Welwitschia mirabilis

Eine der bemerkenswertesten Pflanzen der Welt

Ein Highlight der Tour heute soll ja die Welwitschia mirabilis sein. Doch erst einmal ertönt ein: »Pumba!!! Halt, halt, ein Warzenschwein!« Unser Rufen wird gehört. Sofort lässt Sydney den Bus anhalten. Zum Glück bleibt es stehen.

In einiger Entfernung zur Straße blickt es zu uns und zeigt sich von allen Seiten. Im Bus herrscht Aufregung. Denn auch wenn es in der Namib eine Menge Warzenschweine gibt, so ist es doch das erste, was wir in aller Ruhe beobachten können.

Warzenschwein am Rand der Namib
zwei Strauße nahe dem Welwitschia-Trail

Als wir schließlich weiterfahren, entdecke ich wenige Kilometer weiter die nächsten beiden Schweine. Diese aber stehen nicht so günstig, sodass sich ein weiterer Stopp nicht lohnen würde.

Mal Abgesehen davon, dass wir im Etosha Park und auf der Fahrt nach Windhoek noch genug Gelegenheit bekommen werden.

zwei Wüstenfüchse bei der Welwitschia mirabilis
Welwitschia mirabilis nahe Swakopmund

Der Blätterhaufen der Welwitschia mirabilis

So, wie wir näher an die Küste kommen, wird die Landschaft immer karger. Nur wenige Büsche reichen die seltenen Niederschläge im Zentrum der Namib.

Hinzu kommt, dass der Boden salzig und damit ungenießbar für die Pflanzen ist. Und doch wächst hier eine der bemerkenswertesten Pflanzen der Welt: die Welwitschia mirabilis.

die Wüstenpflanze Welwitschia mirabilis
Blätterhaufen der Welwitschia mirabilis

Gut, auf dem ersten Blick ist die Pflanze nicht mehr als ein loser Blätterhaufen. Erst das Wissen, dass die Welwitschia tatsächlich aus nur zwei Blättern, die sich in Streifen teilen, besteht und dass sie im Jahr nur zwei Millimeter wächst, lässt uns aufhorchen.

Dadurch können die Pflanzen bis zu tausend Jahre alt werden und sehen auch wir ein paar Exemplare, die mehrere hundert Jahre alt sein müssen. Um in der Wüste zu überleben, nehmen die Blätter die Feuchtigkeit aus dem Nebel auf, den der Benguela-Strom mit dem Westwind vom Atlantik bis in die Namib schickt.

Mondlandschaft nahe der Welwitschia mirabilis
Mondlandschaft kurz vor Swakopmund

Vom Welwitschia-Trail fahren wir in die Mondlandschaft. Wie bei den Stopps zuvor, schlägt uns der Ostwind ins Gesicht. Die Luft ist extrem trocken. Gut, dass wir uns vorher eingecremt haben. Zugleich ist die Aussicht über die zerklüftete und lebensfeindliche Landschaft beeindruckend. Kein Wunder, dass die Landschaft die Besucher an den Mond erinnert.

Ob die Nasa hier einst ihre Mondlandung vorgetäuscht hat? Wohl eher nicht. Denn abgesehen davon, dass die Krater fehlen, ist die »Mondlandschaft« das Werk des Swakops. Er war es, der sich in die weicheren Gesteine hineingefressen hat. Das war zwar lange vor unserer Zeit, bei genauem Hinsehen lassen sich die Täler und Fließformen aber auch heute noch gut erkennen.

VG Wort