Hotel Park View in Havanna

Günstig gelegenes Hotel in Havanna

Wenn wir von Hotels sprechen, die sich nicht mit Ruhm bekleckern, so steht das Hotel Park View in der ersten Reihe. Dass etwas falsch läuft, kann passieren. Sich um 22 Uhr Ortszeit bei sechs Stunden Zeitunterschied für die Gäste auf die eigene, fehlerhafte Liste zu konzentrieren und dem bezahlten Hotelvoucher keinerlei Beachtung zu schenken, ist jedoch völlig inakzeptabel.

Nicht mit Ruhm bekleckert hat sich auch Sprachcaffe, der vor Ort verantwortliche Veranstalter. So war bei den beiden kubanischen 24-Stunden-Notfallrufnummern niemand zu erreichen. Das führte wohl mit dazu, dass die Hotelmanagerin mich dann am Telefon fragte, ob ich für die Nacht das Casa Particular gegenüber vom Hotel oder ein anderes Hotel bevorzugen würde?

Zimmer im Park View Hotel Havanna
Bad im Park View Hotel Havanna

Das Casa Particular sollte 30 CUC, das Hotel 150 CUC kosten. Interessiert mich nicht, also bevorzuge ich das Hotel. »Aber das Hotel kostet 150 CUC, das Casa Particular nur 30 CUC. Was bevorzugen Sie?« Meine Antwort: »Ja, das Hotel. Was würden Sie denn bevorzugen?« war ungeschickt. Denn danach wollte die Managerin wieder die Rezeptionisten sprechen, und dann wurden flugs die Koffer aus dem Taxi geladen (worauf der Fahrer schleunigst das Weite suchte) und wir hinüber zum bereits ausgebuchten Casa Particular geführt.

Wohl aber versprach die Rezeptionistin, sich »darum« zu kümmern. Ja, so speist man lästige Gäste ab. Denn tatsächlich hatte die gute Frau am nächsten Morgen längst Feierabend und wusste die neue Rezeptionistin von nichts. Stattdessen meinte sie, es wäre am besten, wenn wir nochmals bei der Agentur anrufen. Wenig später erzählte sie Ähnliches unserem Guide. Wo wir untergebracht sind, konnte sie ihm hingegen nicht sagen. Denn dazu hätte sie ja die Inhaber vom Casa Particular gegenüber fragen müssen ...

Ausblick aus dem Zimmer vom Park View Hotel Havanna
Bar im Park View Hotel Havanna

Nachdem uns das Hotel Park View sowohl die Ankunft, als auch den ersten Vormittag in Havanna verdorben hatte, stand am Ende der Reise noch eine weitere Nacht in dem Hotel an. Groß Lust darauf hatten wir zwar nicht. Wir wollten aber nicht riskieren, dass wir durch einen Wechsel ein zweites Mal nicht gefunden werden. Zugleich waren wir gespannt, was sich das Management als Wiedergutmachung hatte einfallen lassen.

Die Antwort ist ernüchternd: Nichts. Wir wurden empfangen, als sei überhaupt nichts vorgefallen. Nicht einmal eine Entschuldigung war drin. Der einzige Unterschied, den wir im Vergleich zu anderen Gästen beobachten konnten, war, dass uns kein Begrüßungscocktail angeboten wurde. Dafür hat uns das Hotel Park View als erstes von über 200 besuchten Hotels Gebühren für eine kurzzeitige Kofferaufbewahrung berechnet.

Lobby im Park View Hotel Havanna
im Restaurant vom Park View Hotel Havanna

Das Hotel an sich ist schnell beschrieben. So war unser kleines Zimmer (Nr. 305) zwar frisch renoviert. Allerdings fehlen Möglichkeiten, Klamotten oder auch nur den Kulturbeutel abzulegen. Stühle gibt es nicht. Zudem ist der Name irreführend. Denn statt einen Blick auf den erwarteten Park bieten die meisten Zimmer nur eine Sicht über einen völlig verbauten und in Teilen verfallenen Straßenzug. Immerhin: die Dusche funktioniert, die Betten sind bequem und im Schrank liegen zusätzliche Decken für die auch in Havanna kühlen Winternächte.

Ernüchternd ist auch der Besuch des Restaurants im obersten Stock. Hier reicht die Sicht zwar über die Häuser der Altstadt bis aufs Meer. Allerdings besitzt der längliche Raum keinen Flair, weshalb wir den obligatorischen Mojito lieber an der Hotelbar genossen haben. Leider können wir auch hier dem Frühstück nichts abgewinnen. Dieses wird von den Angestellen lustlos ausgegeben und macht in Menge und Qualität deutlich, dass hier nicht nur die Bausubstanz dringend in Ordnung gebracht werden muss.

VG Wort