Die besten Reisetipps für Hanoi

Vom Ho-Chi-Minh-Komplex bis zur legendären Hanoi Train Street

Hanoi ist für viele Reisende die erste Station in Vietnam. Ein Grund ist die gute Anbindung der Stadt. So bietet Dir Vietnam Airlines Direktflüge von München und Frankfurt nach Hanoi an. Weil die Anreise über Nacht erfolgt, stehen die Hotelzimmer bei der Ankunft noch nicht bereit. Mit anderen Worten geht es oft direkt vom Flughafen zur ersten Besichtigung in der Stadt. Zu den bekannten Zielen und Reisetipps zählen dort der Ho-Chi-Minh-Komplex, der Literaturpalst und das ethnografische Museum. Daneben stellen wir Dir mit der Hanoi Train Street ein Ziel vor, zu welchem Dich kein Reiseleiter führen darf.

Tet Nguyen Dan, das vietnamesische Neujahrsfest

Der Auftakt unserer Reise verläuft etwas chaotisch. Zwar gelingt die Einreise noch gut, und auch die Fahrt vom Flughafen ins Zentrum von Hanoi ist angenehm schnell. Nach einer ersten Pause mit Pho, der vietnamesischen Kultsuppe, aber knirscht es im Programm. Schuld daran ist das Tet Nguyen Dan, also das vietnamesische Neujahrsfest. Dieses mehrtägige Fest begann im Jahr unserer Reise am 28. Januar. Weil Anfang Februar ein Wochenende folgte, nutzten das viele Vietnamesen für einen Verwandtenbesuch. Als Folge wimmelt es an unserem ersten Tag in Hanoi nur so von Familien. Und alle scheint das Ziel zu einen, an den beliebtesten und schönsten Orten Hanois hunderte Familienfotos zu schießen.

Als eine Folge ist der Literaturtempel völlig überlaufen. Angesichts langer Schlangen vor den Kassen bricht unser Reiseleiter seinen Versuch ab, die Tickets zu lösen. Stattdessen geht es durch das Gewimmel und durch ein Meer an Mopeds zurück zum Bus und gleich weiter zu einem Handwerksbetrieb für Lackarbeiten. Leider ist der Betrieb sonntags geschlossen. Doch wie heißt es so schön? Aller guten Dinge sind drei. So hat zum Glück das Ethnografische Museum geöffnet, welches uns Einblicke in die Kultur und Trachten der 54 Volksgruppen Vietnams gibt. Danach ist es Zeit, die Zimmer im Hotel zu beziehen. Den Nachmittag haben wir anschließend zur freien Verfügung.

Stadtrundgang zum Tor in der Pho Hang Chieu und zur Roten Brücke

Frisch geduscht nutzen wir den Nachmittag für einen ersten Spaziergang durch die Altstadt. Dieser führt uns zunächst über die Bahntrasse zur Markthalle. Dort halten wir uns abwechselnd links und rechts, bis wir schließlich zu einem alten Stadttor in der Pho Hang Chieu gelangen. Nach dem nur kurzen Abstecher folgen wir den breiteren Straßen in südlicher Richtung bis zur Cầu Thê Húc. Dahinter verbirgt sich eine rote Brücke im japanischen Stil. Der Zutritt ist kostenpflichtig und führt zu einer kleinen Insel im Hoan-Kiem-See.

Besuch des Đền Ngọc Sơn Tempels

Als Hauptattraktion lohnt sich dort der Besuch des Đền Ngọc Sơn Tempels. Der 1875 gebaute Tempel ist dem Schutzgott der Literaten, Van Xuong, geweiht. Weltweit Schlagzeilen machte der Tempel im Jahr 2016. Damals zog man eine tote Yangtse-Riesenweichschildkröte aus dem See. Nachdem diese in Deutschland präpariert wurde, ist sie neben einer zweiten Schildkröte in einem Nebenraum des Tempels ausgestellt. Die Art gilt mittlerweile als ausgestorben, da die letzten vier bekannten Exemplare allesamt männlich sind.

Schildkrötenturm im Hoan-Kiem-See oder auch Schwertsee

Der Hoan-Kiem-See selbst ist auch als Schwertsee bekannt und trennt die Altstadt von Hanoi vom früheren französischen Kolonialviertel. Bei der Umrundung bildet eine zweite, nicht zugängliche Insel mit dem Schildkrötenturm einen Blickfang. Unser Ziel ist aber das Südende, wo wir im Café L'étage die vietnamesische Spezialität Egg-Coffee kennenlernen.

Im ersten Moment erwarte ich einen Kaffee, in dem ein Eigelb schwimmt. Doch nach einigen Minuten der Zubereitung werde ich eines Besseren belehrt. Denn tatsächlich wird das Eigelb zusammen mit gesüßter Kondensmilch zu einem Schaum geschlagen, ähnlich wie bei einem Cappuccino. Der Geschmack erinnert sehr an ein Merci-Bonbon mit Kaffeegeschmack. Lecker!

Ho-Chi-Minh-Komplex mit dem Präsidentenpalast

Der Ho Chi Minh Komplex zählt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Hanoi und somit zum Pflichtprogramm unserer Rundreise. Eines der ältesten Gebäude ist der Präsidentenpalast. Er entstand 1901 zur Kolonialzeit als Gouverneursbüro von Indochina. Das auffallende gelb hatten die Franzosen für öffentliche Gebäude gewählt. Auch der Baustil und die Struktur entsprechen dem, was damals in Frankreich bei repräsentativen Bauten üblich war. Infolge der Unabhängigkeit wurde es in Präsidentenpalast umbenannt. Ab 1954 diente es als Tagungsort für hochrangige Treffen. Standesgemäß wäre hier auch die Residenz des Präsidenten Ho Chi Minh gewesen. Doch dieser weigerte sich, in dem luxuriösen Gebäude zu leben. 

Doch wer ist dieser Ho Chi Minh? Er kam am 19. Mai 1890 auf die Welt und widmete sein Leben der nationalen Befreiung des vietnamesischen Volks. Als Vorsitzender der Arbeiterpartei gründete er am 2. September 1945 die Demokratische Republik Vietnam. 1954, nach dem Abzug der Franzosen, bezog er das Haus Nummer 54. Das von einem großen Bassin umgebene Gebäude gehörte zuvor einem Elektriker, der sich um den Gouverneurspalast gekümmert hatte. 1958 folgte das zweigeschossige Stelzenhaus. In dem eingeschossigen Gebäude lebte und arbeitete Onkel Ho, wie der Staatsmann auch genannt wird. Das Mittag- und Abendessen nahm er jedoch weiterhin im Haus Nr. 45 ein, welches er außerdem für die tägliche Hygiene nutzte.

Mit seinem Tod am 2. September 1969 endete die Bescheidenheit Ho Chi Minhs. So entstand ihm zu Ehren das kolossale Ho Chi Minh Mausoleum. Eigentlich hatte er erklärt, dass sein Körper nach seinem Ableben eingeäschert werden sollte. Danach sollte die Asche in den Hügeln Nordvietnams begraben werden. Seine Landsleute wollten es Onkel Ho jedoch ermöglichen, die Einheit Vietnams zu sehen. Denn diese wurde erst nach dem Abzug US-Amerikanischer Truppen 1975 erreicht.

Außerdem sollten die Menschen die Möglichkeit bekommen, die Erinnerung an den großen Führer und Onkel Ho zu bewahren. Kurzum: anstatt seine sterblichen Überreste zu verbrennen, errichteten sie da Mausoleum. Die Grabstätte Hos kann täglich zwischen 7 und 17 Uhr besichtigt werden. Dennoch müssen wir selbst auf den Besuch wegen der Neujahrsfeier verzichten. Dafür ist es uns möglich, das prächtige Gebäude ohne die sonst übliche Warteschlange vorm Zugang zu fotografieren.

Besuch des Literaturtempels

Beim zweiten Anlauf klappt der Besuch des Literaturtempels. Zum Glück, denn er wird regelmäßig zu den fünf wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Hanoi gezählt. Tatsächlich ist der auch als Literaturpalast bekannte Komplex eng mit der Entwicklung Vietnams verbunden. Seine Geschichte beginnt im Jahr 1070, als der Thanh Thon, der dritte Kaiser der Li-Dynastie, den konfuzianischen Tempel als Ort der Weisheit errichten ließ. Somit schuf er die erste Universität Vietnams, in der zwischen 1076 und 1915 die Söhne der Aristokratie erzogen wurden. 

Schwere Schäden erlitt der Literaturtempel 1947, als französische Truppen die Stadt Hanoi zurückeroberten. Bis zur Renovierung verstrich rund ein halbes Jahrhundert. Nach dem Abschluss umfassender Arbeiten im Jahr 2000 hat sich der Tempel zu einem beliebten Ausflugsziel der Einheimischen entwickelt. Aber das wussten wir ja schon. Dennoch macht es Spaß, durch die einzelnen Bauwerke und Innenhöfe des Tempels zu schlendern und die steinernen Stelen zu studieren. Darauf sind übrigens die Namen und Ergebnisse der besten Schüler genannt. Und das will schon was heißen, denn die Prüfungen im Literaturpalast zählten damals zu den schwersten der damaligen Epoche. Passend dazu stehen die Stelen auf den Rücken steinerner Schildkröten, da auch sie in Vietnam als Symbol der Weisheit gelten. 

Stadtplan mit Spaziergang in Hanoi

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