Anzeige

Glenmuick

Wanderung zum Loch Muick

auf dem Weg zum See von Glenmuick
Brücke beim Glenmuick - noch regnet es

Nach unserem Frühstück in Ballater unternehmen wir einen Abstecher zum Loch Muick. Dafür überqueren wir den Fluss Dee und wechseln bei der Bridge of Muick auf eine enge Nebenstrecke entlang des River Muick.

Schroffe Felsen und Heidelandschaft begleiten uns auf dem Weg Richtung See, bis wir schließlich einen großen Parkplatz erreichen. Für drei Pfund können wir hier den ganzen Tag parken. Gut, so lange wollen wir zwar nicht bleiben, aber günstiger gibt es nicht.

beim Loch Muick
beim Loch Muick

Jetzt zu Fuß, überqueren wir eine Holzbrücke über den River Muick. Sowie wir das leider geschlossene Besucherzentrum passiert haben, laufen wir auf den beliebten Lochmuick Path. Beim Aufbruch überlegen wir noch, ob wir den See umrunden sollen. Mit 12,5 Kilometer wäre dies eine schöne Wanderung und die Wetteraussichten sind laut der Vorhersage hervorragend.

Leider sieht es in der Natur anders aus und schimpfen uns entgegenkommende Regenwolken die Meteorologen Lügen. Tatsächlich können wir schön beobachten, wie die Wolken um die Berge herum kommen und wissen dann auch schon: gleich werden wir nass. Schotten stört das wenig. Um sich als Regen zu qualifizieren, braucht es mehr als einzelne kurze Schauer. So läuft dann auch eine Familie schnurstracks an uns vorbei und nimmt den Weg zur Seeumrundung.

beim Loch Muick

Wir belassen es hingegen bei einer kurzen Runde und biegen noch vor dem See rechts ab. Wir haben Glück und erreichen Sekunden vor dem größten Regenschauer ein Bootshaus, sodass wir uns unterstellen können. Zum Glück reißt der Himmel schon bald wieder auf und ist es auf einmal herrlich schön.

Schottisches Wetter eben. Umkehren und die längere Runde wollen wir trotzdem nicht wandern, schon alleine deshalb, weil ich ganz nah am Weg Hirsche entdeckt habe, die vorher noch weit in den Heiden standen.

Wanderung beim Glenmuick
Wanderung beim Glenmuick

Was mir Freude bereitet ist für die Schotten weniger spaßig. Es ist nämlich keine Seltenheit, solch eine Rotwild-Population in Schottland anzutreffen. Seit den sechziger Jahren haben sich die Tiere explosionsartig ausgebreitet und umfassen inzwischen 30 % des gesamten europäischen Bestandes. Die Tiere sind etwas kleiner als das Rotwild, welches wir bei uns im Schwarzwald oder im Elsass antreffen. Die Schäden, die sie an Baum- und Bodenflora anrichten sind trotzdem gewaltig. In einigen Gegenden hat es der Forst längst aufgegeben, Bäume nachzupflanzen, da sie sofort wieder abgefressen werden.

Durch Jagd wird man den Tieren kaum Herr. Hier am Glen Muick wäre es wohl kein Problem, den Bestand etwas zu reduzieren. Aber wahrscheinlich ist es den Jägern zu langweilig, sich um die fast handzahmen Tiere zu kümmern. Oder, wie Lars es sagt: »Hier braucht ja nicht einmal ein alter Daddy mit zitternder Hand eine Trichterflinte, um die Viecher zu treffen.« Mir kann es gleich sein, ich freue mich über die lebenden Tiere. Und dass sie in Schottland keine natürlichen Feinde mehr haben, ist ja nicht ihre Schuld.

Forsthaus beim Glenmuick
Wanderung beim Glenmuick

Wo wir schon dabei sind: auf dem Rückweg kommen wir an herrlich gelegenen Jagdhütten vorbei. Zwischen riesigen Rhododendron-Büschen stehen die graue Häuser von Allt-na-giubhsaich und bieten einen traumhaften Blick über die Weiden zum Loch Muick. Für uns der perfekte Platz für ein kleines Picknick, bevor wir uns nächstes Ziel ansteuern: das Balmoral Castle.

VG Wort
Anzeige