Von La Zarza in die Caldera de Agua

Wanderung durch den Urwald einer Schlucht

Erst hoch hinauf und dann quer über die Insel. Die Fahrt zur Caldera de Agua bei La Zarza lässt nichts aus. Kurve um Kurve quält sich unser Mietwagen die Caldera de Taburiente hinauf. Am höchsten Punkt der Route befinden wir uns 2400 Meter über dem Atlantik. Auf dem Dach von La Palma herrscht eisige Kälte. Vor uns glitzern die gewaltigen Spiegel der MAGIC-Teleskope in der Sonne.

Wir passieren das Observatorium des Roque de los Muchachos, einen der weltweit größten Alien-Beobachtungsposten. Gut, vielleicht werden auch nur benachbarte Sterne und Schwarze Löcher observiert. Die Anlage ist auf jeden Fall eindrucksvoll. Wir verschieben die Besichtigung auf einen anderen Tag. Somit geht es auf der anderen Seite des Bergs wieder hinab bis zur Caldera de Agua.

Ein Steinkopf beim Barranco La Zarza

Nach gut anderthalb Stunden Fahrt ab Los Cancachos erreichen wir den Parkplatz des Infozentrums Parque Cultural La Zarza. Die Einfahrt befindet sich gegenüber eines gewaltigen Steinkopfes, der das Geschehen auf der Landstraße beobachtet. Das kleine Museum ist bei unserer Ankunft leider geschlossen.

Dahinter geht es in die Schlucht La Zarza. Dort sind einige Petroglyphen, also Felszeichnungen der Urbevölkerung, zu finden. Wir jedoch folgen dem Wanderschild bei der Parkplatzeinfahrt, das uns den Weg zur Calera de Agua weist.

Höhlengruppe der Urbevölkerung von La Palma

Eine Infotafel für Wanderer beschreibt eine große Rundtour über Don Pedro. Wir werden diese abkürzen. Das ist gut möglich. Denn auch für die kurze Runde werden rauschendes Wasser, dunkle Wälder und einsame Wege versprochen. Ein Tunnel führt uns zunächst unter der Straße hindurch. Wenige Schritte weiter stehen wir vor einer Höhlengruppe der Urbevölkerung von La Palma.

Ein Schild informierte einst über diese Wohnanlage. Leider ist es dermaßen verwittert und von Moos überzogen, dass sich kaum ein Wort entziffern lässt. Auch hier gibt es verschiedene Petroglyphen. Sie teilen das Schicksal mit dem Schild. In den feuchten und mit Moos bedeckten Steinwänden sind sie nicht mehr zu finden.

Durch den Lorbeerwald der Caldera de Agua

Wir folgen dem Waldpfad durch einen Naturtunnel aus Geäst bis zu einer steilen Erdtreppe. Diese bringt uns hinab zur Caldera de Agua, dem Grund des Barranco La Zarza. Hier öffnet sich die Sicht in den ersten Felsenkessel. Basaltgestein in seiner typisch eckigen Form bildet die Wand. Darunter liegen weitere Höhlen im Dunkeln verborgen. Drum herum beschattet ein Urwald aus Lorbeerbäumen die Schlucht.

La Catedral – der große Felsenkessel

Fortan verläuft der Pfad hauptsächlich im Bachbett der Schlucht. Auf das versprochene rauschende Wasser müssen wir verzichten. Dafür können wir ungehindert durch die Caldera de Agua wandern, wo uns bald die nächste tiefe Steilstufe überrascht. Dieser Felsenkessel wird La Catedral genannt. Über einen Steg und Serpentinen führt der Pfad hinab zu einer Felsengalerie.

Der Weg ist auf halber Höhe über dem Kesselgrund gut gesichert. Wir laufen unter dem düsteren Basaltgestein hindurch. Brombeer- und Efeuranken hängen herab, während grüner Farm den Hang unter uns säumt. Über Treppen erreichen wir schließlich den Grund und folgen dem nun wieder gut sichtbaren Pfad.

Auch zum dritten Felsenrund führen ein Steg und mehrere enge Kehren. Hier gibt es keine Galerie. Dafür ist deutlich zu sehen, wo das Wasser nach den Regenfällen die Kaskade hinunterstürzt. Unter der ausgespülten Rinne befindet sich eine Metalltür. Dahinter verbirgt sich ein Wasserstollen.

Ein Pflasterweg führt den Abhang hinauf. Wir indes bleiben immer im Bachbett und erreichen nach kurzer Zeit die Quelle Fuente de la Caldera de Agua. In einer Art Brunnen erkennen wir eine Viehtränke. Was für Tiere hier wohl rumlaufen, die solch eine Tränke nutzen?

Von der Fuente la Vica zum Mirador de Doña Pola

Die Felskessel liegen nun alle hinter uns. Vorsichtig stapfen wir durch das Bachbett, immer den gelb-weißen Markierungen nach. Sie sind deutlich zu erkennen. Manchmal wechselt der Pfad in den Hang, mal queren wir den Boden der Schlucht. Gut einen Kilometer ab der Fuente zieht der Pfad jedoch rechts weg vom Bachbett.

Er steigt langsam an bis zur Quelle Fuente la Vica. Wenn es nicht so schattig und kühl wäre, fänden wir hier eine schöne Rastmöglichkeit. Ein entgegenkommendes Paar rät uns, stattdessen den Mirador de Doña Pola anzusteuern. Klar, das machen wir!

Bequem geht es bis zum Oratorio de San Miguel, an die Straße nach Don Pedro. Das Bethaus San Miguel besteht nur aus einem weiß getünchten Betonverschlag. Das lohnt nicht. Wir laufen die Straße zunächst links Richtung Don Pedro. Nach etwa 80 Meter wechseln wir rechts in die Zufahrt nach La Zarza. 500 Meter weiter folgt der nächste Abzweig. Wir nehmen den Abstecher und folgen der Straße zum Mirador de Doña Pola.

Vorbei an einem Bauernhof sehen wir bald eine Schutzhütte zur rechten Seite. Ein Pfad führt drum herum zu einem traumhaft gelegenen Aussichtspunkt. Ein Tisch und Bänke laden zur wohlverdienten Pause ein. Wir sind hier umgeben von einem Fayal-Brezal, einer Vegetation aus Baumheide und Gagelstrauch. Diese Pflanzengesellschaft füllt auf La Palma den Übergangsbereich zwischen dem Lorbeerwald und dem Kieferwald.

Durch den Fayal-Brezal und Kulturlandschaft nach La Zarza

In der Ferne sehen wir auf El Tablado. Die Siedlung befindet sich auf einem Höhenrücken. Seitlich davon fällt die Felswand des Barranco Fagundo steil hinab. Das Dorf scheint über dem azurblauen Atlantik zu schweben. Bei dieser herrlichen Aussicht genießen wir unsere Mittagspause. Dann kehren wir um und laufen die Straße zurück zum vorigen Abzweig.

Nach dem Abstecher folgen wir als Nächstes dem Schild nach La Zarza. Der Fayal-Brezal wird hier immer wieder durch kultiviertes Land und kleine Höfe mit Ziegen unterbrochen. Es geht stetig bergauf. Der Wanderweg selbst ist mit Pfosten gut markiert und kaum zu verfehlen.

Nach gut zwei Kilometer im Anstieg biegen wir rechts in die Landstraße LP-1 ein. Es sind noch etwa 300 Meter bis zu einem Treppenzugang links zum Parkplatz von La Zarza. Wieder am Ausgangspunkt können wir auf eine tolle Wanderung zurückblicken. Die Caldera de Agua bietet einen traumhaften, wenn auch düsteren Urwald. Der Mirador de Doña Pola und die darauf folgende Etappe durch den Fayal-Brezal bilden dazu einen herrlichen Kontrast.

Tourinfos zur Wanderung zu den Felsenkesseln

Will man nicht über den Roque de los Muchachos fahren, nimmt man die Küstenstraße LP-1 in Richtung Santo Domingo de Garafía. Bei La Zarza steht ein auffallend großer Kopf an der Straße. Gegenüber die ist Einfahrt zum Parkplatz des Infozentrums Parque Cultural La Zarza.

Die Wanderung geht durch die Schlucht Caldera de Agua. Da der Weg nicht überall deutlich ist, sollte man trittsicher sein. Da man zum Großteil auf dem Schluchtgrund unterwegs ist, sollte die Wanderung bei Regen und nach starken Regenfällen nicht gemacht werden. Das reißende Wasser kann dann Felsblöcke und Baumstämme mitführen.

AusgangspunktParkplatz des Infozentrums Parque Cultural La Zarza
KoordinatenN 28.80577, E -17.90723
Gehzeit2,5 Stunden (reine Gehzeit)
Distanz6,7 km
Anstiege350 HM
GradT2-3
Einkehrkeine
gps-DatenWanderung Caldera de Agua gpx
kml-DatenWanderung Caldera de Agua kml

Wanderkarte zur Caldera de Agua

Höhenprofil

Steigungsprofil