Trekking in der Region Cao Bang

Wanderung durch die Felder bis zu einem traditionellen Homestay

Wanderung bei Cao Bang Wanderung bei Cao Bang

Cao Bang ist eine Provinz im Nordosten Vietnams. Bekannt ist die Region für ihre beeindruckenden Landschaften mit imposanten Kalksteinfelsen und tief eingeschnittenen Tälern. Zusammen mit den teils bis heute traditionell bewirtschafteten Feldern entlang der Flüsse ist die Region auch touristisch bedeutend. Durch die Lage nahe der Grenze zu China beginnen oder enden Rundreisen in Cao Bang.

Anreise nach Cao Bang

Bislang gibt es in der Region Cao Bang keinen internationalen Flughafen. Die Anreise nach Cao Bang erfolgt daher ab Hanoi. Bei Individualtouristen sind die Schlafbusse beliebt, welche über Nacht fahren. Etwas mehr Komfort bieten meist kleinere Unternehmen, welche die Anreise mittels Limousinen und Vans organisieren.

Als Teilnehmer einer geführten Busrundreise müssen wir uns darüber keinen Kopf machen. Wir steigen einfach nach dem Frühstück in unseren Bus ein. Um ziemlich genau 15 Uhr endet unsere Fahrt in der Nähe von Quang Uyen, was sich als »Weite Tiefe« übersetzen lässt. Gemeint ist damit ein Ort von tiefer natürlicher Schönheit in den Bergen.

Start unserer Wanderung

Der Startpunkt unserer Trekking-Tour befindet sich gefühlt irgendwo im nirgendwo. Ein paar Kinder springen umher, während eine Wasserbüffelkuh darauf schaut, dass niemand ihrem Kalb zu nahekommt. Nie im Leben wären wir von selbst auf die Idee gekommen, die Tour an einer Stelle zu starten, bei der es keinerlei Wegweiser gibt. Doch nach der langen Fahrt sind wir froh, uns endlich wieder selbst bewegen zu können. Auch die Temperaturen sind angenehm und der Pfad, den unser Reiseleiter wählt, macht einen guten Eindruck. So eingestimmt, kehren wir der Straße den Rücken und stapfen an den Feldern vorbei zu einem bewaldeten Hügel. 

Schon bald entstehen größere Lücken zwischen den Teilnehmern unserer Reisegruppe. Es hat halt jeder sein eigenes Tempo. Uns kann es recht sein, da wir so genug Gelegenheit finden, die Landschaft auf uns wirken zu lassen. So reicht die Sicht bald über den Hof am Startpunkt hinweg zu einer Kette hoch aufragender Kalkhügel.

Entlang des Pfads ragen Sträucher und Bambus in die Höhe. Dann haben wir auch schon den höchsten Punkt überwunden. Der anschließende Abstieg führt an einem von Blättern bedeckten Steinhaufen vorbei. Thang erklärt uns, dass dort ein Soldat begraben sei. Immerhin befinden wir uns hier nahe China, das im Februar 1979 hier einmarschiert war.

Bauernsiedlung und Reisfelder in der Region Cao Bang

Nachdem wir den Hügel überquert haben, gelangen wir zu mehreren Gebäuden des Dorfes Phja Thap. Es sind Bauernhöfe, die sich entlang einer befestigten Zufahrt reihen, in denen Angehörige der ethnischen Minderheit der Nung An leben. Auf dem ersten Blick wähnen wir uns fern jedweder Zivilisation. So bestehen die einzelnen Gebäude nur aus einfachen Steinfundamenten und Pfosten, an denen irgendwie Holzbretter genagelt oder anderweitig befestigt wurden.

Vieles wirkt provisorisch bis spartanisch, als befände sich das Tal in einer längst vergangenen Epoche. Erst nachdem wir uns etwas umgeschaut haben, bemerken wir die kleinen Satellitenschüsseln auf den Dächern, über welche die Fernseher in den Wohnhütten versorgt werden. Falls man nicht online ist, denn auch hier sind WLAN-Verbindungen für Internet längst gängiger Standard. Es ist ein durchweg schlichtes Leben - mit einem digitalen Tor zur Glitzerwelt.

Vor einem der Häuser hockt eine Frau im Schneidersitz. Sie ist damit beschäftigt, Bambus in immer dünnere Stäbchen zu schneiden. Viele Familien hier stellen seit Generationen Räucherstäbchen her. In Thja Thap werden diese komplett von Hand hergestellt, wobei die Nùng-An-Leute nur natürlich nachwachsende Rohstoffe aus der Umgebung verwenden.

Neben dem Bambus für die Stäbchen nutzen sie die Rinde des Wollbaums, Sägemehl und die Blätter des sogenannten »bau hat«-Baums. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten werden die Hölzchen die entlang der Wege zum Trocknen ausgelegt. Die Zeit für die Produktion ist günstig, denn in den Tagen vor unserer Trekking-Tour hat es nicht geregnet.

Übernachtung in einem traditionellen Homestay

Was das wert ist, erklärt unser Reiseleiter. So versank wenige Wochen vor uns eine Gruppe bis zu den Knöcheln im Schlamm und Matsch. Wir indes können im Anschluss an das Dorf einfach über den trockenen Ackerboden der Reisfelder wandern. Dies erfolgt am besten auf den leicht erhöhten, schmalen Dämmen zwischen den einzelnen Feldern. Das ist aber nicht überall möglich. Zugleich ermöglicht es den Kindern der Umgebung, quer zu uns herbeizurennen. Es ist also Zeit für ein Gruppenfoto. Dann aber geht es weiter durch die abgeernteten Felder zurück auf einen Fahrweg und schließlich aus dem Tal heraus zurück zur Straße.

Was beim Start unserer Trekking-Tour nicht ersichtlich war: Unser Bus musste die Straße nur ein paar Kurven weiterfahren, um zur Zufahrt des von World Insight gewählten Homestays zu gelangen. Bei unserer Ankunft ist das Gepäck bereits vor Ort und muss nur noch in die einzelnen Zimmer aufgeteilt werden. Wobei es allerdings nur zwei Zimmer gibt, die durch eine Tür von einem großen Raum abgetrennt sind. Alle anderen Matratzen sind lediglich durch Tücher voneinander getrennt. Es ist also hellhörig. Annette und ich haben Glück, eines der beiden Zimmer zu ergattern.  

Komfort im Homestay

Zu unserer Überraschung gibt es im Erdgeschoss mehrere Duschen, die für nur Nacht Aufenthalt vollkommen ausreichen. Gegessen wird im Raum unterhalb unserer Schlafetage. Neben der erwarteten Auswahl an Bier und Hochprozentigem gibt es auch Tee sowie verschiedene Softdrinks. Das Essen selbst ist reichhaltig, wobei es vor allem Reis in Hülle und Fülle gibt.

Mehrere Tische im Außenbereich und der Ventilator in unserem Zimmerchen zeigen, dass es hier im Sommer heiß wird. Bei unserem Aufenthalt Anfang Februar sind wir indes froh, mehrere dünne Jacken übereinander anziehen zu können. Da die Schuhe draußen bleiben, sind außerdem Badelatschen, dicke Socken und auch Handschuhe von Vorteil.

Ausgangspunkt und Anfahrt

Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist an der QL3/QL4a westlich von Quang Uyen.

Anfahrt: Die Anreise erfolgt ab Hanoi über die CT01 und AH1 und die Orte Bắc Ninh und Bắc Giang bis Lang Son. Dann weiter über die QL4a bis Đông Khê, dort rechts abbiegen auf die DT.208, am Ende der Straße links auf die QL3 abbiegen. Der Straße durch Quảng Uyên bis zum Ausgangspunkt an der Straße folgen.

Anforderungen und GPS-Daten zum Download

Gehzeit1.30 Stunden
Distanzca. 5,8 km
An-/Abstiege180/150 HM
AnforderungenT2, technisch leichte Runde über einen Pfad und durch die Felder. Bei Nässe können diese leicht vermatschen.
EinkehrAuf der Strecke keine
GPS-DatenWanderung Cao Bang - Homestay gpx
KML-DatenWanderung Cao Bang - Homestay kml

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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