Moskau, wo der Wahnsinn ein Zuhause hat...

Reisebericht unserer Städtereise nach Moskau

Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz

Moskau, die größte Stadt in Europa, ist sicher eine Reise wert. Allein der Rote Platz mit dem historischen Museum, dem Auferstehungstor, dem Lenin-Mausoleum und der Basilius-Kathedrale bietet einige Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt gesehen haben sollte. Ganz zu schweigen vom benachbarten Kreml, wo sich neben dem weltlichen Machtzentrum Russlands drei prächtige Kathedralen und etliche Türme befinden. Aber auch die weniger bekannten Ziele in der Stadt wie das Neujungfrauenkloster,

das Freilichtmuseum Kolomenskoje und die frühere Sommerresidenz Katharina der Großen, Zarizyno, haben wir besucht. Und doch, diese Stadt brauchen wir so schnell kein zweites Mal. Denn neben all der Pracht zählt Moskau zweifellos auch zu den anstrengendsten Städten in Europa, bei der allein die Fahrt mit der Metro immer wieder ein kräftezehrendes Abenteuer ist - die übrigens bessere Alternative zum zähen, oft stockenden Verkehr auf den drei- und vierspurigen Hauptstraßen der Stadt.

Blick über die Moskwa zum Kreml
Metro-Station Majakovskaya in Moskau

Auf der Karte von Moskau habe ich die einzelnen Sehenswürdigkeiten und Parks eingetragen, die wir bei unserer Städtereise besucht haben. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Punkten lassen erahnen, was wir uns auf unseren Streifzügen durch die Stadt zugemutet haben... teilweise waren wir am Abend fix und fertig! Wir sind in Moskau, wo der Wahnsinn ein Zuhause hat...

Erste Eindrücke von der größten Stadt Europas

»Mensch, ist das hektisch hier. Und warum gibt es keine Restaurants?« Besser als Annette könnte ich es nicht ausdrücken. Wo sich in anderen Städten die Restaurants aneinander reihen und man die Qual der Wahl zwischen den verschiedenen Richtungen hat, kann man in vielen - den meisten? - Straßenzügen Moskaus froh sein, überhaupt ein Gasthaus zu finden.

Blick über die Moskwa um Kreml
Lenin-Bibliothek

So müssen wir an unserem ersten Abend ein gutes Stück laufen, bis wir eine CCCP-Nostalgie-Kneipe finden, bevor wir eine rein russische Speisekarte in die Hand gedrückt bekommen. Von den Wänden lächeln uns altsozialistische Größen entgegen,

erkennen wir Erich Honecker und Gorbatschow. Auf unserem Tisch liegen laminierte Zeitungsausschnitte aus längst vergangenen Zeiten und auf der Bühne spielen und singen zwei Musiker französische und englische Lieder.

Historisches Museum von Moskau
Kuppeln der Kirche der Gottesmutter von Kasan in Moskau

Es sind nur wenige Gäste anwesend und die zwei Bedienungen nutzen jede Pause, um auf ihrem Handy Kurznachrichten zu tippen oder die nächste Zigarette anzustecken. Und doch sind wir froh, nach der Ankunft auf dem Flughafen Domodedovo und der Fahrt zum Hotel Kosmos endlich ein wenig Ruhe zu finden.

Denn ganz gleich, ob im Aeroexpress, in der Metro mit ihren Tücken oder im riesigen Hotel Kosmos, überall schlägt uns Hektik entgegen. Nein, wer denkt, in Moskau ein paar gemütliche Tage verbringen zu können, sieht sich schon nach wenigen Stunden eines Besseren belehrt.

Patriarchenpalast / 12-Apostelkirche
Mahnmal zu Gedenken der Gulag-Opfer im Skulpturenpark

Genauso wird sich, wer kurz nach Fall des eisernen Vorhangs in der russischen Hauptstadt war, umgucken. Denn seit Anfang der 90er Jahre hat sich die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge von 350.000 auf mittlerweile über 3,5 Millionen verzehnfacht. Die Stadt mit dem Auto zu erkunden,

ist entsprechend zeitraubend und der daraus resultierende Verkehrskollaps Grund genug für viele Moskaureisende, auf die Taxifahrt vom und zum Flughafen zu verzichten. Mal ganz zu schweigen von den Preisen, die deutlich angezogen und die Qualität weit hinter sich gelassen haben.

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