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Kapitol

Auf dem Kapitol endet unser erster Spaziergang. Eigentlich befinden wir uns damit auf einem der sieben Hügel, auf denen Rom erbaut wurde. Da aber die Kirche Santa Maria in Aracoeli und das Nationaldenkmal das Kapitol überragen, muss man etwas genauer gucken, um den Hügel zu erkennen.

Zumindest dann, wenn man von der Kirche über die steile Treppe zum Kapitolsplatz hinunter steigt und die auf der anderen Seite sanft ansteigende Rampentreppe gegenüber dem Rathaus erst anschließend entdeckt.

Kapitol, Blick auf das Rathaus
da kommt das Unwetter

Auch wenn der Platz tagsüber von Touristen überrannt wird, geht es hier ruhiger zu als auf den meisten anderen Plätzen im Zentrum, da wir uns in einem Bereich befinden, in dem Fahrzeuge nichts zu suchen haben. Es sei denn, das Auto oder Motorrad gehört zu einer Polizeistreife,

die (hoffentlich) Taschendiebe von ihrer Tätigkeit abhält. So können wir uns doch sicher fühlen, als wir vor dem neuen Palast der Kapitolinischen Museen die von daheim mitgebrachte Pizza genießen - na ja, man weiß ja nie, was einen in der Ferne erwartet (-:

Kapitol
lecker Pizza!!!

Nachdem der Kapitol zur Zeit des Römischen Reichs das politische und religiöse Zentrum mit z.B. dem Jupitertempel war, verkam er im Mittelalter zu einer überwucherten Ruinenlandschaft, auf der Ziegen das Gras fraßen. Erst als Karl V. 1536 nach Rom kam, entschied Paul III., dass die Stadt wieder ein ihr würdiges Aussehen bekommen sollte.

Er beauftragte Michelangelo mit der Planung der Piazza Campidoglio. Auch wenn die Pläne während der 100jährigen Bauzeit leicht abgeändert wurden, entstand aus Michelangelos Entwürfen ein einzigartiges Renaissance-Ensemble, das bis heute erhalten blieb.

Kapitol bei Gewitter
Kapitol bei Gewitter
Fast täglich finden hier Hochzeiten statt

Was bei unserem ersten Besuch etwas schade ist: gerade, als der Platz einen Moment fast ohne Menschen ist und ich zum Beispiel das Reiterstandbild Marc Aurels in Ruhe aufnehmen könnte, prasselt ein Gewitterschauer auf uns herab.

Weil unsere Kleidung dafür leider gar nicht ausgelegt ist, flüchten wir zunächst die Treppe zur Kirche hinauf, wo wir vor dem Eingang eines Gebäudes Schutz suchen, und fahren etwas später zurück zum Hotel.

Kapitol am Abend
Kapitol am Abend

Wobei, viel schöner ist der Platz eh erst, wenn die Dämmerung anbricht, die meisten Urlauber in den Restaurants oder Hotels sitzen und die Lichter auf dem Kapitol angehen.

Erst dann stellt sich das im Reise Know-How beschriebene Gefühl ein, das »den Spazierenden zu einem feierlichen Rhythmus zwingt«. Ganz besonders gilt das dann, wenn man zufällig Zeuge einer der Hochzeiten wird, die hier oben im Rathaus geschlossen werden.

VG Wort
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