Nach dem Phong Nha-Nationalpark sind die Tunnel von Vịnh Mốc der zweite Ort unserer Rundreise, der auf eine schreckliche Vergangenheit zurückblickt – an dem es aber immer Hoffnung gab. Denn anders als etwa die »Cu Chi-Tunnel« bei Ho-Chi-Minh-Stadt dienten die Tunnel von Vinh Mốc vorrangig als Zufluchtsstätte der Bevölkerung. Bis zu 300 Menschen lebten hier jahrelang unter der Erde, um den erbarmungslosen Bombardements der US Air Force zu entgehen.
Um ein Überleben im Untergrund zu ermöglichen, wurde das Tunnelsystem wie ein unterirdisches Dorf errichtet. Kleine, in den Felsen gehauene Nischen dienten als Familienwohnung, größere als Versammlungsraum. Es gab Küchen mit einem ausgeklügelten Rauchabzug, Brunnen für Frischwasser, Lager und eine Krankenstation mit Geburtsstation. Vor Ort erfahren wir, dass trotz der ausweglosen Situation der Menschen 17 Kinder im Schutz der Tunnel zur Welt kamen.