Santa Clara und Che Guevara

Beim Monumento Comandante Ernesto Che Guevara

Santa Clara ist eine Metropole in Zentralkuba. Es ist die Hauptstadt der Provinz Villa Clara und gilt als Kubas Hauptstadt der Revolution. Die Rebellenarmee unter Führung von Che Guevara brachte im Dezember 1958 einen gepanzerten Zug der Regierungsarmee unter ihre Kontrolle. Es kam zum Kampf um Santa Clara, wobei sich die Truppen des Diktators Batista und die Revolutionäre einen zweitätigen Schlagabtausch lieferten. Am Ende behielten die Rebellen die Oberhand und nahmen die Stadt ein. Somit spielte Santa Clara in der kubanischen Revolution eine wichtige Schlüsselrolle.

Wir verbringen nur eine Nacht in Santa Clara. Somit startet unsere Tour früh, damit wir die Stadt gemütlich auf den Spuren von Che Guevara besichtigen können. Nach dem trotz der frühen Ankunft raschen und sehr freundlichen Check-in beim Hotel Las Caneyes beschließen wir, das Auto stehen zu lassen und uns zu Fuß auf den Weg zu machen. Bis zum Monumento Comandante Ernesto Che Guevara, dem Mausoleum von Che, ist es nicht mehr als ein ausgedehnter, allerdings auch komplett schattenloser Spaziergang.

Das Ende des Batista-Regimes

In Santa Clara feierte der Guerillo seinen größten Erfolg während der Revolution. In der Schlacht am 29. Dezember 1958 versetze er dem Batista-Regime den Todesstoß, woraufhin der Diktator Batista fluchtartig das Land Richtung USA verließ. Dafür wird der Volksheld so verehrt, dass die Bevölkerung ihm in einem Jahr freiwilliger Arbeit ein riesiges Monument erschaffen hat. Die Plaza del Che überdeckt eine mehr als 17.500 Quadratmeter große Fläche und bietet Platz für 80.000 Menschen. Auf einem Marmorsockel steht die 6,80 m hohe Bronze-Statue des Ernesto Che Guevara in Kampfuniform. 30 Jahre nach der Schlacht um Santa Clara wurde das Monument feierlich eingeweiht.

Der Tod von Che Guevara in Bolivien

Am 9. Oktober 1967 wurde Che in Bolivien erschossen und seine sterblichen Überreste am Rande der Startbahn am Flugplatz von Vallegrande verscharrt. Dort blieb er jahrelang verborgen. 30 Jahre später, am 17. Oktober 1997, fand er beim Monumento dann endlich seine letzte Ruhestätte. Zur Trauerfeier kamen mehr als eine Million Kubaner. Inzwischen hat sich Santa Clara zu einer Art Pilgerstätte entwickelt, zu der es nicht nur unzählige Che Guevara-Bewunderer zieht.

Neben der Statue steht eine Steintafel mit dem Abschiedsbrief von Che an Fidel Castro, welchen er schrieb, bevor er Kuba verließ. Andächtig stehen die Besucher davor und versuchen das Geschriebene zu entziffern. Das Original liegt mit vielen andern Dokumenten im angeschlossenen Museum. Zudem finden wir auf einer Betonmauer die Schlachten von Che, Castro und Cienfuegos während der Revolution aufgelistet.

Für uns geht der Spaziergang weiter in die Stadt zum Parque Leoncio Vidal. Zum Glück hält eine Kutsche neben uns, welche seine Fahrdienste anbietet. Die 2 CUC geben wir nach der Strecke vom Hotel hierher gerne aus, um einem weiteren Marsch durch die Hitze zu entgehen.

Video zum Monumento Comandante Ernesto Che Guevara in Santa Clara

Rundgang durch Santa Clara mit dem Monumento Comandante Ernesto Che Guevara und dem Tren Blindado sowie einer wackligen Fahrrad-Rikschafahrt.

Mit der Pferdekutsche zum Parque Vidal

Die Pferdekutschen dürfen nicht bis ganz an den Parque Leoncio Vidal fahren, sodass wir dann ein Stück laufen müssen. Leider dürfen aber die Busse weiterfahren, was den Spaziergang durch die engen Gassen von Santa Clara unangenehm macht. Für all die vielen Fußgänger haben die Stadtplaner nur einen schmalen Gehweg übrig gehabt. Ruhe finden wir erst auf dem Platz und Park Vidal, der den Mittelpunkt von Santa Clara bildet. Wie bei den meisten Plätzen auf Kuba finden wir hier eine Glorietta, mehrere Statuen, einen Gedenkstein zu Ehren des Wohltäters Juan Martin de Conyeda und das angrenzende Theater la Caridad.

Eisenbahn-Waggons des Tren Blindado aus der Schlacht um Santa Clara

Aber wir wollen ja zum Tren Blindado. Also spazieren wir bald weiter zum Platz beim Monumento a la Toma y Acción del Tren blindado. Hier stehen noch vier der 22 gepanzerten Eisenbahn-Waggons aus der Schlacht um Santa Clara. Che Guevara und seine Männer griffen diese mit Molotow-Cocktails an. Die Waggons verwandelten sich dadurch in einen Backofen, sodass den Regierungssoldaten im Innern nichts anderes übrig blieb, als sich zu ergeben. Bei dem Angriff vom Boden nützte es ihnen auch nichts, dass auf einem offenen Waggon ein Flugabwehrgeschütz montiert war.

Tren Blindado - ein historisch bedeutsamer Ort

In den Wagen ist ein Museum mit Exponaten, Dokumenten und Fotos eingerichtet. Die kleinen Coca-Cola-Glasflaschen wurden damals für die Molotow-Cocktails genutzt. Der Platz ist zwar frei zugänglich, kostet aber doch 2 CUC Eintritt (1 CUC Fotografieren), da es sich um einen historisch bedeutsamen Ort handelt. Vor Ort sieht das dann so aus, dass eine Frau etwas vorwurfsvoll sämtliche Touristen einsammelt, die bis dahin arglos über den Platz schlendern. Tatsächlich steht das kleine Kassenhäuschen so unscheinbar im Schatten, dass es leicht zu übersehen ist. Mit der Besichtigung der Wagen ist man anschließend recht schnell durch.

Zurück beim Parque Leoncio Vidal wollen wir noch in einer Pizzeria essen gehen. Leider ist dies ein Peso-Restaurant. Es stehen eine Menge Leute Schlange und warten darauf, reingelassen zu werden. So etwas kenne ich noch von früher bei unseren Besuchen in der ehemaligen DDR. Schlangestehen ist nicht so unser Ding. Allerdings scheint das Essen bei McDunald de Cubana auch nicht gerade förderlich für die Figur sein. Also leisten wir uns eine Fahrradrikscha, die uns für 6,50 CUC zurück zum Hotel bringt. Der Fahrer ist tut zunächst gar nicht so begeistert und versucht sich mit Reden über steile Berge ein möglichst hohes Trinkgeld zu erquatschen. Tatsächlich kommt er bald arg ins Schwitzen – Lars zu etwas Bewegung, als die Rikscha samt mir bei einer kleinen Steigung geschoben werden muss. Ja, nicht alle Hotels befinden sich in der flachen Innenstadt.

Hotel Los Caneyes - herrlich ruhig gelegen

Schöne Hotelanlage mit Pool

Das Hotel Los Caneyes befindet sich circa zwei Kilometer außerhalb von Santa Clara. Somit ist die Lage herrlich ruhig gelegen und können wir uns auf einen entspannten Aufenthalt freuen. Sobald man aber in die Stadt will, hat man entweder einen langen Fußmarsch vor sich oder braucht ein Fahrzeug. Wir freuen uns aber erst einmal, dass wir am frühen Vormittag einchecken und auch gleich das Zimmer beziehen können. Bevor uns der Hotelanlage widmen, brechen wir dann auch schon zum Stadtrundgang in Santa Clara auf.

Bungalows im präkolumbischen Rundhüttenstil

Die Zimmer sind in Bungalows im präkolumbischen Rundhüttenstil untergebracht. Wir bekommen einen kleinen Einzelbungalow. Es gibt aber auch größere Gebäude mit mehreren Unterkünften auf dann zwei Etagen. Die Zimmer selbst sind sehr klein, haben aber alles, was man braucht und sind sauber. Leider gibt es Terrassen mit Schaukelstühlen nur bei den Mehrfachbungalows. Da es aber auf der Anlage eher ruhig zugeht, stört sich keiner daran, dass wir abends dort noch etwas draußen sitzen.

Kubanische Familien im Hotel Los Caneyes

Der Garten um die Hütten ist sehr schön und gepflegt. In mehreren Vogelkäfigen zwitschern und krächzen verschiedene Papageienarten. Ein richtig schöner Ort zum sich erholen. Es gibt einen hübsch in die Hotelanlage integrierten Pool mit vielen Sitz- und Liegemöglichkeiten. Allerdings sind während unseres Aufenthalts viele kubanische Familien im Hotel, die ausgelassen durch den Pool toben. Parallel dazu schütten sie den Rum nur so in sich hinein. Wir erinnern uns an die Wallilabou-Bay und den Fluch der Karibik. DARUM also ist der Rum ständig leer ...). Das ist interessant zu beobachten und wir lassen uns an der dortigen Snackbar erst einmal einen Fisch grillen. Der Teller ist so üppig, dass wir auf das Büfett am Abend verzichten.

Das Abendprogramm ist leider weniger spannend. Der Nachtclub ist erst eine ganze Weile mit einer Quince-Feier belegt. Mit viel Dekoration an Haus und Mensch wir der 15. Geburtstag von einem Mädchen gefeiert. Wie eine Prinzessin wartet die schöne, junge Frau am Eingang, bis drinnen alle sitzen und die Feier beginnen kann. Somit fällt das Tanzen für die Hotelgäste fürs Erste aus.

Dafür gibt es eine Modeshow am Pool, welche Lars mit ständigem Gähnen quittiert. Das Frühstück am nächsten Morgen ist wieder in Büfett-Form, allerdings nicht sonderlich üppig. Dafür gibt sich der Eierkoch sehr viel Mühe. Ich hab noch nie so einen langsamen Koch gesehen. Trotzdem ist das Hotel eine gute Wahl, besonders wenn man etwas Erholung in schöner und ruhiger Umgebung sucht.

VG Wort