Nilkreuzfahrt in Ägypten

Mit mit dem Schiff HS Solaris von Luxor bis nach Assuan

Pyramiden, Tempel, Felsengräber und der Nil, die Lebensader Ägyptens, stehen sinnbildlich für das Land der Pharaonen. Der enge Wechsel von Geschichte, Kultur und Landschaft erklärt, warum Nilkreuzfahrten zu den beliebtesten Bootsreisen zählen. Tatsächlich haben Ägypten und der Nil die Menschen schon immer fasziniert. Während der Antike zog es die Griechen und Römer an Afrikas längsten Fluss. Ihren Spuren folgten Napoleon und die Schatzsucher der Neuzeit. Nach etlichen Funden alter Tempel und Gräber sind es heute die Touristen, die Ägypten als ihr Reiseziel auserkoren haben.

Sie alle zog es und zieht es in den wundervollen und oft wundersamen Orient. Einzig die Interessen haben sich verschoben. Während früher die Suche verborgener Gräber und Schätze im Vordergrund stand, freuen sich die Touristen am Badeurlaub mit Sonnengarantie. So wollten auch wir uns nach Lars Studienabschluss einen Luxusurlaub in einem schönen Strandhotel gönnen. Das Dolcefarniente wich schon damals der Erkenntnis, dass wir mehr brauchen als nur am Strand herumzusitzen. Also schnupperten wir bei einem Tagesausflug nach Luxor erstmals die Tempelluft von Karnak und Theben.

Romane von Christian Jacq machen Lust auf Ägypten

Lars hatten die alten Steine so fasziniert, dass er nach unserer ersten Ägyptenreise reihenweise Christian Jacq-Romane verschlang. Dadurch rückte das Land des Ramses und der Königin von Theben bald wieder auf unsere Wunschreiseliste. Vier Jahre später schließlich starteten wir bei einer Nilkreuzfahrt zu neuen Reiseerlebnissen in Ägypten. Eine Woche lang haben wir es bei sommerlicher Hitze genossen, wie eine wunderbare Landschaft an uns vorbeiglitt. Unterbrochen wurde dies von herrlichen Tempelbesuchen. Es ist wohl wahr, dass eine Flussfahrt auf dem Nil zu den schönsten Reisen auf der Welt zählt.

Als Ergänzung zu den kulturellen Schätzen zwischen Luxor und Assuan wollten wir auch die berühmten Pyramiden von Ägypten besuchen. So waren wir nach der Kreuzfahrt kaum zurück am Roten Meer, als wir für zwei Tage zu einer Privattour nach Kairo aufbrachen. Neben den Pyramiden von Gizeh waren damit auch Abstecher nach Memphis, Sakkara und Dahschur möglich. So haben wir inzwischen vieles von Ägypten gesehen. Und doch bleiben noch einige Ziele, die uns neugierig machen. Dazu zählen eine Kreuzfahrt über den Nasser Stausee nach Abu Simbel oder eine Wüstentour zu einer der größeren Oasen. So hoffen wir doch, auch die etwas entlegenen Ziele bald sicher bereisen zu können.

Wichtige Eckpunkte unserer Reise

Als Veranstalter unserer Nilkreuzfahrt haben wir Berge & Meer gewählt. Nach einer Nacht in Hurghada sind wir nach Luxor gefahren. Dort haben wir den Karnak-Tempel, den Totentempel der Hatschepsut und drei Gräber im Tal der Könige besichtigt. Danach ging es mit dem Schiff HS Solaris nach Assuan. Während der Nilkreuzfahrt haben wir den Horus-Tempel auf der Hin- und den Krokodilgott-Tempel auf der Rückfahrt besucht.

In Assuan selbst haben wir den Staudamm gesehen und eine Felukenfahrt unternommen. Auf eigene Faust sind wir mit dem Boot zum Philae-Tempel sowie zur Kitchener Insel gefahren. Nach der Nilkreuzfahrt ging es zurück ans Rote Meer nach Hurghada. Ab dort haben wir einen Ausflug zu den Pyramiden nach Kairo unternommen. Außerdem haben wir an einer Stadtrundfahrt teilgenommen und sind im Meer mit frei lebenden Delfinen geschwommen.

Die schönsten Ziele unserer Nilkreuzfahrt

Luxor und Karnak - Sphingen-Allee und Tempel des Amun
Nach der Ankunft in Luxor und dem Einschiffen unternehmen wir einen ersten Spaziergang durch die Sphingen-Allee von Luxor. Am späten Nachmittag erfolgt die erste Führung durch den Tempel des Amun in Karnak. Als kleine Sehenswürdigkeit lohnt sich dort ein Abstecher zum Glück bringenden Skarabäus.

Ausflug ins Tal der Könige
Die Fahrt ins Tal der Könige zählt zu den Höhepunkten jeder Nilkreuzfahrt. Nachdem wir zunächst die Einkaufsmeile durchlaufen, öffnet sich das Tal majestätisch vor uns. Inmitten dieser herrlichen Kulisse besuchen wir die Grabkammern von Ramses I., Merenptah I. und des Generals Ramses III.

Ausflug zum Horustempel
Der Tempel bei Edfu ist Horus, einem falkengestaltigen Gott gewidmet. Wir alle kennen ihn durch das Horoskop, dem Horographen (Uhr) oder der »hour«, dem englischen Begriff für Stunde. Doch auch ohne diesen Hintergrund lohnt sich der Besuch des gewaltigen Tempels. Die Fahrt dorthin ist übrigens mit einer Kutsche möglich.

Sehenswürdigkeiten in Assuan
Assuan ist das obere Ziel der Kreuzfahrtschiffe, denn mehrere Katarakte und der Staudamm verhindern die Weiterfahrt. Bei einer Stadtrundfahrt besuchen wir den Unvollendeten Obelisken und die Staumauer sowie die große Moschee und den Bazar. Daneben lohnt es sich, mit dem Boot über den See zur Insel Agilkia mit dem Philae-Tempel überzusetzen. Eine grüne Oase bildet schließlich der Botanische Garten auf der Kitchener Island.

Kom Ombo und Sobek-Tempel
In Kom Ombo besuchen wir den Doppeltempel vom Krokodilgott Sobek und Horus dem Großen bzw. Karoeris. Allein dies bildet bereits eine Besonderheit, da es in Ägypten nur diesen Tempel gibt, der zwei Gottheiten gewidmet ist. Etwas abseits davon befindet sich ein Nilometer. Dieses hat allerdings seine Funktion als Pegelmesser verloren, da keine Verbindung mehr zum Nil besteht.

Ausflüge ab Hurghada

Zweitagesausflug nach Kairo
Ab Hurghada werden standardmäßig Tagesausflüge angeboten. Wegen der langen Fahrt lohnt es sich jedoch, eine Nacht in der Hauptstadt zu verbringen. Nur so war es uns möglich, außer den bekannten Pyramiden von Gizeh einige weitere Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Hierzu zählen die Stufenpyramide in Sakkara, die Rote und Knick-Pyramide von Dahschur und die alte Hauptstadt Memphis. Außerdem haben wir die koptische Kirche und die Alabaster-Moschee besucht und einen Rundgang durch die Altstadt von Kairo unternommen.

Bootsausflug auf dem Roten Meer
Auch den Bootsausflug aufs Rote Meer haben wir bei einem kleinen Anbieter gebucht. Mit der Garantie, Delfine zu sehen, starten diese Touren vormittags und steuern zunächst verschiedene Riffe zum Schnorcheln an. Sowie Delfine gesichtet werden, heißt es »hopp, hopp, hopp!«. Es ist das Signal, rasch ins Wasser zu hüpfen. Mit etwas Glück kommen die geselligen Tiere zu einem herübergeschwommen. Für uns war dies ein unvergesslicher Augenblick.

Einreise und Transfer zum Hotel

Nach der späten Landung auf dem Flughafen von Hurghada erleben wir eine erstaunlich schnelle Einreise. Möglich ist diese auch dadurch, dass man das benötigte Visum für Ägypten bereits in aller Ruhe daheim beantragen kann. Nach der Einreise folgt die zweite Überraschung. Während die meisten Urlauber unseres Fliegers noch auf ihr Gepäck warten, werden wir gesondert ins Hotel gefahren.

Dadurch können wir gerade noch rechtzeitig einchecken, um uns vor einem ersten Hotel- und Gartenrundgang am Büfett zu stärken. Dieses ist zwar alles andere als reichhaltig und auch nicht sonderlich lecker. Für den ersten Abend aber reicht es. Unser Zimmer erweist sich leider als recht eng und durch den benachbarten Billardraum zudem als sehr laut. Obwohl wir nach der langen Anreise hundemüde sind, ist an Schlaf kaum zu denken.

Fahrt durch das Rote Gebirge nach Luxor

So sind wir am nächsten Morgen froh, das Hotel in Richtung Nil verlassen zu können. Im Gegensatz zu den Tagesausflügler fährt unsere Reisegruppe mit dem zweiten Konvoi nach Luxor. So können wir noch in aller Ruhe frühstücken, bevor es um etwa 7:30 Uhr zum Konvoi-Treffpunkt geht.

Dort bieten sich übrigens auch die ersten Einkaufsmöglichkeiten. Aber schon am ersten richtigen Urlaubstag Souvenirs kaufen? Nee, das muss nun wirklich nicht sein. Mal abgesehen davon, dass viele der angepriesenen Kleidungsstücke ausschließlich in Ägypten gut aussehen. Dafür aber erfahren wir, dass das Rote Gebirge wegen seiner Spiegelung im Wasser der Namensgeber des Roten Meers ist und nicht umgekehrt.

Angenehm aber finden wir, dass im zweiten Konvoi nur wenige Fahrzeuge mitfahren. Dadurch sind nicht so viele Polizeibegleitfahrzeuge dabei. Außerdem zieht sich unser Minikonvoi schon nach wenigen Kilometern immer weiter in die Länge. Der aufgewirbelte Staub der Fahrzeuge vor uns legt sich, bevor wir die Stelle erreichen. Als Folge haben wir bei der Fahrt durchs Rote Gebirge eine nahezu freie Sicht.

VG Wort