Kameltal, Liebestal und Özkonak

die unterirdischen Siedlungen in Kappadokien

Nach einem abendlichen Abstecher im »Liebestal« sowie einem morgendlichen Spaziergang durchs Kameltal besuchten wir am nächsten Tag mit Özkonak, die unterirdische Stadt in Kappadokien und ein absolutes Muss einer jeden Reise durch die Region. Neben Derinkuyu und Kaymakli ist Özkonak eine von 150 bis 200 unterirdischen Siedlungen, die in der Region vermutet werden.

Dabei konnten bis heute längst nicht alle diese Siedlungen entdeckt werden. Özkonak selbst ist die größte dieser Siedlungen (hier lebten zeitweise bis zu 30.000 Menschen), die wahrscheinlich von den Hethitern als Lager oder aber für taktische Manöver ihrer Soldaten errichtet wurde.
Da der Auszug der Hethiter organisiert durchgeführt wurde, ist bis heute leider nur sehr wenig über die Entstehungsgeschichte unbekannt.

Zur byzanthinischen Zeit wurden die unterirdischen Siedlungen von Christen besiedelt, die hier Schutz vor den Arabern suchten. In dieser Zeit wurden die Städte im Untergrund weiter ausgebaut. Um sich vor Angreifern zu schützen, wurden die Eingänge stets sehr versteckt gehalten, und wenn sich doch ein Christ längere Zeit draußen blicken ließ, diente dieser zumeist als Lockvogel, der die Angreifer in eine der unterirdischen Fallen locken sollte.

Einmal in einem bestimmten Gang angelangt, wurden die Eindringlinge mit zwei 500 kg schweren Rollsteinen eingesperrt, wo sie durch kleine Öffnungen hindurch getötet wurden oder einfach elends verdursteten. Leider sind nur wenige Räume der Anlage zugänglich, sodass dieser Programmpunkt doch sehr schnell absolviert war und wir schon nach wenigen Minuten die schmalen und sehr niedrigen Gänge zurück ans Tageslicht erkrabbelten.

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