Wanderung am Whistler Mountain

Mit der Seilbahn hoch zur Bergstation

Das absolute Muss in Whistler ist natürlich, mit der Whistler Village Gondola auf den Whistler Mountain zu fahren. Offiziell sind die Gondeln ab zehn Uhr in Betrieb. Bei gutem Wetter beziehungsweise an Tagen mit starkem Besucherandrang kann man aber Glück haben, dass die Gondeln schon früher hoch auf den Berg fahren. So gilt auch hier: der frühe Vogel fängt den Wurm.

Im Sommer ist die Fahrt mit der Seilbahn übrigens auch die einzige Möglichkeit, zur Bergstation zu gelangen. Die Wege bis dorthin sind zwar nicht sonderlich schwer, allerdings den Mountainbikern vorbehalten. Angesichts der hohen Geschwindigkeit und spektakulären Sprünge der zumeist jungen Sportler ist das eine vernünftige Regelung.

Das Ticket für die Gondel versteht sich als Tagesticket. Neben der Whistler Village Gondola ist es für die Peak-to-Peak-Gondola, den Wizard Express und ein paar kürzere Seilbahnen gültig. Fahren kann man so oft man will, allerdings mit einer Einschränkung: wer bis ganz hinunter nach Whistler Village fährt, hat seinen Tag in den Bergen automatisch beendet. Die genauen Betriebszeiten der wichtigsten drei Gondeln gibt es auf der Seite von whistlerblackcomb.com.

Hilfsbereiter Empfang bei der Roundhouse Lodge

Schön finden wir, dass wir oben bei der Roundhouse Lodge von einem Angestellten der Gondel angesprochen und beraten werden. So erfahren wir, dass wir gut beraten waren, ein richtiges GPS-Navi mitgebracht zu haben. Denn Smartphones haben oft nur einen wackligen Empfang, der auch mal ganz abreißen kann und einem somit seiner elektronischen Orientierungshilfe beraubt.

Da wir schon recht früh am Morgen oben sind, empfiehlt uns der nette Herr, die Peak-2-Peak-Gondel erst einmal links liegen zu lassen. Stattdessen sollten wir gleich mit der nächsten Seilbahn, dem Peak Express, hinauf zum Whistler Summit fahren. Zugleich verspricht er: »Dann könnt ihr die wunderschöne Aussicht auf dem Whistler Peak in Ruhe genießen, bevor es voll wird.«

Wanderung auf dem Whistler Summit Interpretive Walk

Traumhaftes Bergpanorama

Am oberen Ende vom Whistler Express angekommen, trennen uns nur wenige Schritte bis zum Gipfel beziehungsweise dem Whistler Summit. Obwohl wir uns auf einer Höhe von 7087 Fuß oder auch 2.160 Meter über dem Meer befinden, ist es in der Sonne angenehm warm. Allerdings bläst uns ein kühler Wind um die Ohren, sodass wir die Jacken lieber geschlossen halten.

Wie uns der Mann versprochen hatte, sind erst wenige Ausflügler auf dem »Whistler Summit Interpretive Walk« unterwegs. Den Namen zu buchstabieren dauert übrigens in etwa so lange wie der Spaziergang zum Gipfel. Da es einige Ausflügler dann tatsächlich bei dieser kurzen Runde belassen, treffen wir früh am Vormittag nur im Bereich der Seilbahn auf eine größere Menschenmenge. Doch auch diese hält sich in engen Grenzen, sodass wir unsere Blicke ungestört über das traumhafte Bergpanorama rund um den Whistler schweifen lassen können.

Murmeltiere am High Note Trail

Schließlich begeben wir uns auf den High Note Trail. Er beginnt rechts vom Gipfelbereich (hinter dem Inukshuk) und zählt zu den beliebtesten Wanderwegen am Whistler. Weil er mit einer Länge von 9,4 Kilometer relativ lang ist, ist er aber dennoch nicht allzu überlaufen. Besonders schön ist der High Note Trail im Sommer, wenn an den Hängen des Whistlers die Blumenwiesen in voller Blüte stehen.

Viele der hier vorkommenden Arten sind uns aus den Schweizer Alpen bekannt. So wachsen hier oben Lupine, Anemonen, Weidenröschen und Alpen-Astern. Neu für uns ist hingegen eine rot blühende Pflanze mit dem Namen Common Red Paintbrush (Castilleja miniata), welche bei einem flächigen Auftreten ganze Berghänge rot einfärben kann.

Warum Murmeltiere in der Sonne baden

Überrascht sind wir schließlich, als wir Murmeltiere entdecken. An mehreren Stellen sitzen sie auf den Felsen, sonnen sich oder pfeifen sich gegenseitig zu. Um sie nicht zu verschrecken, verhalten wir uns so still wie möglich und machen andere Wanderer auf die scheuen Tieren aufmerksam. Sagten wir scheu? Nun, das trifft das Verhalten der Whistler-Murmeltiere nicht so ganz. Denn selbst, als eine Horde menschlicher Brüllaffen lautstark über den High Note Trail rumpelt, bleiben sie einfach sitzen und harren der Dinge. Solange die Störenfriede auf dem Wanderweg bleiben, erkennen sie darin keine Gefahr.

Beim Sonnenbaden geht es den Murmeltieren übrigens nicht darum, sich aufzuwärmen. Tatsächlich vertragen sie die Wärme nicht einmal sonderlich gut. Der Grund für dieses Verhalten liegt im Fell verborgen, in dem sich gerne Milben einnisten. Und eben diese lästigen Viecher mögen die plötzliche Hitze noch weniger. Sobald es ihnen im Pelz des Tiers zu heiß wird, springen sie heraus. Um selbst nicht zu überhitzen, bleiben die Murmeltiere mit dem Bauch auf dem kühlen Boden liegen. Sowie es dann nicht mehr juckt, ist die Fellpflege abgeschlossen.

Abkürzung über den Half Note Trail

Rund eindreiviertel Stunden nach unserem Aufbruch auf den High Note Trail beziehungsweise kurz nach einem schönen Aussichtspunkt hinab auf den Cheakamus Lake gabelt sich der Wanderweg. Wer den gesamten High Note Trail ablaufen möchte, hat bei der Gabelung noch 6,2 Kilometer vor sich, eh er das Roundhouse wieder erreicht.

Da die Zeit dann etwas knapp wird, um auf der anderen Seite noch eine kurze zweite Wanderung zu unternehmen, kürzen wir über den Half Note Trail ab. Dadurch sind es nur noch dreieinhalb Kilometer bis zurück zum Roundhouse und der Station der Peak-to-Peak-Gondola. In rund einer Stunde sollte das zu schaffen sein.

Zunächst aber steigt der Pfad ein gutes Stück an. Da wir außerdem in einen Bereich kommen, der weniger zur Sonne ausgerichtet ist als die Blumenwiesen am Südhang, müssen wir bald durch ein Schneefeld stapfen. Damit ändert sich die Landschaft binnen weniger Minuten und kommen wir in einen Bereich, in dem sich nur wenige Pflanzen behaupten können. Stattdessen charakterisieren Geröll, Schneewehen und Wechten das Bild. Auch fühlt sich der Wind wieder deutlich kühler an als auf der sonnigen Südseite des Whistlers.

Aufstieg auf den Little Whistler

Nach einer halben Stunde (ab dem Abzweig) erreichen wir schließlich den Gipfelbereich des Little Whistler. Wer will, kann sich nach dem Aufstieg in dem aus Holz gebauten Teehaus ausruhen beziehungsweise aufwärmen. Wir aber wollen keine Zeit verlieren und wandern über die Zufahrtsstraße zum Teehaus auf die andere Seite des Bergs und dann wieder hinab. Über Schneefelder müssen wir jetzt nicht mehr hinweglaufen.

Dafür beweisen meterhohe Schneewände, dass das Klima auch hier oben das ganze Jahr über frostig ist. Das ist dann wohl auch der Grund, warum die Beschilderung des Half Note Trails nicht immer eindeutig ist. So rätseln selbst Kanadier bei wenigstens einem Schild, wo es nun weiter gehen soll? Schließlich laufen sie mit uns in eine Sackgasse und stehen am Rande einer Skipiste. Im Zweifelsfall empfehlen wir, sich rechts und bergab zu halten.

Anfahrt und Anforderungen der Wanderung

Die Anfahrt zum Blackcomb Mountain erfolgt über den Sea-to-Sky Highway bis Whistler Village. Die Zufahrt führt im Olympiaort rechts über den Village Gate Boulevard bis zu den Parkplätzen am Blackcomb Way. Für die Tour sind feste Wanderschuhe erforderlich. Auch zumindest ein wenig Erfahrung im alpinen Gelände kann, auch wegen möglicher Wetterumschwünge, von Vorteil sein. Daneben empfiehlt sich leichte, aber warme und windabweisende Outdoor-Kleidung.

AusgangspunktBergstation der Whistler Village Gondola (1800 m)
KoordinatenN 50.11600, W 122.95300 (Parkplatz am Blackcomb Way)
Gehzeit3.30 Stunden (Whistler, High Note Trail)
Distanz7,8 km (Whistler, High Note Trail)
An-/Abstiegeca. 650 HM (Whistler, High Note Trail)
GradT2
EinkehrBergstation Whistler Village Gondola, Harmony Hut Tea House am Little Whistler
gps-DatenWanderung Whistler und Blackcomb gpx
kml-DatenWanderung Whistler Blackcomb kml

Wanderkarte Whistler Mountain

Höhenprofil

Steigungsprofil