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Farol do Arnel

Leuchtturm von Arnel

Etwas abgeschieden im Nordosten liegt der Bezirk Nordeste (je, auch die Portugiesen geben sich nicht immer viel Mühe mit den Namen) mit dem gleichnamigen Hauptort. Lange Zeit wurde diese Ecke auf São Miguel wirtschaftlich und touristisch vernachlässigt. Die Wege über das Festland waren so schlecht, dass Nordeste zu Fuß und mit Fahrzeugen nur schwer erreichbar war. Als Folge nutzten die Menschen lieber das Boot als Transportmittel.

Den Hafen, den es dazu brauchte, finden wir am Ponta do Arnel. Von einer Aussichtsplattform an der EN1-1A sowie 150 Meter über dem Meer öffnet sich die Sicht hinunter auf den Leuchtturm von Arnel. Egal ob Berg oder Turm, wir müssen irgendwie immer überall hoch laufen. Unserem inneren Instinkt folgend, lassen wir das Auto bei der Plattform stehen und begeben uns hier jedoch erst einmal auf den Weg nach unten.

Blick von der Küstenstraße hinab zum Leuchtturm von Arnel
Hier fahren Autos!

Bei der Abfahrt steht ein Schild, das auf ein Gefälle von 25% hinweist. Es war eine gute Entscheidung, das Auto oben stehen zu lassen. Bis zum Leuchtturm, dem Farol do Arnel, geht es in engen Kurven nach unten und obwohl es extrem steil ist, fahren Autos hinunter. Durch die Steilkurven ist es sicher schwierig, wieder nach oben zu kommen.

Vorausgesetzt, dass es PS-schwache Autos überhaupt schaffen. Ich will nicht wissen, wie oft hier Touristenautos hängen bleiben und von den Einheimischen abgeschleppt werden müssen. Denn durch die engen Kurven ist es nicht einmal möglich, Anlauf zu nehmen.

Straße hinab zum Leuchtturm von Arnel
Leuchtturm von Arnel
25 % Gefälle und enge Kurven auf dem Weg zum Farol Arnel

Der 1876 gebaute, achteckige Turm ist der älteste Leuchtturm der Azoren. Er hat eine Höhe von 15 Metern, ist aber geschlossen. Ob man in ihn hineingehen kann, wissen wir nicht.

Aber auch so haben wir von hier schon wir eine atemberaubende Sicht auf die Steilküste und auf den Atlantik.

Farol do Arnel kurz nach Sonnenuntergang
Die letzten Meter Straße zur Bucht beim Farol Arnel

Ab dem Leuchtturm sind es nochmals 66 Höhenmeter bis hinunter zum Hafen. Die Straße ist mit weiteren engen Kurven gespickt und auf dem unteren Abschnitt mit 35% Steigung noch einiges steiler als oben. Selbst das Laufen wird dadurch unangenehm.

Dafür lenken hübsche kleine Häuschen am Hang von der Mühe ab. Direkt unten am Wasser sind dann die bunten Fischerboote in Reih und Glied angeordnet. Ein richtig schöner Ort zum wieder hoch laufen.

eine der hübschen Hütten beim Farol Arnel
kleine Fischerboote bei Arnel

Schlagzeilen machte dieser Ort kurz vorm Ende des Ersten Weltkriegs. Am 14. Oktober 1918 hatte das deutsches U-Boot SM U-139 das portugiesische Schlachtschiff Augusto de Castilho 190 Kilometer südwestlich der Azoren versenkt.

Nach sechs Tagen auf hoher See strandete ein Rettungsboot des Kriegsschiffs an der Küste beim Ponta do Arnel. Die Matrosen konnten gerettet werden, womit dieser Ort in die Geschichte von Portugal einging.

Farol do Arnel auf São Miguel

Eindrücke vom Leuchtturm bei Arnel auf der Azoreninsel São Miguel.
VG Wort
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