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Plain of Six Glaciers

Warnschild auf dem Plain of Six Glaciers
Grundmoräne eines abgeschmolzenen Gletschers

Gut erholt nehmen wir die letzten knapp anderthalb Kilometer zum Aussichtpunkt über den Plain of Six Glaciers in Angriff. Mit dem Mont Lefroy nun deutlich vor Augen, erinnert uns nochmals eine Tafel an den tragischen Absturz von Phillip Abbot im Sommer 1896.

Wie Menschen so sind, war es ausgerechnet sein Tod, der das Interesse der Kanadier am Bergsteigen und Klettern noch bestärkte. So erreichte am 3. August 1897 eine Gruppe den Gipfel vom Mont Lefroy und bezwang damit den Berg, den bis dahin als unbesteigbar galt.

Ankunft am Aussichtspunkt des Plain of Six Glaciers
Lower Victoria Glacier, Unterer Victoria Gletscher
Überglückliche Annette beim Plain of Six Glaciers

Oberhalb vom Teehaus geht der Weg in einen Pfad über. Da wir uns oberhalb der Baumgrenze befinden, gewinnt außerdem der Wind wieder an Stärke. Konnten wir im Teehaus noch mit offener Jacke das schöne Wetter genießen, kontrollieren wir nun alle Reißverschlüsse, ob sie auch wirklich alle ganz zugezogen sind.

Nach einer Viertelstunde (ab dem Teehaus) warnt uns ein Schild am Wegrand, dass der weitere Trail nicht gepflegt werde. Da hier die wenigsten Wanderer an diesem Punkt umkehren, ist der Pfad aber gut zu erkennen und sicher genug, dass wir auch danach ohne Probleme vorankommen.

Unterer Victoria Gletscher
Blick über den unteren Victoria Gletscher und den Lefroy Gletscher

Einzig der Wind sorgt dafür, dass wir immer wieder innehalten, um besonders starke Böen abzuwarten. Gäbe es nicht schon die Redensart »es zieht wie Hechtsuppe«, auf der Ebene der Sechs Gletscher könnte man sie glatt neu erfinden. Tatsächlich haben wir - wie auch die Wanderer vor und hinter uns - mehr mit dem Sturm als der Steigung oder dem Pfad zu kämpfen. Einzelne weichen sogar auf einen schlechteren Pfad aus, der tiefer und geschützter liegt.

Als wir endlich den Aussichtspunkt am Ende des Trails erreichen, treffen uns mehrere Orkanböen. Direkt unterhalb der Gletscher einfach still stehen zu bleiben, ist unmöglich. Und doch genießen wir megastolz die gigantische Sicht über den Gletscherkessel zu den Gipfeln der umliegenden 3000er. Zugleich sind wir aber auch froh, dass wir unsere neuen Handschuhe vom Lake Moraine mitgenommen haben. Hier oben sind sie Gold wert.

Blick über den Gletscherfluss unterhalb vom Plain of Six Glaciers
Blick zum Mount Victoria und den oberen Mount Victoria Glacier
VG Wort