Der Ho Chi Minh Komplex zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Hanoi und somit zum Pflichtprogramm unserer Rundreise. Eines der ältesten Gebäude ist der Präsidentenpalast. Er entstand 1901 zur Kolonialzeit als Gouverneursbüro von Indochina. Das auffallende gelb hatten die Franzosen für öffentliche Gebäude gewählt. Auch der Baustil und die Struktur entsprechen dem, was damals in Frankreich bei repräsentativen Bauten üblich war. Infolge der Unabhängigkeit wurde es in Präsidentenpalast umbenannt. Ab 1954 diente es als Tagungsort für hochrangige Treffen. Standesgemäß wäre hier auch die Residenz des Präsidenten Ho Chi Minh gewesen. Doch dieser weigerte sich, in dem luxuriösen Gebäude zu leben.
Doch wer ist dieser Ho Chi Minh? Er kam am 19. Mai 1890 auf die Welt und widmete sein Leben der nationalen Befreiung des vietnamesischen Volks. Als Vorsitzender der Arbeiterpartei gründete er am 2. September 1945 die Demokratische Republik Vietnam. 1954, nach dem Abzug der Franzosen, bezog er das Haus Nummer 54. Das von einem großen Bassin umgebene Gebäude gehörte zuvor einem Elektriker, der sich um den Gouverneurspalast gekümmert hatte. 1958 folgte das zweigeschossige Stelzenhaus. In dem eingeschossigen Gebäude lebte und arbeitete Onkel Ho, wie der Staatsmann auch genannt wird. Das Mittag- und Abendessen nahm er jedoch weiterhin im Haus Nr. 45 ein, welches er außerdem für die tägliche Hygiene nutzte.