Kiebitze am Ufer des Sông Chày im Phong Nha-Nationalpark, Vietnam

Kajaktour auf dem Sông Chày und die Dark Cave

Ausflug ab der Chày Lập Farmstay auf dem Son- und Chày-Flluss

Der Sông Chày (Chày-Fluss) ist ein malerischer Seitenfluss des Sông Son im Phong Nha-Nationalpark. Die bekannteste Sehenswürdigkeit direkt am Flussufer ist die Dark Cave. Ab dem Bootsanleger beim Chày Lập Farmstay lässt sich diese bequem mit dem Kajak erreichen. Vor dem Zutritt in die Höhle schweben wir mit einer Zipline über den malerischen Fluss.

Anreise mit dem Nachtzug nach Dong Hoi

Zwei wunderschöne Tage voller Erlebnisse in der trockenen Halong-Bucht liegen hinter uns, als wir abends zum Bahnhof von Hoa Lư fahren. Es ist erst das zweite Mal, dass wir in Asien nachts mit dem Zug fahren. Nie vergessen werde ich unsere erste Fahrt im Nachtzug von Bangkok nach Surat Thani. Damals wurden die auf den ersten Blick normalen Abteile zum Schlafen so umgebaut, dass der obere Platz einem fensterlosen Sarg glich. Dazu ratterte der Zug so stark über die alten Gleise, dass ich während der ganzen Strecke kaum ein Auge zubekam.

Was soll ich sagen? Meinen eher gedämpften Erwartungen folgt die faustdicke Überraschung. Wir dürfen jeweils zu viert ein Abteil beziehen. Anstelle irgendwelcher hoch- oder runterklappbarer Fächer gibt es je zwei Doppelstockbetten mit Kissen und dünnen Decken. Alles wirkt freundlich und hell. Annette freut sich über die Chinoiserie-Tapete, die eine blühende Magnolie und zwei Paradiesbandschnäppern zeigt. Zudem liegen auf dem Tisch zwischen den beiden unteren Betten Chips, Bananen und einige Wasserflaschen bereit.

Die nächste Überraschung erwartet uns am frühen Morgen. Wir hatten extra wenig getrunken, um möglichst nicht auf die Zugtoilette gehen zu müssen. Nachdem wir einen Großteil der Zugfahrt tatsächlich verschlafen hatten, stellen wir fest, dass es an Bord mehrere Bäder gibt.

Diese sind zwar klein, aber ordentlich und sauber, sodass wir uns vor der Ankunft frisch machen können. Heute gehen wir davon aus, dass sich der Standard in den Nachtzügen Thailands inzwischen deutlich gebessert hat, sodass wir diese Form des Reisens gerne wieder nutzen werden.

Kajaktour auf dem Sông Chày

Beim Bahnhof in Dong Hoi müssen wir eine Weile auf den Bus warten. »Wahrscheinlich hat der Fahrer in Deutschland gelernt, da kann er nicht mit einem pünktlichen Zug rechnen«, witzelt ein Mitreisender.

Nach rund 20 Minuten werden wir schließlich abgeholt und erreichen eine Stunde später das Chày Lập Farmstay. Das Gelände der Unterkunft ist stark begrünt und hat einen direkten Zugang zum Sông Son.

Durch unsere frühe Ankunft sind die Zimmer leider noch durch die heute abreisenden Gäste belegt. Aber das Frühstück ist bereits für uns gerichtet. Dann müssen wir uns auch schon umziehen für die Kajaktour auf dem Sông Chày.

Tatsächlich befindet sich der Bootsanleger am Ufer des Sông Son. Auf diesem paddeln wir zunächst flussabwärts, ehe wir nach etwa 1.300 Metern rechts abbiegen. Wir fahren damit dem Sông Chày oder einfach Chày-Fluss entgegen.

Eindrücke unserer Kajaktour auf dem Sông Chày

Bald finden wir uns in einer traumhaften Landschaft aus smaragdgrünem Wasser und dichten Sträuchern am Ufer wieder. Auf einer Felsengruppe entdecken wir mehrere Kiebitze. Genau sind es drei Graukopfkiebitze und zwei Rotlappenkiebitze, die sich den Lebensraum am Fluss teilen. Ansonsten ist es still um uns herum, während uns jede kleine Flussbiegung einen neuen Blickwinkel über den Fluss zu den Hügeln im Nationalpark eröffnet.

Mittagessen und Zipline über den Fluss

Die nächste Überraschung unserer Reise erwartet uns im Bereich vor der Dark Cave, also der Dunklen Höhle. Einige bunte, aufblasbare Spielgeräte bilden dort einen befremdlichen Kontrast zur sonst intakten Natur.

Nach knapp vier Kilometern erreichen wir dort den Umkehrpunkt des Ausflugs. Oben werden wir im Hava Restaurant pünktlich zur Mittagszeit mit einer erstaunlichen Auswahl und Menge asiatischer Gerichte empfangen.

Im Anschluss steht das nächste Abenteuer auf dem Programm: Mit einer Zipline soll es über den Fluss rüber zum Eingang der Dark Cave gehen. Etwas eigenartig finden wir die Vorbereitung: Wir müssen auf einem Sicherheitsbogen unter anderem Größe und Gewicht angeben. Auch müssen wir damit einverstanden sein, eventuelle Schäden oder den Verlust der Ausrüstung zu ersetzen. 

Danach werden die Zettel eingesammelt, bevor wir alle gefühlt die gleiche Ausrüstung für den kurzen Flug mit der Zipline erhalten. Erst auf der gegenüberliegenden Seite zeigt sich, dass das Gewicht sehr wohl eine Rolle spielt. So kommen die einen mit reichlich Schwung auf der Plattform an, während andere nach Dreiviertel der Strecke praktisch verhungern.

Besuch der Dark Cave

Sobald alle gut angekommen sind, geht es über einen kurzen Pfad in die Dark Cave. Dort sollten wir eigentlich bis zu einem natürlichen Schlammbad laufen. Unser Reiseleiter erklärt jedoch, dass es heute zu rutschig und gefährlich sei und ein Besuch daher nicht möglich.

Während eine andere Gruppe fröhlich und schlammbedeckt aus dem hinteren Teil der Höhle zurückkehrt, endet für uns das Abenteuer nach nur wenigen Schritten in der Dunkelheit.

Wenig später werden wir von einem Boot abgeholt und zurück auf die Seite des Restaurants gebracht. Ab dort können mit den Kajaks individuell flussabwärts zum Sông Son sowie dann links zurück zu unserer Unterkunft paddeln.

Karte zur Kajaktour


Höhenprofil

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