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Im Gassengewirr von Sliema

zwischen Jugendstilvillen und Bauruinen

Am ersten richtigen Tag auf Malta sind wir früh wach und auch schon bald auf den Beinen. Zuhause haben wir bereits Gutscheine für eine Hafenrundfahrt besorgt. Mit dem Schiff wollen wir die beiden Naturhäfen Vallettas – den Marsamxett und den Großen Hafen – besichtigen. Doch bis es soweit ist, müssen wir uns erst einmal mit Maltas Straßen und Verkehrsführung vertraut machen.

Bei der Anfahrt vom Flughafen konnten wir wegen Dunkelheit nur wenig sehen. Jetzt, am helllichten Tag, ist es einiges einfacher, sich zurechtzufinden. So ignorieren wir manch eine Anweisung unseres Navis, verzichten damit auf Schleichwege und nutzen stattdessen die gut ausgebauten Hauptstraßen. Auf diesen kann es ja nur Richtung Valletta gehen.

an der Hafenpromenade von Sliema auf Malta
an der Hafenpromenade von Sliema auf Malta

Valletta gehört zu den kleinsten Hauptstädten der Welt. Mit 80 Hektar und weniger als 6000 Einwohnern ist sie sogar die kleinste Hauptstadt innerhalb der Europäischen Union. Grund dafür sind die Bastionen, welche das Stadtgebiet eng umschließen. Wer allerdings denkt, da könnte man gemütlich hinfahren, wird vor Ort eines Besseren belehrt.

Im Einzugsbereich Vallettas und Sliemas lebt heute knapp die halbe Bevölkerung Maltas. Die Ortschaften und Stadtteile sind längst zusammengewachsen und gehen fließend ineinander über. Schön wäre auch fließender Verkehr – angesagt ist aber täglicher Stau.

Hafenpromenade von Sliema auf Malta
Hafenpromenade von Sliema auf Malta

Sliema ist einer der beliebtesten Wohnorte auf Malta. Die Stadt ist modern und lebendig, die Wohnungen und Mieten dafür unheimlich teuer. Platz ist Mangelware, die Gassen sind somit schmal. Auch Parkplätze sind schwer zu finden. Mitten in Sliema verführt uns das Navi leider doch noch, die Hauptstraße zu verlassen.

So gelangen wir dummerweise in ein enges Gassengewirr mit lauter Einbahnstraßen, deren vorgeschriebene Richtung Garmin offenbar unbekannt ist. Erst als sich Lars über die geduldigen Anweisungen fast genauso geduldig hinwegsetzt, findet er einen Ausgang zum Hafen.

beim Fährhafen von Sliema
alte Kirche bei Sliema

Dort erwartet uns das nächste Problem: wohin mit dem Wagen? Wo immer es erlaubt und möglich ist, einen Pkw abzustellen, steht bereits einer. Und die wenigen Lücken sind mit einem gelben Doppelstrich markiert, was bedeutet: hier darf nicht geparkt werden. Am Ende der Hafenstraße finden wir schließlich eine Tiefgarage.

Dank der relativ hohen Gebühren können wir dort nahezu frei wählen, in welchem Bereich wir unseren kleinen C1 abstellen. So bleibt uns dann doch eine nervenaufreibende Parkplatzsuche erspart und haben wir genügend Zeit, unser Schiff zu erreichen.

Schwimmbad von Sliema
Blick von Sliema nach Valletta

So bummeln wir noch ein ganzes Stück entlang der Hafenpromenade. Was ausgerechnet Sliema so beliebt macht, bleibt uns schleierhaft. Unschöne Hochhäuser neben Rohbauten oder auch Bauruinen verderben das Stadtbild. Die wenigen Jugendstilvillen dazwischen wirken eingeengt und deplatziert. Was bleibt, ist der Blick Richtung Valletta – und der ist einfach herrlich.

Eine schöne Aussicht hat auch das Hafenschwimmbad von Sliema. Der Betonbau scheint die Badegäste wenig zu stören. Hauptsache Sonne, Wasser und eine Bar in Rufweite. Wir gehen lieber weiter. Jede Menge Ausflugsboote sind auf Kundenfang. An den Ticketständen vorbei finden wir bald unser Schiff von Captain Morgan Cruises, wo wir auch sofort an Bord gehen können.

VG Wort
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