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St. Lucia

schaukelige Nacht in der Bucht von Soufriere

Ankunft in St. Lucia
Die Pitons sind das Wahrzeichen von St. Lucia.

Tatsächlich wechselt die Strömung, kurz bevor wir die Bucht von Soufriere erreichen. Damit geht es die letzten zwei Seemeilen nur noch im Schneckentempo voran. Dennoch stellen wir mit fünfeinhalb Stunden eine neue Bestzeit der Blue Wave zwischen St. Vincent und St. Lucia auf. Wie bei Kingstown müssen wir auch hier an einer Mooring festmachen.

Es ist das bereits zweite Mal, dass wir an diesem Tag Glück haben. Denn der Mann, der uns mit einem Dingi entgegen kommt und in die malerische Bucht begleitet, steuert eine der wenigen Moorings auf der linken Seite an, sodass wir direkt zu den beiden Pitons hinüberschauen können.

Bucht von Soufriere, St. Lucia
Regenbogen über Soufriere, St. Lucia

Weniger begeistert ist unser Skipper. Um nicht zu sagen, er reagiert eher mürrisch, als mir auffällt, dass das Boot hier stärker schaukelt als während der gesamten Überfahrt. Was ich nicht weiß: dieses ständige, heftige hin und her ist typisch für die Bucht von Soufriere.

Verursacht wird dies durch das Wechselspiel zwischen den in die Bucht rollenden Wellen und der Steilküste. Praktisch sieht das dann so aus, dass die Boote - je nachdem, wie sie sich gerade gedreht haben - in einem fort auf und ab oder von links nach rechts und zurück schwanken.

Bucht von Soufriere, St. Lucia
Bucht von Soufriere und Pitons, St. Lucia

Später gesteht Bobby, dass er durch diesen vermaledeiten Wellengang einmal aus seinem Bett in die Lücke zum Frühstückstisch geplumpst ist; mit den Armen dummerweise so, dass er den Sturz nicht auffangen,

geschweige sich anschließend vom Boden wieder hochstemmen konnte. Seine Freundin, die damals noch mit an Bord war, hatte ihn dann aus dieser misslichen Lage befreit.

Pitons, St. Lucia

Nun gut, wir sind gewarnt, nachts möglichst so zu liegen, dass uns kein ähnliches Schicksal ereilt. Die Frage ist nur, wie man das am besten anstellt bzw. wie man eine gefundene sichere Lage - etwa mit je einem angewinkelten Bein und Arm - im Schlaf beibehält. Mal abgesehen davon, dass man ja auch noch die Laune des Captains überleben muss.

So ist das erste, was ich am nächsten Morgen höre: »Ich wollte euch alle umbringen ... ! Das nächste Mal anker’ ich wieder woanders!« Armer Bobby, der die ganze, zudem noch regnerische Nacht kein Auge zutun konnte. Zuvor aber steht ein gemütlicher Nachmittag auf unserem Programm, zu dem natürlich auch wieder Schnorcheln gehört.

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