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Alexanderplatz

ein graues Ungetüm mitten in Berlin

Der Alexanderplatz entpuppt sich während unserer Städtetour in Berlin zum Dreh- und Angelpunkt unserer Reise. Wie täglich rund 120.000 Menschen nutzen auch wir Berlins größten Verkehrsknoten des öffentlichen Nahverkehrs immer wieder zum Umsteigen. Die Ausmaße des Platzes reichen, dass unsere gängigste Tram gleich zwei Haltestellen dort anfährt und ich vergeblich das Nordsee-Restaurant suche, das ich daheim noch gesehen hatte.

Mit uns sitzen an einem Morgen zwei ältere Berlinerinnen in der Tram und bemerken, wie unglaublich hässlich der Alexanderplatz doch sei und wie wenig er sich seit der Wende weiterentwickelt habe. Ist der Platz mit dem weithin sichtbaren Fernsehturm als Landmarke und Orientierungshilfe im Hintergrund wirklich so hässlich?

die Weltzeituhr und der Fernsehturm beim Alexanderplatz Berlin
beim Alexanderplatz Berlin

Gerne würden wir dies verneinen und dem Alexanderplatz die ein oder andere schöne Seite abgewinnen. Doch er ist schlichtweg ein graues Ungetüm, umgeben von unschönen Plattenbauten. Teilweise stehen diese noch als Bauruinen da. Ein Schandfleck ist das »Haus der Statistik«, ein ehemaliger Stasibau, dessen zukünftige Nutzung zur Zeit unseres Besuchs – wie die tatsächliche Öffnung des neuen Flughafens – noch in den Sternen steht.

Selbst die Schmuckstücke des Platzes, wie die Weltzeituhr und der Brunnen der Völkerfreundschaft, sind überwiegend in bedrückendem Grau gehalten. Daran ändert auch nichts, dass die bunte Emaillierung dem Brunnen im Volksmund den abwertenden Namen »Nuttenbrosche« einbrachte. Daneben sorgen eigentlich nur die Trams für regelmäßige, gelbe Farbkleckse auf dem Platz. Für uns sind sie der Ausweg aus der Tristes. Also nichts wie rein da, nächste Haltestelle: ein bunteres Berlin.

Blick auf den Alexanderplatz und die vielen Plattenbauten
VG Wort
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