Mit dem VIP-Bus durch Laos

Fahrt von Luang Prabang bis nach Vang Vieng

Aussicht in die Berge von Luang Prabang auf dem Weg nach Vang Vieng Aussicht in die Berge von Luang Prabang auf dem Weg nach Vang Vieng

Die Fahrt von Luang Prabang, der alten Hauptstadt von Laos, bis nach Vang Vieng ist gut 180 Kilometer lang. An sich wäre die Distanz gut in zwei Stunden zu schaffen. Da die Strecke durch das Bergland von Laos führt, sollte man mit dem Pkw jedoch fünf bis sechs Stunden dafür einplanen. Wir haben uns für den VIP-Bus entschieden, womit wir nochmals einiges an Fahrzeit obendrauf packen müssen.

Start beim Busbahnhof von Luang-Prabang

Zehn nach Sieben steht der Khiri-Tuk-Tuk-Fahrer vor der Villa Seykahm bereit. Somit geht es überpünktlich zum Busbahnhof von Luang Prabang. Denn anders als bei der Fahrt nach Chiang Khong nutzen wir für den Transfer nach Vang Vieng den öffentlichen VIP-Bus.

Die Suche nach dem Bus erübrigt sich. Idiotensicher setzt uns der Tuk-Tuk-Fahrer direkt vor der Tür des richtigen Busses aus, gibt uns die Tickets und wartet ab, dass wir auch ja einsteigen.

VIP klingt natürlich toll. Vor Ort werden wir jedoch nur allzu schnell auf den Boden der laotischen Realität zurückgeholt. Das fängt mit dem Verstauen des Gepäcks an. Lars muss unsere beiden Koffer selbst in der tiefen Höhle des Gepäckraums verstauen. Aber gut, dadurch können wir sicher gehen, dass es mitkommt.

Bei den Sitzen und der Verpflegung wird ebenfalls wenig Luxus geboten. Zumindest aber sitzen wir in der zweiten Reihe, haben gut Platz und Lars kann seine Beine ausstrecken. Zudem bieten die Fenster trotz etlicher Kratzer und Dreckflecken eine einigermaßen gute Sicht auf die vorbeifahrende Landschaft.

Mit dem VIP-Bus über kurvige Bergstraßen

Wir sind gut vorbereitet und rechnen mit schwächelnden Asiaten, denen bei solch kurvigen Fahrten gerne mal übel wird. Der einzige aber, dem es schlecht wird, ist ein Neuseeländer. Ich dachte immer, in Neuseeland gibt es hohe Berge, welche doch ebenfalls kurvige Bergstraßen mit sich bringen? Gut, wir können den »Car-Sick-Stopp« als Toilettenpause nutzen und lassen uns bei der Weiterfahrt allmählich in den Schlaf schaukeln (Schwarzwälder sind da abgehärtet).

Größere Pause bei Pho Kham

Nach drei Stunden steht die erste größere Pause bei Pho Kham mit Toiletten und kleinem Laden an. Bis hierhin liegen gerade mal 75 Kilometer hinter uns. Das allerdings wissen wir erst zu Hause, da wir kein Navi mitgenommen haben. Andererseits konnte uns bis Pho Kham keiner genau sagen, wie lange wir bis zur Stadt der Karst-Formation Vang Vieng brauchen. Nur, dass es weit ist, und es halt darauf ankommt. Auf was? Egal, wir tuckern weiter durch die Berge.

Nach weiteren dreieinhalb Stunden hält der Bus dann zur Mittagspause. Inzwischen haben wir 134 Kilometer geschafft. Wir haben gar keinen Hunger. Außerdem müssen wir doch bald mal ankommen? Irgendwann schnallen wir schließlich, dass der Abziehzettel am Ticket ein Gutschein für das Essen ist. Und wer weiß, wie lange wir noch unterwegs sind? Ich hole mir eine recht leckere Nudelsuppe, während sich Lars an der Schlange für die deftigeren Sachen anstellt.

Letzte Etappe der Fahrt und Ankunft in Vang Vieng

Eine halbe Stunde für die Pause muss genügen und weiter geht es. Die Straßen werden allmählich besser, sodass wir die letzten 50 Kilometer schaffen tatsächlich binnen einer Stunde zurücklegen. Fast verpassen wir allerdings, bei der Ankunft in Vang Vieng auszusteigen. Stand beim Busbahnhof von Luang Prabang doch »Vang Vieng« auf dem Schild. Aber der Bus und die meisten der Insassen haben Vientiane als Ziel. Die Armen!!! Jetzt muss Lars nur noch unser Gepäck aus der »Höhle« herausfischen. Doch das ist einfacher gesagt als getan.

Denn leider rückt die Laotin, die es sich im Eingang des Gepäckraumes gemütlich gemacht hat, nur widerwillig zur Seite. Der Bus war zwar ausgebucht, aber während der Fahrt wurden nach und nach ein paar Laoten eingesammelt. Da es für sie keine Sitzplätze gibt, verteilen sie sich überall auf den Treppen, beim Fahrer und halt auch im Gepäckraum. Klasse! Während Lars mit unserem Gepäck beschäftigt ist, mache ich ein Sammel-Tuk-Tuk klar, welches uns hoffentlich nach gut acht Stunden in einem sogenannten VIP-Bus zum Hotel bringt.

VG Wort