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Grabhügel im Park Alto de los Ídolos

und die größte Figur aus der San-Agustín-Kultur

Ein kurzer Stopp in Obando, nahe bei San Agustín.
Und nochmal ein Blick auf den Rio Magdalena.

Nach der Panelafabrik halten wir kurz in Obando. Eigentlich sollten wir uns mit Getränken eindecken. Stattdessen lenkt ein Grill unsere Aufmerksamkeit auf sich. Anstatt der Hähnchen drehen hier gerade mehrere Meerschweinchen am Spieß ihre Runden.

Was auf uns befremdlich wirkt, ist in Südamerika ganz normal. Ich halte mich trotzdem weiterhin lieber an Fisch. Und Lars? Unterstellen wir ihm mal, dass neben Kaninchen auch Meerschweinchen vor ihm sicher sind.

Einzelne Grabstätten auf den Hügeln des Parks Alto de los Ídolos.
Ein Grab bei Alto de los Ídolos nahe San Agustín.

Kurz nach Obando wissen wir auch, weshalb wir heute mit dem geländegängigen Chiva unterwegs sind. Wir holpern gewaltig über die Piste und erreichen bald eine niedrige Bücke, bei der wir einen Zulauf des Rio Magdalena überqueren.

Unser nächstes Ziel ist der archäologische Park Alto de los Ídolos. Er gehört zur Gemeinde Isnos, ist aber auch Teil des archäologischen Parks von San Agustín.

Ein Grab bei Alto de los Ídolos nahe San Agustín.
Anne bei Alto de los Ídolos nahe San Agustín.
Skulptur bei Alto de los Ídolos nahe San Agustín.

Vor Ort steht der nächste Spaziergang an. Denn Alto de los Ídolos besteht aus sieben Grabhügeln. Zwischen 1000 v. Chr. und 1530 n. Chr. entstanden hier für Bestattungsrituale zwei vom Wald getrennte Plateaus.

Die Bewohner haben damals Hügel abgetragen und Täler aufgefüllt, sodass eine hufeisenförmige, flach abfallende Wiese entstand. Auch wenn es nicht auf Anhieb zu erkennen ist, wurden auf diese Weise beide Plateaus miteinander verbunden.

Aussicht bei Alto de los Ídolos nahe San Agustín.
Das Gras von Alto de los Ídolos pikst ganz unangenehm...

Alto de los Ídolos besitzt die höchste Dichte an Gräbern und Statuen in der Region. Es wurden mehrere monumentale Gräber aus Steinplatten errichtet. Einige von ihnen beherbergen Sarkophage und Grabkorridore, die von Steinskulpturen bewacht werden.

Die Grabstätten selbst wurden schließlich mit Erde bedeckt, wodurch künstliche Hügel entstanden. Nach den archäologischen Studien bildete diese Stätte zugleich das politische Zentrum eines Reiches.

Megalithgräber mit Grabwächter bei Alto de los Ídolos nahe San Agustín.
Reptilien, die es in der Region von Alto de los Ídolos nie gab.

Beim Plateau B fand der deutsche Archäologe Preuss 1913 einen Schrein mit einer weiblichen Figur. In den 70er Jahren wurde dieser zerstört. Selbst die Skulptur war den Hang hinunter gerollt.

Die folgenden Restaurierungsarbeiten führten schließlich zu der Erkenntnis, dass es sich um einen Tempel mit Grab handelt. Neben den Gravuren kamen mehrere gut erhaltene dekorative Elemente in verschiedenen Farben zum Vorschein.

Grab bei Alto de los Ídolos nahe San Agustín.
Grabwächter bei Alto de los Ídolos nahe San Agustín.
Helikonie bei Alto de los Ídolos nahe San Agustín.

In zwei der Gräber wurden Statuen freigelegt, welche Krokodilen ähneln. Sie besitzen Zähne und Krallenfüße. Bemerkenswert daran ist, dass in dieser Region weder damals noch heute solche Reptilien anzutreffen sind.

Was man hier allerdings findet, sind Schlangen. Zumindest stolpert Lars schier über ein ausgesprochen langes und buntes Exemplar. Leider ist das Tier zu flink für seine Kamera, zumal es bei seiner Flucht immer wieder kurz im Gras verschwindet.

Blüte an einem Baum bei Alto de los Ídolos.
Aussicht über das Plateau von Alto de los Ídolos nahe San Agustín.

Zu den weiteren Besonderheiten bei Alto de los Ídolos zählen die größte Figur aus der San-Agustín-Kultur oder das tiefste Grab aus dieser Epoche. Und wenn man von dem piksenden Zeug in der Wiese absieht, ist es hier oben mit der schönen Aussicht über die Landschaft richtig idyllisch.

VG Wort
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