die schöne Oberbaumbrücke über dem Fluss Spree in Berlin

Städtereise nach Berlin mit mehreren Spaziergängen

Ein Kessel Berlin im Herbst | Reisebericht

Wer kennt ihn nicht? Den Gassenhauer der Berliner Luft mit ihrem holden Duft (Duft, Duft). Als Paul Lincke das Operettenlied 1904 für ein Theaterstück schrieb, ging es ihm um das freie Lebensgefühl in Berlin. Daran sollten sich auch Nicht-Berliner ein Herz nehmen. Auch wenn der Zweiakter bald wieder von den Bühnen verschwand, entpuppte sich das fröhliche Marschlied bald zu einem Evergreen in den Konzertlokalen der Stadt und darüber hinaus. Heute gilt »Das ist die Berliner Luft« als Landeshymne von Berlin. Wohl auch, weil der Text selbst nach mehreren Jahrzehnten nichts an Aktualität verloren hat.

Städtereise nach Berlin

Für eine Städtereise ist Berlin eine der spannendsten Adressen in Deutschland. Denn damals wie heute bietet die Hauptstadt ein reiches und zugleich erschwingliches Unterhaltungsprogramm. Das gilt insbesondere für politische und geschichtliche Ziele in Berlin. So ist der Eintritt zur Gedenkstätte Berliner Mauer wie auch der Zugang in die Glaskuppel des Reichstagsgebäudes frei. Gleiches gilt für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, die offen zugängliche East Side Gallery und dem Deutschen Dom mit der Dauerausstellung »Wege, Irrwege, Umwege« zur Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland.

Sehenswürdigkeiten in Berlin

Die Berliner Mauer teilte ab dem 13. August 1961 die westlichen Bezirke der Stadt vom Osten. Genau genommen waren es zwei Mauern, die eine Fläche abschotten, welche als Todesstreifen bekannt ist. Bis zum Fall der Berliner Mauer kostete der Fluchtversuch 138 Bürgern das Leben. Heute erinnern Mauerreste und die »Fenster der Gedenken« an die Todesopfer. 

Berlins Großer Tiergarten gilt als die grüne Lunge der deutschen Hauptstadt. Hervorgegangen ist er aus früheren kurfürstlichen Jagdgebiet. Heute finden wir auf dem rund 300 Hektar großen Gelände Biergärten, Spiel- und Liegewiesen. Unser Spaziergang verbindet die Steine der Vergebung mit den Global Stones sowie der außerhalb des Parks stehenden Siegessäule.

Die Reichstagskuppel von Berlin beherbergt den Plenarsaal des deutschen Bundestags. Als ein wesentliches Element der Demokratie ist der Besuch kostenlos, aber doch nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Im Innern staunen wir über die filigrane, weitestgehend gläserne Architektur sowie auch über die durchdachte Belüftungstechnik.

Der Berliner Fernsehturm steht als höchstes Gebäude im Osten der Stadt. Kurz nach dem Ende der DDR war es noch ein Leichtes, den Turm spontan zu besuchen. Heute solltest Du Deine Besuchszeit gut planen und die Tickets möglichst früh buchen. Am schönsten wird Dein Aufenthalt, wenn Du Dir auch gleich einen Tisch im Drehrestaurant reservierst.

Spaziergänge zu weniger bekannten Attraktionen

Neben diesen bekannten Sehenswürdigkeiten haben wir Berlin auf mehreren Spaziergängen zu weniger bekannten Attraktionen erkundet. Ein unerwartetes Highlight war hier das Schöneberger Südgelände, welches selbst an trüben Tagen im Herbst ein lohnendes Ziel ist. Bei bestem Wetter hingegen haben wir den Fernsehturm am Alexanderplatz besucht und uns dort zwei Runden im Drehrestaurant gegönnt. Zuletzt waren wir von den vielen Grünanlagen und Alleen in der Stadt überrascht. Dies gilt insbesondere für die Umgebung vom Weißen See, wo wir im Derag Livinghotel am Weißensee frische Energie für die nächsten Streifzüge im Zentrum sammeln konnten, bis wir schließlich einen bunten Kessel Berlin beisammen hatten.

Das Schöneberger Südgelände ist ein kleiner, als Naturpark geschützter Park mitten in Berlin. Im Jahr 1879 entstand hier erst ein Ausbesserungswerk für Züge, dann der große Verschiebebahnhof Tempelhof. Zeitweise befand sich hier der zweitwichtigste Rangierbahnhof Berlins. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Nutzungsrechte dem sowjetisch besetzten Sektor übertragen. 1952 stellte die DDR den Betrieb des Bahnhofs ein, sodass das Gelände sich selbst überlassen war.

Die Oberbaumbrücke ist die schönste Brücke in Berlin. Ein schöner Spaziergang führt uns ab dort entlang der Spree zur weltbekannten East Side Gallery. Daneben entstand auf der westlichen Seite ab 2013 ebenfalls großformatige Bilder von Grenzanlagen, welche einen passenden Kontrast zu den farbenfrohen Motiven im Osten bilden.

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