Nationalpark Topes de Collantes mit Salto del Caburni

Ausflug von Trinidad in den Nationalpark

Weg zum Mirador de Caribe
Blühende Agabe beim Mirador de Caribe

Kuba ist für seine schönen kolonialen Städte mit Oldtimern in den Straßen berühmt. Dennoch zieht es uns immer wieder in die, wie wir meinen, noch schönere Natur. Verbringt man mehrere Tage in Trinidad, so bietet sich ein Ausflug in den Gran Parque Natural Topes de Collantes an. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Kuba reist, wird sehen, dass es kaum Busverbindungen in den Park gibt. Dafür werden in den Hotels verschiedene Touren in den Nationalpark angeboten.

Mit dem Mietwagen braucht uns das nicht kümmern. Wir machen uns am frühen Vormittag auf den Weg zu unserem ersten Ziel, dem Mirador de Caribe. Die Straße dorthin wirkt auf den ersten Metern super ausgebaut. Bei den steilen Kurven kommt es aber durch die Busse zu starken Verwerfungen und Bitumenwulste, womit unser Geely mehr den Berg hoch hüpft als dass wir fahren.

Blick über die Bergen der Sierra del Escambray

Beim Mirador angekommen, führen über 130 Stufen an blühenden Agaven vorbei zur Aussichtsplattform. Das grandiose Panorama reicht vom Playa Ancón an der karibischen Küste bis zu den hoch aufragenden Bergen der Sierra del Escambray. Die Sierra ist für ihre steilen Gipfel und weiten Täler bekannt.

Klare Flüsse mit vielen Wasserfällen und kleinen Seen sorgen für feuchtes und nebliges Klima. Dadurch gedeihen Riesenfarne, Bambus-Wälder und Dutzende endemische Tier- und Pflanzenarten. Der Aufstieg zur Plattform lohnt also, zumal eine Bar nach der kurzen Strapaze kühle Getränke, aber auch Kaffee und kleine Gerichte bereit hält.

Mirador de Caribe bei Topes de Collantes
Aussichtspunkt de Caribe bei Topes de Collantes
Annette beim Mirador de Caribe bei Topes de Collantes

Rund 18 Kilometer nördlich von Trinidad erreichen wir auf 800 m Höhe den kleinen Kurort Topes de Collantes. Dort finden wir ein Informationszentrum für Touristen, wo wir die Lage des Ausgangspunkts für unserer Wanderung zum Salto de Caburni erfahren. Im Hintergrund steht das riesige Kurhotel. In der natürlichen Umgebung wirkt es etwas fehl am Platz.

Der Bau dieses Monstrums geht noch auf den Diktator Fulgencio Batista zurück. Es diente eine Weile als Tuberkulose-Sanatorium, bis es wegen der Revolution geschlossen und zum Versteck der Konterrevolutionäre wurde. Erst 1989 eröffnete es als Wellness-Hotel wieder.

Ausblick vom Mirador de Caribe zum Meer
Mirador de Caribe

Unser Weg führt an dem Betonklotz vorbei in die Bungalowanlage »Villa Caburni«. Hier soll unsere Wanderung starten. Wie gewohnt ist wieder nichts angeschrieben.

Die Anlage sieht verlassen und abweisend aus, aber beim Restaurant wird geputzt und wir können dort parken. Die Putzfrau zeigt uns den Weg: immer steil bergab …

Bungalowanlage der »Villa Caburni«

Auf dem Sendero

Gebirge der Sierra del Escambray
Straße ins Gebirge der Sierra del Escambray

Vom Hotelparkplatz aus verläuft die befestigte Straße gut einen halben Kilometer bis zum Kassenhäuschen des Nationalparks. Es geht sehr steil bergab. Aber das hindert so manch Kubaner nicht, mit dem klapprigen Auto bis ans Haus zu fahren. So wie wir ein paar Bauruinen hinter uns lassen, wird die grüne Natur vor uns immer schöner.

Nur noch vereinzelt stehen kleine Bauernhäuser in der Landschaft verteilt. Pferde sind hier oben immer noch die normalen Fortbewegungsmittel, die uns dann auch gleich für einen Ausflug angeboten werden. Wir verzichten darauf, schon alleine, weil der Weg sehr steil sein soll. Wie weit würden uns die Pferde bringen?

Zugang zum Sendero Caburni
typisches Haus am Sendero Caburni

Kurz vor der Kasse endet die Straße. Der Eintritt beträgt 9 CUC pro Person und weiter geht es über den Sendero Caburni durch den Wald. Der erste Teil ist nicht sonderlich steil. Wenn nicht hin und wieder eine Palme auftauchen würde, könnten wir uns fast wie in Europa fühlen. Bald gelangen wir an eine wunderschöne und große Kalkfelsen-Formation, die in Wellen über den Weg ragt.

Hier enden auch die Hufspuren. Damit wissen wir, dass wir mit den Pferden tatsächlich nicht sonderlich weit gekommen währen, eh wir über einige steile Serpentinen bergab wandern. Zu unserem Glück war es die letzte Zeit sehr trocken. Denn der Weg wirkt, als wäre er bei Nässe stellenweise arg glitschig. Die meiste Zeit aber verläuft der Pfad über große Felsen, die auch bei Regen genug Halt bieten.

auf dem Sendero de Caburni
landschaftsprägender Baum am Weg von Caburni
Palmen am Sendero Caburni

Viel los ist während unserer Wanderung nicht. So treffen wir nur auf wenige andere Wanderer und ein Latino-Paar. Blöderweise hat dieses weiter oben ihre Handtücher verloren. Warum rennen sie auch mit offenem Rucksack herum? Als ich sie darauf aufmerksam mache, ist der Mann dann auch gar nicht begeistert, dass er wieder zurück muss.

Dafür bin ich unaufmerksam, rutsche auf dem sandigen Untergrund aus und lande auf dem Hintern. Super! Durch den roten Sand sehe ich aus wie ein gewürztes Grillhähnchen. Aber wir können das Rauschen des Wasserfalls schon hören.

große Kalkfelsen-Formation beim Sendero Caburni
markante Kalkfelsen am Sendero Caburni

Salto del Caburni

Naturpool des Salto de Caburni
traumhaft gelegener Naturpool des Salto de Caburni

Über einen kleinen Hügel erreichen wir den Naturpool des Salto de Caburni. Traumhaft schön ist dieser zwischen Felsen und Pflanzen eingebettet und lädt zum Baden ein. Das Wasser ist klar und schimmert grün. Allerdings schreckt die meisten das kalte Wasser vom Sprung in das Becken ab.

So sitzen die wenigen Wanderer verteilt beim Picknick auf den Felsen und genießen die Natur. Kurz nach uns erreicht auch das Latino-Paar den Naturpool. Den Rückweg hätte sich der Mann allerdings sparen können. Denn zu mehr als eine Hand ins Wasser zu strecken kommen sie nicht.

beim Naturpool des Salto de Caburni
der Salto de Caburni

Der Naturpool ist zwar die schönste Stelle des Wasserfalls, aber nicht die einzige. Der Pfad führt ab dem Abzweig zum unteren Becken weiter entlang mehrerer Kaskaden durch den Wald. An den ganz steilen Stellen erleichtern Naturleitern den Aufstieg über die Felsen. Wo sich das Tal in einen Kessel öffnet,

können wir beobachten, wie das Wasser kaskadenartig in die Tiefe plätschert. Hier bilden sich kleine Wasserlöcher, in denen wir die Füße baden können. Herrlich! Lassen wir unseren Blick zum oberen Talschluss schweifen, sehen wir weiter oben zwei weitere, malerische Wasserfälle.

im Talkessel des Salto de Caburni
kleine Klettereien beim Salto de Caburni
beim Salto de Caburni

Der Rückweg ist der gleiche wie der Hinweg. Klingt einfach, beschert manch einem Wanderer aber leichte Probleme. So merken wir jetzt erst, wie steil der Pfad eigentlich ist. Immerhin sind es auf dem Weg an die 500 Höhenmeter zu bewältigen! Und auch wenn wir geübt sind, so freuen uns doch, als wir wieder bei der Felsformation ankommen. Ab dort ist es eher ein Genusswandern. In einer Baumwurzel liegend, finden wir einen süßen Hund.

Wem der wohl gehört? Ein Stück weiter hat ein Bauer eine kleine Waldbar eröffnet und bietet frischen Fruchtsaft an. Dankbar für diese Erfrischung machen wir bei ihm eine kleine Pause. Inzwischen ist uns der Hund gefolgt und begleitet uns für den Rest des Weges. Wie unsere Katze schaut er uns mit seinen großen Augen an und wir hoffen, dass er nach Hause findet, bevor wir ihn einsam am Parkplatz stehen lassen müssen.

Rückweg auf dem Sendero Caburni
Waldbar auf dem Sendero Caburni

Aber das letzte Straßenstück ist nicht nur für uns recht steil, auch der Hund hat keine Lust mehr und legt sich im Bereich der Villa Caburni ins Gras.

Wenig später sind wir zurück beim Auto, wo diese schöne und erlebnisreiche Wanderung endet. Dann aber sind wir auch schon auf dem kurvenreichen Rückweg nach Trinidad, bereit für das nächste Abenteuer.

geselliger Hund sitzt mitten im Wald
lecker, aber sauer - Saft bei der Waldbar am Sendero Caburni

Video zur Wanderung im Nationalpark Topes de Collantes

Wanderung im Nationalpark Topes de Collantes zum idyllisch gelegenen Salto del Caburni. Aufnahmen vom Weg, dem Becken unterhalb der Wasserfälle und der oberen Wasserfälle.

Ausgangspunkt und Anforderungen der Wanderung zum Wasserfall

Die Anfahrt erfolgt ab Trinidad über die Route 12 und, rechts ab, die Route 152 in den Nationalpark Topes de Collantes bis zum Ort Topes de Collantes. Nach dem Info-Senter bzw. vor dem Kurhotel rechts abbiegen und der Straße bis zum kleinen Parkplatz vor dem Restaurant oberhalb der Bungalowsiedlung folgen.

AusgangspunktParkplatz beim Restaurant oberhalb Parque Caburní (770 m)
KoordinatenN 21.91900, W 80.01760
Gehzeit3.30 - 4 Stunden
Distanz6 km
Anstiegeca. 450 HM
GradT2-3 (je nach Nässe und Beschaffenheit der Leiter)
EinkehrBar El Gallito, Restaurant am Ausgangspunkt
gps-DatenWanderung Salto del Caburni gpx
kml-DatenWanderung Salto del Caburni kml

Wanderkarte Salto del Caburni | Topes de Collantes

Höhenprofil

Steigungsprofil

VG Wort