Café Wedel | Kakaostube der Oberschicht

Die dickste Schokolade in Warschau

Café Wedel-Namenszug
Verkaufstheke im Café Wedel
Café Wedel - Frühstückssaal

Lust auf ein Zehntausend-Kalorien-Frühstück? Dann ist die Kakaostube im Café Wedel (Ecke ul. Szpitalna/ul. Górskiego) genau das richtige. Denn ab 1851 servierte hier E. Wedel den feinen Damen der Warschauer Oberschicht eine heiße Schokolade, die so dick war, dass beinahe der Löffel drin stehen blieb und schon wenige Schlucke den Energiebedarf der »ach so gestressten« Damen deckte. Dem nicht genug, bot ihnen E. Wedel während ihres Aufenthalts feinste Konfiserie, Pralinen, Bonbons und andere Köstlichkeiten zum Kauf an.

Wappen von Café Wedel
Das Frühstück wird gebracht
nostalgisches Ambiente

Heiße Schokolade zum Frühstück im Café Wedel

Wie durch ein Wunder hat das Café Wedel den Krieg unbeschadet überstanden, und so empfängt den Gast auch heute noch ein Hauch von Luxus in den liebevoll eingerichteten Frühstücksräumen. Die Spezialität des Hauses ist übrigens immer noch die heiße Schokolade, die auf Wunsch nach dem alten Originalrezept hergestellt wird.

Was aber gibt es dazu?

Zur Auswahl stehen neben den einzelnen Frühstücksangeboten drei Menüs. Und alle drei haben es in sich. Denn neben der bereits hoch sättigenden heißen Schokolade und einem Korb voll Brötchen werden Käse, Müsli oder Hüttenkäse mit Honig sowie eine Auswahl an Marmelade und Nutella serviert. Wer Süßes mag, bekommt damit also ein absolut perfektes Frühstück. Alles zusammen jedoch war dann auch uns zu viel des Guten.

Annette am Frühstückstisch
Lars beim Bestellen

Das wirklich Schöne war übrigens, dass - anders als in anderen europäischen Großstädten - nur wenige Gäste in das Traditionscafé finden und wir damit einen wunderschönen letzten Vormittag in Warschau erlebten, bevor es wieder Richtung Flughafen und zurück nach Stuttgart ging.

Weitere schöne Kaffeehäuser mit Tradition

Süße Verführung aus dem Café Demel

Traditionshaus Café Demel in Wien
Wien ist die Stadt der Kaffeehäuser schlechthin. Seit 2011 zählt die traditionelle Wiener Kaffeehauskultur sogar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Die Traditionscafés der Stadt locken mit vielfältigen Kaffee-Variationen. Torten und Kuchen verführen zum süßen Genuss. Wir besuchen das Café Demel. Hier wird der Gast von den »Demelinerinnen« noch in der dritten Person angesprochen. Das war schon zu Kaiserzeiten so und zählt auch heute noch zur Tradition, genauso wie die Firmierung als k.u.k. Hofzuckerbäckerei.

Ein portugiesisches Kaffeehaus

Fabrica de Pastéis de Belém in Lissabon
Wer Lust auf Kalorienbomben hat, ist im Café und der Konditorei Fabrica de Pastéis de Belém in Lissabon genau richtig. Hier gibt es besondere Blätterteigtaschen mit Cremefüllung in Hülle und Fülle. Im Verkaufsraum stehen die Leute bereits am frühen Morgen Schlange. Doch wir ergattern einen Tisch im hellen Café und genießen die portugiesischen Backwaren zu einer großen Tasse Kaffee.

Das Café Astor in Meddelín

Café Astor, ein Schweizer Chocolatier in Medellín
Wer hätte das gedacht, dass wir eines der schönsten Kaffeehäuser auf der Welt ausgerechnet in Kolumbien finden. Gut, das Land ist weltweit größter Produzent von Fairtrade-Kaffee. Doch Medellín ist wohl eher bekannt für Drogenbosse, wie Pablo Escobar. Aber bereits in den 1930 Jahren gründete der Schweizer Henry Baer ein kleines Etablissement, welches die Mitglieder der höheren europäischen Gesellschaft Medellíns als Kundschaft anzog. Er lehrte seinen Angestellten die Kunst der Chocolatiers und wuchs mit dieser Tradition zu einem großen Kaffeehaus heran. Sonntags ist das Haus brechend voll, wenn die Kolumbianer ihre Großmütter zu Sachertorte und Schwarzwälder Kirschtorte in die Stadt ausführen.

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