Anzeige

Großer Tiergarten

die »grüne Lunge« Berlins

Der Große Tiergarten im gleichnamigen Ortsteil des Bezirks Berlin Mitte ist wie der Central Park in New York oder der Hyde Park in London die »grüne Lunge« der Großstadt. Mit einer Länge von drei und einer Breite von einem Kilometer

bietet das ehemalige kurfürstliche Jagdgebiet reichlich Platz für Erholung und Freizeit mit Biergärten, Spiel- und Liegewiesen; aber auch den Partymeilen, welche sich insbesondere die Loveparade mehrere Jahre zu Nutze machte.

im Großen Tiergarten von Berlin
im Großen Tiergarten von Berlin

Auf der anderen Seite gilt der Große Tiergarten mit seinen Wäldern und guten Versteckmöglichkeiten auch immer wieder als Problemkiez. Drogen, Prostitution und sogar Mord gehören zu den traurigen Schlagzeilen über den Park. Armut, soziale Ausgrenzung und rasant steigende Mieten lassen die Zahl der Berliner Obdachlosen in die Höhe schnellen,

zu denen sich inzwischen auch viele Osteuropäer hinzugesellen. Doch trotz der tagesaktuellen Berichterstattung der Berliner Morgenpost trauen wir uns in den Park. Zwei unschöne Vorkommnisse in so kurzer Zeit wären auch hier ein wirklich seltenes Pech.

Global Stones

Denkmal für die Komponisten Beethoven, Haydn und Mozart
Lars und Anne bei den Steinen der Vergebung aus Asien

Nahe am Potsdamer Platz beginnt der Tiergarten mit einer offenen Wiese. Hier treffen wir auf die »Global Stones«, dem »Stonehenge« von Berlin. Es ist ein Werk des Bildhauers Wolfgang Kraker. Für dieses reiste er jahrelang um die Welt, um charakteristische Steine mit einem Gewicht von etwa 30 Tonnen zu finden.

Dabei musste es sich jeweils um zwei Brocken handeln, da einer der Geschwistersteine an der Ursprungsstelle verbleiben sollte, während der andere im Berliner Tiergarten ein neues Zuhause fand.

Global Stone - Hoffnung aus Afrika
Anne und Lars vor dem Global Stone der Liebe aus Amerika

Leider hatte der Künstler seinem eigenen Werk die indigenen Völker der Herkunftsländer untergeordnet. So stammt der mit seiner roten Farbe auffälligste Stein aus dem venezolanischen Naturreservat Gran Sabana. Für die dort lebenden Pemón-Indianer sind diese beiden Steine heilig. Der so genannte »Kueka-Stein« hätte niemals wegtransportiert werden dürfen.

Wegen einer offiziellen Schenkungsurkunde der venezolanischen Regierung fühlt sich Kraker jedoch im Recht und wehrte sich lange Zeit gegen den Rücktransport. Erst 2013 wurde amtlich entschieden, dass der Stein an seinen ursprünglichen Standort zurückgebracht werden soll. Wenn schon nicht aus rechtlichen Gründen, so doch, um weiteren Streit zu vermeiden.

Global Stone des Erwachen aus Europa im Großen Tiergarten
Global Stones - Frieden aus Australien im Großen Tiergarten

Dass wir den »Stein der Liebe« nach wie vor im Tiergarten Berlins sehen, ist sicherlich auch der aktuell prekären Lage Venezuelas geschuldet. Ziel des Kunstwerkes war einst, die weltweite Zusammengehörigkeit der Menschen zu symbolisieren.

Jedem Stein wurde ein charakteristischer Name verliehen, wie eben »Liebe« für Amerika, »Erwachen« für Europa, »Hoffnung« für Afrika, »Vergebung« für Asien und »Frieden« für Australien. Eine schöne Idee eigentlich, auch wenn es bei der Umsetzung sicherlich mehr Fingerspitzengefühl bedurft hätte.

VG Wort
Anzeige