In der Kolonialstadt Trinidad

das lebendige, koloniale Freilichtmuseum

Laut unserer Straßenkarte hätten wir nahe beim El Nicho auf eine Straße Richtung Trinidad abbiegen können. Die gibt es auch. Vor Ort sieht die Fahrt aber schwierig zu meistern aus. Bis zum El Nicho wären wir zwar noch mit unserem Auto gekommen, nach Trinidad schaffen es auf dieser Route aber nur geländegängige Fahrzeuge. Für uns heißt das: Einmal wenden und den langen Weg wieder zurück zur Hauptstraße und weiter über Cumanayagua bis zur Circuito Sur. Was für ein Umweg! Dafür lernen wir auf dem nächsten Stück endlich die im Reiseführer versprochenen Schlaglöcher kennen. Aber zumindest sind wir laut unseren neuesten Mitfahrern richtig, auch wenn es schon spät ist und wir wegen der schlechten Straße nur langsam vorankommen.

Holpriger Empfang in Trinidad

Kurz vor der Abenddämmerung erreichen wir Trinidad. Wären wir auf dem Weg Richtung Sancti Spiritus geblieben, müssten wir nun nicht über das historische Kopfsteinpflaster durch die Altstadt rumpeln. Wie viel hält so ein Geely aus, bevor er auseinanderbricht? Wir wissen es nicht. Und herausfinden wollen wir es auch nicht unbedingt. Denn selbst so manch einen Geländewagen hätte man für solch holpriges Terrain wahrscheinlich erst einmal mit Spezialteilen aus einem Laden für Jeep Tuning aufrüsten müssen. Auch die wenigen Wagen am Straßenrand zeigen, dass bei derart schwierigen Verhältnissen Offroader die bessere Wahl sind. City-Flitzer ohne starke Federung sind indes Mangelware. Zu Fuß ist der Weg sehr angenehm, solange man sich auskennt. Das trifft nicht auf uns zwar nicht zu. Doch es ergeben sich glückliche Umstände. Ein großer Teil der Stadt für Autos abgesperrt, womit wir uns in den engen Gassen nicht verirren können. Außerdem zeigt uns ein netter Parkwächter schließlich den richtigen Weg. So kommen wir zwar spät und ziemlich müde beim Las Cuevas in Trinidad an, aber wir kommen an. Hoch über der Stadt sitzen wir kurz darauf auf unserer Bungalow-Terrasse, blicken über die Dächer von Trinidad und genießen den Sonnenuntergang.

Weltkulturerbe der UNESCO

1988 wurde Trinidad von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Aber das hat die am besten erhaltene Kolonialstadt Kubas auch verdient. Nirgendwo sonst findet man auf engstem Raum eine so große Ansammlung von kolonialen Gebäuden mit historischem Wert. Liebevoll restauriert strahlt die Altstadt heute wieder das herrliche koloniale Flair aus. Und auch wenn sie nach Kubas Hauptstadt Havanna die am meistern von Touristen besuchte Stadt des Landes ist, wirkt Trinidad noch nicht überladen. Durch die vielen einladenden Läden, Museen und Restaurants verteilt sich der Trubel gut. Nach dem langen Tag aber verschieben wir den ersten Rundgang auf den nächsten Morgen, freuen uns auf das Abendessen und den täglichen Mojito.

VG Wort