Elefantenwaisenhaus Pinnawela

bei den heiligen Wesen der Hindus und Buddhisten

Elefantenwaisenhaus Pinnawela
Pinnawela - Elefantenbad

Auf Sri Lanka sind Elefanten bei Hindus und Buddhisten gleichermaßen heilige Wesen. Während die Hindus den elefantenköpfigen Gott Ganesh ehren, glauben die Buddhisten, dass die Welt auf den Rücken von Elefanten getragen wird. Dennoch hat die sich ihre Zahl von einst 12.000 auf nunmehr weniger als 4.000 Dickhäuter verringert, und diese werden nach und nach aus ihren ursprünglichen Lebensräumen in die Nationalparks verdrängt.

Bei unserer Sri Lanka-Rundreise wird uns erzählt, dass Elefanten sehr ängstliche Tiere sind, die bei Gewitter einfach wild davonrennen. Dadurch soll es immer wieder dazu kommen, dass einzelne Jungtiere alleine gelassen werden und auf sich allein gestellt sind.

Pinnawela - Elefantenbad im Maha Oya-Fluss
Mahoud wartet auf sein Trinkgeld

Wahrscheinlicher ist, dass die Eltern junger Elefanten Wilddieben oder erbosten Farmern zum Opfer gefallen sind. In beiden Fällen aber werden die gefundenen Jungtiere in ein Elefantenwaisenhaus wie bei Pinnawela gebracht und verbringen dort ihr Leben in einer mittlerweile 60 Tiere umfassenden Herde.

Dabei befindet sich das 1975 gegründete Waisenhaus auf der rechten Seite (von Colombo her kommend) der Straße. Das Bad der Elefanten - der Maha Oya-Fluss - hingegen befindet sich einige Meter entfernt links der Straße.

Pinnawela - Lars
Pinnawela - süßer kleiner Elefant

Trompetenstöße der Elefanten auf dem Weg zum Fluss

Kurz vor zehn Uhr morgens und damit pünktlich zur ersten Badezeit kommen wir in Pinnawela an. In der kleinen Ortschaft warnt tatsächlich ein Schild: »Vorsicht - Elefanten«.
Kaum sind wir ausgestiegen und ein paar Meter gelaufen, lassen uns Trompetenstöße aufhorchen. Nun aber schnell, haben die ersten Elefanten bereits die Durchgangsstraße überquert.
Teils gemächlich, teils aber auch recht hastig laufen die großen Tiere an uns vorbei. Viele scheinen es gar nicht mehr abwarten zu können, im Fluss ausgiebig zu baden.

Uns wird von einer Frau berichtet, die dachte, vor den Elefanten die Seite des Weges wechseln zu können. Gleichzeitig werden wir vor solchen Manövern eindringlich gewarnt, weil die Elefanten dann einfach über uns hinweg trampeln würden und es dadurch immer wieder zu mittleren Unglücken käme.
Zwischen den Elefanten versuchen ein paar Mahouts, die Herde zumindest soweit zu lenken, dass keiner der vielen Schaulustigen zu Schaden kommt.

Pinnawela - Elefanten trinken am Maha Oya-Fluss
Pinnawela - kleine Schulmädchen

Das Elefantenbad bei Pinnawela

Als die letzten Elefanten vorbeigelaufen sind, folgen wir ihnen zum Fluss. Na ja, beinahe auch nicht, denn Sunil führt uns erstmal zu einer bewirteten Terrasse, von der wir uns das Spektakel aus sicherer Entfernung anschauen - und dabei das eine oder andere Getränk bestellen - sollen.
Kurze Zeit herrscht ein wenig Verwirrung in unserer Gruppe, dann ist klar:

die Plätze sind zwar für uns reserviert, aber natürlich dürfen wir auch direkt zum Fluss und die Dickhäuter ganz aus der Nähe beobachten. Ohne uns überhaupt erst zu setzen, verlassen wir die Terrasse also wieder und finden uns kurze Zeit später endlich in greifbarer Nähe zu der Herde.

Pinnawela - Annette und Lars

Am Fluss werden wir von einem der Mahouts in Empfang genommen, der für ein kleines Trinkgeld aufpasst, dass die Elefanten ruhig bleiben, solange ihn die Touristen zu streicheln versuchen.
Wie sich herausstellt, ist das nicht ganz so einfach, wie es erst aussah.

Zwar stehen ein paar der Dickhäuter ganz in der Nähe des Ufers, das aber ist für viele immer noch so weit entfernt, dass sie kaum bis an den Elefanten heranreichen. Auch scheint es die Elefanten nicht sonderlich zu interessieren, wenn sie gestreichelt werden sollen...

Pinnawela - Annette streichelt beinahe einen Elefanten
Pinnawela - Ausflugsklasse

Im benachbarten Waisenhaus werden die Elefantenbabys mit der Flasche groß gezogen. Flasche heißt bei Babyelefanten übrigens, dass die Milch mit Zehnliter-Eimern herbeigeschafft wird. Ungemein schwieriger allerdings sind die ausgewachsenen Exemplare zu ernähren.

Dabei vertilgt ein Bulle täglich bis zu 250 Kilogramm Futter am Tag.
Um so verwunderlicher ist da der Eintritt, für den nur hundert Rupies (ca. 80 Eurocent) zu zahlen sind - im Vergleich mit einer kleinen Flaschen Cola (250 Rupies) wirkt dies geradezu lächerlich.

Pinnawela - Blüte
Statue bei Pinnawela

Unser zweite Besuch bei Pinnawela

Kurz vor 9 Uhr kommen wir beim Elefantenwaisenhaus in Pinnawela an. Wie an der Küste sind auch hier weit weniger Urlauber als noch vor Jahren. »Der Eintrittspreis hat sich in den letzten Monaten verdoppelt«, berichtet Saman.

Um nicht noch mehr zahlen zu müssen, soll Annette ihren Camcorder verstecken. Denn filmen kostet extra. Genauso soll ich nicht sagen, dass ich Journalist bin. Denn auch das könnte extra kosten.

Elefant als Landminenopfer
Elefanten in Pinawela

Viel werden wir während unserer Reise nicht von den Unruhen mitbekommen. Neben den vielen Elefanten, deren Eltern Wilddieben, Bauern und anderen zum Opfer gefallen sind,

zählt aber auch ein Bulle zur Herde, den eine Tretmine den rechten Vorderfuß abgerissen hat. Eine wirklich tolle Art, sich unliebsame Gäste vom Leib zu halten.

Achtung! Elefanten queren die Straße
ab zum Bad
Mahoud auf der Suche nach Trinkgeldgebern

Bis kurz vor zehn können wir uns im Gehege aufhalten und uns die Fütterung ein paar jüngerer Tiere (mit Milchflasche) ansehen. Dann aber müssen wir uns sputen, um zur Terrasse oberhalb des Maha Oya-Fluss zu kommen, bevor die Herde über denselben Weg zu ihrem Bad läuft.

mal gucken, was es auf der anderen Seite gibt
Bad im Maha Oya

Sobald sich die Tiere im Wasser befinden, geben die Mahouds Obacht, dass ihnen nichts entgeht - und zwar an Trinkgeld. So sind viele von ihnen mehr damit beschäftigt, nach zahlungsbereiten Touristen Ausschau zu halten als nach ihren Tieren zu sehen.

Wer sich darauf einlässt, darf ganz nah an einen der Dickhäuter heran stehen oder sich auf ein gebeugtes Bein stellen. Ein Obolus wird in beiden Fällen erwartet. Da nehmen wir doch lieber ein wenig Abstand und kraulen stattdessen einem ganz kleinen Elefant den Kopf (-;

Annette einmal mehr glücklich.
killekille (gg)
VG Wort