Anzeige

Wadi Darbat

schönstes Wadi von Dhofar

ausgetrocknetes Flussbett im Wadi Darbat
Coffee-Shop beim Wadi Darbat im Oman

Unser vierter Leihwagentag fällt auf einen Freitag. Den Besuch historischer Stätten können wir uns damit sparen. Denn diese sind wahrscheinlich den halben Tag über geschlossen. Stattdessen fahren wir in die Natur der östlichen Quaraberge. Wie tags zuvor nutzen wir den Bypass um das Zentrum von Salalah herum und fahren durch Taqah.

Nach dem Fischerort nehmen wir jedoch die Ausfahrt zum Wadi Darbat. Gut zweieinhalb Kilometer ab der Autobahnabfahrt zweigt eine Stichstraße ins Wadi Darbat ab. Kurz darauf passieren wir die ersten Parkplätze mit Sicht auf die Abbruchkante des Wadi Darbat.

Wadi Darbat im Oman - mit Bootsverleih
Wanderweg in den hinteren Teil des Wadi Darbat im Oman

In mehreren, bis zu 30 Meter hohen Kaskaden stürzt hier das Wasser über die fast senkrechte Klippe in die Küstenebenen hinab. Von der oberen Kante bis zum Fuß besitzt der Wasserfall eine Fallhöhe von 170 Metern. Vorausgesetzt natürlich, es gibt genügend Wasser. Und das kommt höchstens während des Khareef-Monsuns vor. Mit etwas Glück lässt sich dann für zwei bis drei Wochen ein Wasserfall beobachten.

Bei unserem ersten Stopp auf einem Parkplatz am Flussbett ist dieses jedoch staubtrocken. Ein paar Esel knabbern am dürren Gras. Eine Kamelherde schlurpt an uns vorbei und hinterlässt eine leichte Staubwolke. Diese Kulisse entspricht dem Normalfall, mit dem zwar nicht geworben wird, den aber die allermeisten europäischen Touristen so – oder ähnlich – sehen werden.

Halbhöhle beim Wadi Darbat im Oman
Kamele fressen die unteren Blätter der Bäume ab
klares Wasser des Wadi Darbat im Oman

Je weiter wir in das Flusstal vordringen, umso üppiger und grüner wird die Vegetation. Diese guten Bedingungen nutzen auch die Jebali-Hirten für ihre Kamelzucht. Dementsprechend viele Dromedare kreuzen hier unseren Weg.

Kurz vor dem Parkplatz am Ende der Straße füllt sich das Flussbett langsam mit Wasser. Es reicht sogar für einen kleinen Bootsverleih. Ob sich das lohnt? Von hier aus ist nicht auszumachen, wie weit das Wasser in das Wadi hineinreicht und ob es tief genug für die Boote ist.

das trockene Hinterland beim Wadi Darbat im Oman
Man sieht ganz gut, bis wohin die Kamele mit ihrem Hals kommen.

Wir beschließen, lieber zu Fuß zu gehen. Ein schmaler Wanderpfad führt auf der linken Seite in das hintere, obere Tal. Bevor wir richtig unterwegs sind, müssen wir allerdings zwei Kamele passieren lassen, die sich an uns vorbei drängeln. Auch sie nutzen lieber den trockenen Wanderpfad anstatt durchs Wasser zu schwimmen.

Kaum haben sie uns überholt, schalten sie in den Kriechgang, was wiederum unsere Tour entschleunigt. Wir wollen die Tiere nicht aufschrecken. Konzentriert laufen sie über den felsigen Untergrund und geben uns den richtigen Weg vor. Wenn solch ein großes Tier ins Straucheln gerät, ist das hier hinten sicher kein Spaß.

Kühe beim Wadi Darbat, nahe Salalah im Oman
zahmes Kamel beim Wadi Darbat im Oman
Oscher, auch Fettblattbaum - Calotropis procera

Wo die beiden Dromedare bei einer Gabelung nach unten zum Wasser abzweigen, nutzen wir den oberen Pfad zu einer Halbhöhle. Irgendwo hier müsste es rötliche und ockerfarbene Felsmalereien geben. Doch in dieser Höhle ist keinerlei Kritzelei zu finden. So tun wir es den Dromedaren gleich und steigen bald auch zum Fluss hinunter.

Das Flussbett ist in diesem Bereich zwar sehr breit, aber steinig und weitgehend trocken gefallen. Lediglich ein schmales Rinnsal verbindet die beiden seeähnlichen Bereiche miteinander. Bootstouren zur Trockenzeit lohnen sich also vor allem für den Verleiher.

Die beiden Kamele reden über den 100sten Namen Allahs.
beim Wadi Darbat im Oman

Doch es ist wunderschön hier. Einige Dromedare stehen im glasklaren Wasser. Weitere spazieren freundlich grinsend an uns vorbei. Die Omanis deuten diesen Gesichtsausdruck der Kamele als eine gewisse Selbstgefälligkeit. Einer Legende nach hat Allah der Große einhundert verschiedene Namen und Ehrentitel.

Aber so sehr sich die Gläubigen bemühen, sie kommen nur auf 99 seiner Namen. Einzig das Kamel kennt auch den hundertsten Namen Allahs. Diesen allerdings behält es für sich. Grinsend marschiert es durch die Gegend und freut sich ob der unwissenden Menschen.

Pflanze im Wadi Darbat im Oman
Dromedar im Wadi Darbat bei Salalah

Wir gönnen den Tieren ihre Freude und kehren langsam zum Parkplatz zurück. Dort befindet sich ein Ausflugslokal, an dem sich ein Pakistani sein Brot verdient. Für wenig Geld kann man sich dort mit Essen und Trinken verpflegen.

Während wir noch eine Weile im Schatten sitzen, gesellen sich bald andere Touristen zu uns. Ansonsten herrscht in dem schönsten Wadi, den wir um Salalah bisher gesehen haben, eine angenehme idyllische Ruhe.

VG Wort
Anzeige