los Roques

Durch den Kiefernwald zum Mirador Lomo de las Chozas

Nachdem wir uns satt geschaut haben, laufen wir den Abstecher wieder zurück und folgen beim Abzweig dem Weg nach rechts. Der Pfad windet sich hier durch den Kiefernwald, knapp anderthalb Kilometer immer am Hang entlang. Hier ist das Gelände teilweise ein wenig abschüssig und bei schlechter Witterung sicherlich auch rutschig. Kleine Holzbrücken überqueren schmale Schluchten. Nach einen Zwischenaufstieg erreichen wir einen breiten Forstweg. Rechts führt dieser zum nahen Mirador Lomo de las Chozas.

Der Weg zum Mirador Lomo de las Chozas
Oberer Mirador Lomo de las Chozas

Der Mirador Lomo de las Chozas besteht aus zwei Ebenen. Die obere Ebene ist eine Art befestigte Rampe. Sie ist einfach zu erreichen und wird gerne besucht, zumal der Forstweg dorthin eine bequeme Verbindung vom Parkplatz Cumbrecita ermöglicht.

Deutlich spektakulärer freilich ist die untere Ebene, zu der ein felsiger Weg hinabführt. Über die leuchtend grünen Kiefern hinweg blicken wir dort erneut in den gewaltigen Krater.

Der untere Mirador Lomo de las Chozas
Mirador Lomo de las Chozas - grandiose Aussicht
Rückweg zur La Cumbrecita

Für den anschließenden Rückweg zum Parkplatz nutzen wir den Forstweg. Mehrere Tafeln informieren über die Pflanzen- und Tierwelt an der Cumbrecita. Einige erläutern die Phasen der Regenerierung des Waldes nach den hier häufigen Waldbränden.

So erleben wir gleich zum Auftakt auf der Insel eine aussichtsreiche und zugleich interessante Wanderung. Einen Ausflug hierher sollte sich kein La-Palma-Urlauber entgehen lassen.

Tourinfos zur Kurzwanderung am Kraterrand

Die Anfahrt erfolgt über die LP-3 nach El Paso. Die LP-302 führt hinein in den Parque Nacional. Der Aussichtspunkt La Cumbrecita ist gut ausgeschildert.

Die Kurzwanderung verläuft auf einfachen Wegen durch den herrlichen Kiefernwald. Sie ist für jeden gut machbar.

AusgangspunktParkplatz La Cumbrecita (nur mit Voranmeldung bei der Parkverwaltung)
KoordinatenN 28.69729, E -17.85695
Gehzeit1 Stunde (reine Gehzeit)
Distanz3,2 km
Anstiege75 HM
GradT2
Einkehrkeine
gps-DatenWanderung La Cumbrecita gpx
kml-DatenWanderung La Cumbrecita kml

Wanderkarte zur Kurzwanderung La Cumbrecita

Höhenprofil

Steigungsprofil