Wanderung an den Lagoa do Fogo

Start beim Aussichtspunkt oberhalb des Kratersees

Nach dem Abstecher zum Thermalbecken der Caldeira Velha wagen wir nun doch unsere geplante Wanderung am Lagoa do Fogo. Der kleine Parkplatz am nördlichsten der vier Aussichtspunkte an der EN5-2A ist der Ausgangspunkt zu dieser Tour. Als wir dort ankommen, haben sich die Wolken und der Hochnebel weitestgehend verzogen, womit wir beim Start guter Dinge sind.

Schon der Panoramablick von hier oben auf den See lässt sich nur mit Begriffen wie idyllisch, herrlich oder einfach nur traumhaft schön umschreiben. Wen wundert es da, dass der Aussichtspunkt auch ein beliebter Stopp bei den Bussen ist? Um größeren Gruppen zu entgehen, machen wir uns daher gleich auf den Weg.

Blick vom Aussichtspunkt auf den Lagoa do Fogo
Baumheide am Hang des Lagoa do Fogo

Der Lagoa do Fogo ist ein naturbelassener Kratersee, der die innere Caldeira des Schichtvulkans Água de Pau bedeckt. Entstanden ist der noch junge Krater 1563 beim Ausbruch des Pico Sapateira. Tagelang spuckte dieser Lavamassen und Gestein, zerstörte Ortschaften und verbreitete auf ganz São Miguel Weltuntergangsstimmung.

Am Ende fiel der Vulkan in sich zusammen und war die neue Caldeira mit den hoch aufragenden Rändern geboren. Bald danach füllte sich die Caldeira mit Wasser und schenkte uns somit den Lagoa do Fogo – den Feuersee.

Wanderung zum Lagoa do Fogo
Wanderweg Lagoa do Fogo
die letzten Meter geht über eine Treppe zum Lagoa do Fogo

Da sich der See auf einer Höhe von 575 m über dem Meeresspiegel befindet, bilden sich hier oft Wolken, welche die Schönheit des Kraters verbergen. Wir haben Glück, dass sich die Wolken bei unserem Ausflug auf der anderen Seite der Berge stauen.

Damit können wir uns bei nunmehr strahlendem Sonnenschein an den Abstieg machen. Der Pfad ist leicht zu finden, wobei es zunächst relativ steil bergab geht. An den stark abschüssigen Stellen erleichtern stabile Holzleitern und Treppen das Vorwärtskommen. So erreichen wir nach etwa 25 Minuten doch bald und leicht das Seeufer.

Blick über den Kratersee Lagoa do Fogo
Leiter hinunter an den Kratersee Lagoa do Fogo

Strandwanderung am Kratersee

schmaler Sandstrand am Lagoa do Fogo
buschiges Hinterland des Sees, innerhab des Kraters

Nachdem wir am Lagoa do Fogo angekommen sind, halten wir uns links und laufen ein Stück entlang der Bucht, sodass wir bald eine Landzunge überqueren. Kurz bevor wir diese auf der Seeseite passiert haben, blicken wir noch einmal zurück zum Aussichtspunkt. Dadurch sehen wir gerade noch, wie ein Bus seine Fracht auslädt und sich ein Schwarm Touristen am Aussichtspunkt breit macht,

um einfach von oben ein, zwei Bilder aufzunehmen. Mit dem guten Gefühl, dieser Schnelltouristerei gerade noch entkommen zu sein, biegen wir um die Kurve. Im nächsten Moment umgibt uns nur noch Stille und erstreckt sich vor uns ein einsamer, körniger Sandstrand. Der einzige Wermutstropfen ist die ein oder andere Mücke, die uns auf dem nächsten Abschnitt plagt.

Strandwanderung um den Lagoa do Fogo
Blick vom Lagoa do Fogo über einen kleineren Nachbarsee zum Kraterrand
Felswände der Kraterwand um den Lagoa do Fogo

Hinter der Landzunge erreichen wir über einen Trampelpfad den nächsten See. Oder besser gesagt einen der seichten Seitentümpel. Hier finden Amphibien die besten Voraussetzungen für ihre Laichplätze. So findet man hier den Iberischen Wasserfrosch (Rana perezi). Daneben soll der Alpen-Kammmolch (Triturus carnifex) verbreitet sein. In einem großen Schilfgürtel dürften diese Tiere genügend Schutz vor Feinden finden.

Das Vorkommen der Amphibien sagt allerdings nichts über eine gute Wasserqualität des Sees aus. Durch die günstige Lage fernab der Zivilisation und umgeben von Steilhängen herrschen am See zwar recht günstige Umweltbedingungen. Trotzdem ist er überdüngt und wird aufgrund seines hohen Nährstoffgehalts als mesotroph eingeordnet.

Blick über den kleinen Nachbarsee des Lagoa do Fogo
Strand und Baumheide im Vulkankrater des Lagoa do Fogo

Ganz hinten in der Stille des Feuersees

Grasstreifen oberhalb des Ufers
kiesiger Strand vom Lagoa do Fogo

Der erste Strandabschnitt nach unserem Abstieg zum Lagoa do Fogo gleicht einem Badestrand. Dabei gilt: Je weiter wir in das Hinterland gelangen, desto mehr wird der Strand von den Vögel in Beschlag genommen. Kaum haben wir also den Schwefelgeruch aus der Caldeira Velha vergessen,

so ist es jetzt Guano, der unsere Nasen belästigt. Da die Gegend um die Caldera kaum besiedelt und zudem behördlich gegen Verbauung geschützt ist, bildet der Krater andererseits ein Paradies für Vögel. Der perfekte Ort für ein Natur- und Vogelschutzgebiet.

Heidekraut am Lagoa do Fogo
schluchtartiger Hang am Ostende des Sees
Mit Farn und Erika bewachsener Hang östlich vom Lagoa do Fogo

Am auffallendsten ist die Große Mittelmeermöwe (Larus michahellis atlantis). Denn trotz der Entfernung zum Meer nisten in der Caldera einige Seevögel. Hier haben sie ihre Ruhe und Schutz.

So findet man am Lagoa do Fogo Seeschwalben, die sonst an schwer zugänglichen Steilküsten brüten. Doch auch Bussarde, Amseln und Gebirgsstelzen fühlen sich hier wohl.

Blick über den Lagoa do Fogo
Aussicht über Lagoa do Fogo zum Barrosa

Je weiter wir in den hinteren Teil des Sees kommen, umso höher, steiler und schroffer wird das Gebirge um uns. Hier gelingt es dem endemischen Lorbeer noch, größere Flächen zu besiedeln. Zudem sind die Hänge mit Wacholder, Baumheide und Wolfsmilchgewächse bewachsen. Nach ein-dreiviertel Stunden erreichen wir an einer steil in den See hineinragenden Felsnase den Wendepunkt der Wanderung.

Dort befindet sich ein Kiesstrand und sonst nichts außer Stille und eine herrliche Aussicht über den See bis hinauf zu den fernen Aussichtspunkt an der Straße, wo sich die nächsten Touristen wie ganz kleine Ameisen um die besten Fotoplätze scharen.

reich bewachsener Hang am Ostufer des Sees
Lars und Annette am Lagoa do Fogo

Auch wenn die Strecke nicht allzu schwierig ist, wandern nur handvoll Urlauber bis an das Ende des Sees oder noch darüber hinaus. So begegnen wir nur einem Ehepaar, welches um die Felsnase herum klettert, um irgendwo anders herauszukommen oder den See komplett zu umrunden.

Wo und ob das überhaupt möglich ist, wissen wir nicht, weil wir die beiden danach nicht mehr gesehen haben. Wohl aber haben wir das tolle Wetter am See gut genutzt, sodass wir uns zufrieden auf den Rückweg machen können.

Lagoa do Fogo | Schöne Wanderung auf den Azoren

Eindrücke von einer Wanderung an den Lagoa do Fogo auf der Azoren-Insel São Miguel.

Ausgangspunkt und Anforderungen der Wanderung

Von der EN1-1A direkt östlich von Lagoa oder bei Ribeira Grande auf die EN5-2A abbiegen. Der Bergstraße bis zum kleinen Parkplatz entlang der Straße folgen. Bei allen drei Aussichtspunkten an der Straße ist das Parken möglich.

Ausgangspunkt Parkplatz oh. des Lagoa do Fogo an der EN5-2A
Koordinaten N 37.76930, W 25.48870
Gehzeit 2.45 Stunden
Distanz 6,8 km
Anstiege ca. 150 HM
Grad T2-3 (Leitern im unwegsamen Abstieg an den See)
Einkehr keine, schöner Ort für Picknick
gps-Daten Wanderung Lagoa do Fogo gpx
kml-Daten Wanderung Lagoa do Fogo kml

Wanderkarte Lagoa do Fogo

Höhenprofil

Steigungsprofil

VG Wort