Auf dem Segelboot Blue Wave

Wir segeln zehn Tage durch die Karibik

Noch etwas flau auf den Beinen lernen wir am Fähranleger von Carriacou Bobby kennen. Es ist der Skipper von unserem Segelboot Blue Wave, mit dem wir die nächsten zehn Tage durch die Karibik segeln wollen. Dass er das Boot in- und auswendig kennt, steht außer Frage. Denn Bobby hat die Blue Wave vor 30 Jahren in der eigenen Werkstatt Stück für Stück zusammengebaut und seitdem immer wieder etwas erneuert oder ergänzt.

So haben zwei kleine Windräder und drei Solaranlagen den sonst nötigen Generator in den Ruhestand geschickt. »Früher musste ich zweimal am Tag den Generator laufen lassen, um die Lkw-Batterien zu laden«, erklärt Bobby. »Jetzt habe ich Ruhe.«

losmachen von einer Mooring
VIP-Lounge auf der Blue Wave

»Luken zu!« - Schlafen auf einem Segelboot

An Bord bzw. in den Kajüten haben sechs Gäste Platz. Die Betten sind durch die Form der Segelyacht übereinander angebracht und - das obere - entsprechend eng, aber immer noch geräumiger als in den meisten anderen Segelbooten. Für frische Luft sorgen (nachts) das Seitenfenster und eine Luke zum Deck.

Es sei denn, es zieht eine der häufigen Regenwolken über das Boot hinweg. Oft fallen zwar nur ein paar Tropfen, die aber reichen, um den Schlaf zu unterbrechen. Gut hat, wer dann im unteren Bett liegt. Denn »Luken zu!« richtet sich in erster Linie an den, der oben schläft, in unserem Fall Annette.

Segelboot Blue Wave in der Wallilabou Bay
So lässt es sich beim Segeln aushalten.
Captain Horst Bobzin alias Bobby

Die Versorgung auf dem Segelboot

Empfehlen können wir das Frühstück, das Bobby serviert. Denn dies beinhaltet mit reichlich Toast, verschiedenen Sorten Käse und Wurst, Schinken, Marmelade und Gelee, Honig und jeden zweiten Morgen ein perfekt gekochtes Ei weit mehr als das kontinentale Frühstück im Flamboyant Hotel oder - auf St. Lucia - das im Hotel Harmony Suites.

Ebenfalls empfehlen können wir den Platz zwischen dem Hauptmast der Blue Wave und geschützten sogenannten Wintergarten. Wenn das Boot nicht gerade auf hoher See ist und man sonst auch nichts zu tun hat außer einen Rum Punch zu trinken, kann man es dort gut stundenlang aushalten.

Blick übers Backbord der Blue Wave zu den Tobago Cays
französisches Frühstück auf der Blue Wave

Apropos Rum: zur Begrüßung an Bord - und wohl auch, um nach der Überfahrt von Grenada wieder etwas Farbe ins Gesicht zu bekommen - gibt es als Willkommenstrunk erst einmal eine Runde Rum Punch, natürlich eisgekühlt.

All zu lange dürfen wir uns mit dem Trinken allerdings nicht Zeit lassen, da wir schon bald zu unserem ersten Landausflug aufbrechen müssen.

Strandspaziergang auf Petit Bateau
Bobby serviert die Vorspeise unseres leckeren Captain Dinners.
Annette beim Captains Dinner

Eines der Highlights auf der Blue Wave erwartet uns bei den Inseln der Tobago Cays: Das Captains Dinner! Gut, da wir nur zu fünft (inklusive Skipper) auf dem Boot sind, hatten wir schon vorher zwei Dinner mit dem Kapitän. Aber nur bei den Tobago Cays wirft Bobby den Gasgrill an, um super leckere und reichlich bestückte Fleischspieße zu grillen.

Was sollen wir sagen? Alleine die Spieße und die dazu gereichten Beilagen hätten ausgereicht, um uns satt zu machen. Aber die Vorspeise - Riesengarnelen, serviert mit einer köstlichen Cocktailsoße - stehen zu lassen, wäre einem kulinarischen Verbrechen gleich gekommen.

King Prawns, Tiger Prawns, Riesen-Garnelen
Der halbe Spieß ist vom leckeren Fleisch befreit.
VG Wort