St. John's Co-Cathedral

und die Grabmäler der Großmeister

die St. John's Co-Cathedral in Valletta
in der St. John's Co-Cathedral von Valletta

Schlicht und streng wirkt das Äußere des barocken Baus der St. John's Co-Cathedral. Großmeister Jean de la Cassière hatte den Bau einer repräsentativen Klosterkirche beim Sitz des Ordens in Auftrag gegeben. Daraufhin errichteten die Malteser die Kirche zwischen 1573 und 1578. Doch auch wenn der Bau des Gebäudes relativ schnell vonstatten ging, so vergingen anschließend noch über 100 Jahre,

bis auch die Ausstattung des Innenraums fertiggestellt war. Im Jahr 1820 erhob Papst Pius VII. die Kirche schließlich zur Ko-Kathedrale. Da sich der eigentliche Bischofssitz von Malta in Mdina befindet, bekam die Kathedrale den Zusatz »Co«. Ziel war es, die Bedeutung der Kirche nach der Vertreibung der Malteserritter durch Napoléon Bonaparte zu unterstreichen.

von Mattia Pretis bemalte Gewölbe in der St. John's Co-Cathedral
Grabmal in der St. John's Co-Cathedral von Valletta

Durch das Hauptportal betreten die Gläubigen die Kirche nur zu den Gottesdiensten. Anders als in Santiago de Compostela sind während dieser Zeiten Besichtigungen verboten. Mehr als 90 Prozent der Malteser sind Katholiken und viele leben ihre Religion streng.

Allerdings beten sie zu Allah, was in der frühzeitlichen Entwicklung der Insel begründet ist. Malti, die Landessprache, ist eine semitische Sprache mit arabischem Dialekt. Gott heißt also Allah auf maltesisch. Montags ist kein Gottesdienst und wir nehmen den Eingang bei der Republic Street.

Grabmal in der St. John's Co-Cathedral von Valletta
in der St. John's Co-Cathedral von Valletta
der Heilige Georg in der Katalonischen Kapelle

Sowie wir wenig später beim Hauptportal stehen und in das Hauptschiff der Kirche blicken, sind wir überwältigt. Reichlich Gold und geschnitzte Ornamente zieren die Bögen zu den einzelnen Kapellen. Mattia Pretis bemalte die Gewölbe mit Bildern, die aus dem Leben Johannes des Täufers erzählen.

Als Schutzpatron des Malteserordens ist ihm die Kirche geweiht. Der Boden ist über und über mit Grabplatten belegt, verziert mit kunstvollen und bunten Einlegearbeiten aus verschiedenem Marmor. Von besonderer Bedeutung ist hier der gelbe Marmor, der sich durch Erhitzen rötlich verfärbt und so feine Muster ermöglicht.

Altarraum in der St. John's Co-Cathedral von Valletta

Der frühere Johanniterorden war in acht Landsmannschaften unterteilt. Durch die verschiedenen Sprachen sind sie auch als »Zungen« (langues) bekannt. Anstelle von Seitenschiffen wurden in der Ko-Kathedrale reich verzierte Kapellen eingerichtet und jeweils einer Landsmannschaft oder Zunge zugeordnet. Die Deutsche Kapelle ist den Heiligen Drei Königen geweiht. Sie unterscheidet sich von den umliegenden Kapellen dadurch, dass in ihr kein Großmeister beigesetzt wurde.

Das liegt daran, dass es mit Ferdinand von Hompesch zu Bolheim nur einen Deutschen Großmeister gab. Er war derjenige, der bei der Ankunft Napoléons entschied, ein Blutvergießen unter Glaubensbrüder zu vermeiden und damit die kurze französische Herrschaft über Malta ermöglichte. Ferdinand von Hompesch ist 1805 im französischen Exil gestorben, wo er auch beigesetzt wurde.

Grabmal in der St. John's Co-Cathedral von Valletta
Kapelle in der St. John's Co-Cathedral von Valletta
Kapelle in der St. John's Co-Cathedral von Valletta

In der Kapelle der Provence führen Stufen zu einer Krypta hinab. In ihr befinden sich die Gräber der ersten zwölf maltesischen Großmeister. Schlicht bis pompös sind die einzelnen Grabmäler der Großmeister in den Kapellen. So zeigt eines den italienischen Großmeister Carafa, der vor der Dardanellen-Schlacht dargestellt ist. Hinzu kommen aufwendige Altargemälde, wie das des Heiligen Georg in der Katalanischen Kapelle, der von seinem Pferd aus einen Drachen tötet.

Passend dazu werden wir bei unserem Rundgang von einer dramatischen Orgelmusik begleitet. Zum Glück bleibt uns durch die frühe Ankunft in Valletta genügend Zeit, um auch die übrigen Kapellen der Kathedrale ausgiebig zu besichtigen. Dann betritt eine riesige Gruppe – sehr wahrscheinlich von einem Kreuzfahrtschiff – die Kirche und füllen sich die Gänge zusehends mit Ausflüglern. Damit ist es Zeit, zu gehen, Sabine zu suchen und die Stadtbesichtigung fortzusetzen.

Video St John's Co-Cathedral in Valletta

Eindrücke von der St John's Co-Cathedral in Valletta. Aufnahmen der prächtigen Kirchenausstattung mit den herrlichen Seitenkapellen der Großmeister.
VG Wort