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Die Laubenerdgeschosse von Mirepoix

um den schönsten Marktplatz von ganz Südfrankreich

im schönen Fachwerkdorf Mirepoix
im schönen Fachwerkdorf Mirepoix

Obwohl wir im Hafen von Castelnaudary von anderen Booten umringt sind, bleibt es angenehm ruhig. So verbringen wir eine letzte erholsame Nacht auf unserer Capri, eh es am nächsten Morgen ans Packen und Putzen geht. Wobei unser kleines Boot wirklich im Nu besenrein ist und von den Leuten von Le Boat auch nicht sonderlich überprüft wird. Hier sind die Mitarbeiter offenbar dazu angehalten, einen möglichst guten letzten Eindruck zu hinterlassen. Sie sind nett und flink. Dazu gehört bei uns auch eine nette Überraschung bei der Abrechnung der Betriebskosten.

Da Lars dazu übergegangen war, den Motor innerhalb der Schleusen abzuschalten und wir ohnehin recht schnell durch die Schleusen hindurch gekommen sind, haben wir nur 29 Betriebsstunden benötigt. Mit anderen Worten: uns werden elf Stunden erstattet. Damit sind die Zusatzkosten für die vorgezogene Übernahme in Port Cassafières bis auf läppische zehn Euro wieder drin. Auch der Transfer von unserem Auto hat geklappt. Lars holt es vom nahe und etwas versteckt gelegenen Parkplatz. So können wir schon bald unsere Capri ausräumen und uns langsam vom Canal du Midi verabschieden. Schön war es.

im schönen Fachwerkdorf Mirepoix
Lars bei einer Quiche in Mirepoix

Für meinen Kapitän ist es eine gewaltige Umstellung, wieder in einem so leicht manövrierfähigen Gefährt zu sitzen. Zudem muss er nun wieder unserem Navi folgen, dessen Stimme wir eine Woche lang missen konnten.

Bereits nach einer halben Stunde führt sie uns wieder in die Region der Midi-Pyrénées. Die Landschaft wird hügelig und ist landwirtschaftlich geprägt. Unser Schleichwege-und-Adventure-Navi wählt eine Route durch Dörfer mit weniger als zehn Häusern – einfach herrlich.

Hexen im Fachwerkdorf Mirepoix
Souvenir im Fachwerkdorf Mirepoix
in der Kathedrale Saint-Maurice von Mirepoix

Nachdem einem Abstecher zur Felsenkirche von Vals kommen wir mittags in Mirepoix an. Unser Hôtel Les Minotiers liegt praktisch am Ortsrand. So haben wir schon einen guten Parkplatz, denn ein großer Teil der Altstadt ist verkehrsberuhigt.

Dafür nehmen wir gerne einen kurzen Spaziergang in Kauf. Am Boulodrome – ja in Frankreich werden für das Kugelspiel ganze Hallen erbaut – vorbei, stehen wir nach bereits fünf Minuten mitten auf dem Marktplatz von Mirepoix.

im schönen Fachwerkdorf Mirepoix
Holzbalken mit geschnitzten Köpfen oder Figuren aus der Tierwelt - Mirepoix

Was sollen wir sagen? Mangelte es in den Ortschaften im Languedoc an idyllischen Ecken und Plätzen, so erleben wir hier in den Midi-Pyrénées den krassen Gegensatz. Mit seinen reich verzierten Fachwerkhäusern soll der Marktplatz von Mirepoix der schönste von ganz Südfrankreich sein.

Die Laubenerdgeschosse werden als überdachter Rundgang genutzt, in denen Geschäfte und Restaurants um die Gunst der Besucher buhlen. An einigen der urigen Holzbalken sind geschnitzte Köpfe oder Figuren aus der Tierwelt zu finden.

altes Fachwerk in Mirepoix
Gesicht im Balken des Fachwerks in Mirepoix
die Kathedrale Saint-Maurice in Mirepoix

Mirepoix wurde Ende des 13. Jahrhunderts errichtet, also in der Epoche der Bastiden. Jedoch gab es den Ort schon vorher, nur auf der anderen Seite des Hers. Doch dort ereignete sich 1289 eine Katastrophe. Nach einem Deichbruch am See Puivert zerstörte eine Flutwelle den gesamten Ort.

Die Verwüstung war so gewaltig, dass ein Wiederaufbau an der selben Stelle unmöglich erschien. Stattdessen wurde die Stadt an einer anderen, diesmal erhöhten Stelle nach den Plänen einer Bastide mit geometrischem Grundriss komplett neu erbaut.

in der Kathedrale Saint-Maurice von Mirepoix
eines der Stadttore von Mirepoix

Im 16. Jahrhundert wurde Mirepoix eine Bischofsstadt. Allerdings zog sich der Kirchenbau über mehrere Jahrhunderte dahin. Erst nach über 500 Jahren war die neue Kathedrale Saint-Maurice fertiggestellt. Dafür bekam sie mit einer Breite von 21,60 Meter das wohl breiteste Kirchenschiff aller im Stil der meridionalen Gotik erbauten Kirchen in Frankreich. Bei unserem Besuch wird die Orgel neu gestimmt. Dabei gehen uns die großen Orgelpfeifen mit ihren tiefen Tönen durch Mark und Bein.

Restauants unterm Gebälk von Mirepoix
Restauants in Mirepoix

Mirepoix wirkt mit seinen Andenkenläden und Restaurants hoch touristisch. Jedoch wird mit einem dezenten Stil darauf geachtet, dass das mittelalterliche Bild des Fachwerkdorfes erhalten bleibt. So finden wir jede Menge wunderschöne Motive auf dem Marktplatz und in den umliegenden Gassen.

Als uns schließlich der Hunger plagt, können wir überrascht feststellen, dass hier zum einen die Restaurants und Cafés auch nachmittags geöffnet haben und zum anderen die Preise trotz der vielen auswärtigen Besucher moderat sind. So zahlen wir für eine Quiche nur einen Drittel von dem, was uns dafür in Carcassonne berechnet wurde. Schöne Sache, bzw. leckere Sache.

Stadtrundgang durch Mirepoix | Midi-Pyrénées

Besichtigung der malerischen Altstadt von Mirepoix, einer der großartigen Stätten Frankreichs im Tal des Hers. Aufnahmen vom Place Maréchal Leclerc, dem wohl schönsten Marktplatz Südfrankreichs.
VG Wort
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