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Casa de Diego Velázquez

Museo de Ambiente Histórico Cubano

das Casa de Diego Velázquez mit dem Museo de Ambiente Histórico Cubano

Der Parque Céspedes ist der beliebteste Platz in Santiago de Cuba. Umgeben ist er von einigen der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Leider sind nicht alle kulturhistorischen Gebäude für Touristen zugänglich, wie das geschichtsträchtige Rathaus, von dessen Balkon Fidel Castro den Sieg über das Batista-Regime verkündete. Ihm gegenüber fristet die Kathedrale während unseres Besuchs leider ein tristes Dasein.

Grund ist eine umfangreiche Sanierung, weshalb Teile der Kirche eingerüstet sind. Die Front mit den Türmen und dem Engel ist aber schon fertig. Allerdings wundert uns doch etwas die Farbe. War sie früher gelblich-beige, so erscheint sie heute in verschiedenen zarten Blautönen. Ein kubanisches Monopol? Nein, mitnichten, einen solchen Farbwechsel kennen wir bereits vom Neuen Schloss in Cesis in Lettland.

Kein Wasser im Brunnen
im Casa de Diego Velázquez
Blick in den Innenhof vom Casa de Diego Velázquez

So zieht es uns bald ins Museo de Ambiente Histórico Cubano, das meistbesuchte Museum der Stadt. Was den Besucheransturm auslöst ist zum einen die besondere Sammlung an Exponaten, vielmehr aber das Gebäude selbst. Der erste Bürgermeister der Stadt, Hernán Cortés, ließ dass Haus zwischen 1516 und 1519 erbauen. Es soll das älteste Haus Kubas sein. Zudem ist es eines der fünf ältesten aus Stein errichteten Häusern des gesamten amerikanischen Kontinents.

Bewohnt wurde das Haus vom ersten Gouverneur Kubas, Diego Velázquez. Das ist der Mann, der hauptsächlich für die völlige Ausrottung der indigenen Urbevölkerung verantwortlich ist. Seine bösartigen Taten wurden von den spanischen Eroberern lediglich als ärgerlicher »Managementfehler« abgetan. Denn die danach fehlenden »Zwangs«-Arbeiter mussten mühsam von Afrika herbeigeschafft werden.

Schlafzimmer im Casa de Diego Velázquez
Wohnzimmer im Casa de Diego Velázquez

Das Erdgeschoss diente damals als Handelszentrum. Mit Hilfe eines riesigen Ofens wurde das geraubte Gold von Mittel- und Südamerika in neue Goldbarren umgegossen. Der Brunnen im idyllischen Innenhof wurde mit Regenwasser vom Dach gespeist. Im Obergeschoss befindet sich der Wohnbereich. Er eröffnet uns Einblicke in die Art der Lebensweise der damaligen Oberschicht. Der Boden ist mit italienischem Marmor ausgelegt.

Von kunstvoll mit Holz vergitterten Balkonen konnten die Damen das Geschehen auf den Plätzen außerhalb vom Haus wie auch im Innenhof beobachten. Sie sind zugleich der Grund für die hohen Schränke. Für die weit ausladenden Kleider mit Reifröcken brauchte man Schränke mit sehr, sehr viel Platz. Praktischer veranlagt waren die Männer. Sie bewahrten ihre Kleidung in Truhen auf, die sie im Falle einer Reise gleich mitnehmen konnten.

Räumlichkeiten im Casa de Diego Velázquez
Kanone für den Hausgebrauch

Aber wer reich und böse ist, der hat auch Neider und Feinde. Und diese bekämpft man am besten mit einer Kanone für den Hausgebrauch. Die Sicht vom Fenster reichte bis hinunter an den Hafen und über die Bucht von Santiago de Cuba. Kamen Piraten, so konnten diese direkt vom Aufenthaltsraum aus mit einer Kanonensalve standesgerecht empfangen werden.

In ruhigen Zeiten verwöhnten sich die Herrschaften nur mit dem Allerfeinsten. Sie sammelten chinesisches und Meißner Porzellan, französische Vasen, Metallkerzenständer aus Madeira, Stücke aus Sevilla, Stühle aus Holland und auch sonst alles, was schön und teuer ist. So sind die Möbel aus Mahagoniholz gefertigt und ist im Sekretär ein Geheimfach eingebaut.

Ofen für die Goldschmelze

Nach fünfjähriger Renovierung wurde das Haus 1970 als Museum geöffnet. Schön finden wir, dass viele Dinge noch im Originalzustand vorhanden sind oder aber originalgetreu erneuert wurden. Bei den Wandbemalungen und der Deckenvertäfelungen haben die Restaurateure dann bewusst kleinere Bereiche ausgelassen. Dies vermittelt uns einen guten Eindruck von der Pracht, wie sie sich den Bewohnern damals zeigte, aber auch, wie vergänglich dies alles ist.

Geschirrschrank im Casa de Diego Velázquez
im Casa de Diego Velázquez
Ofen zur Goldschmelze im Casa de Diego Velázquez
VG Wort
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