Mit dem Bus, Zug und Boot von Hanoi bis nach Saigon

Rundreise durch Vietnam

Räucherstäbchen in Vietnam Räucherstäbchen in Vietnam

Für eine Vietnam-Rundreise empfehlen wir Dir, mindestens drei Wochen einzuplanen. Denn die Abstände zwischen den großen Städten und den wichtigsten Ausflugszielen sind weit, die Fahrten entsprechend lang. Neben dem Bus ist es daher üblich, auch Strecken mit dem Nachtzug oder per Inlandsflug zurückzulegen. Allein dadurch kannst Du Dich auf ganz unterschiedliche Eindrücke freuen. Während im Mekongdelta das ganze Jahr über Temperaturen um die 30° Celsius herrschen, kann es entlang der Grenze zu China im Winter empfindlich kühl werden.

Höhepunkte unserer Rundreise

Durch den Start in Hanoi beginnt unsere Vietnam-Rundreise gleich mit einer ganzen Fülle an Eindrücken. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt zählen der Ho-Chi-Minh-Komplex mit dem Präsidentenpalast und der Literaturtempel. Ein besonderer Höhepunkt war hier der Besuch der Hanoi Train Street, die wir alle unterschätzt hatten. Auf dem Trubel in der Stadt folgt das ruhige Bergland von Cao Bang mit den eindrucksvollen Ban Gioc Wasserfällen. Nach der eher ernüchternden Halong-Bucht haben wir die trockene Halong-Bucht mit Ruderbooten sowie mit dem Rad lieben gelernt.

Überrascht waren wir auch von der Nachtzugfahrt, welche in Vietnam ein durchaus angenehmes Reisemittel darstellt. Nach einer Kajak-Tour auf dem Fluss Côn und einer Wanderung im Phong Nha-Nationalpark ging es weiter nach Hué. Hier hätten wir gerne mehr Zeit für die Zitadelle mit den kaiserlichen Palästen gehabt. Gleiches gilt für die als Weltkulturerbe geschützte Altstadt von Hoi An, wo abends unzählige Laternen die Gassen erleuchten. Zuletzt ging es mit dem Flieger nach Saigon und von dort weiter ins Mekongdelta. Nachdem wir bereits die Mekongfälle in Laos besucht hatten, war dies ein für uns schöner Abschluss.

Ideale Reisezeit für Vietnam

Bei der Ankunft in Hanoi Anfang Februar konnten wir uns am Tag tatsächlich über T-Shirt-Wetter freuen. So wie es ins Bergland der Region Cao Bang ging, mussten wir dann zwei leichte Jacken übereinander ziehen. Die große Nord-Süd-Ausrichtung Vietnams macht sich zugleich in der Vegetation bemerkbar. Während im nördlichen Bergland nur eine Reisernte im Jahr möglich ist, werden die Felder im Süden dreimal bestellt. Bei der Fahrt vom Norden über Ninh Binh und Hoi An bis ins Mekongdelta erlebst Du also die Jahreszeiten wie in einem Zeitraffer. Eine ideale Reisezeit zu benennen, fällt somit schwer.

So wird zwar allgemein der Zeitraum von Dezember bis April als ideal genannt. Dann aber muss man im Norden mit längeren Kälteperioden rechnen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit sind Regentage wahrscheinlich, ansonsten herrscht oft tagelang Hochnebel. Das gilt leider auch für die berühmte Halong-Bucht. Mit anderen Worten: Im Winter Bilder von der Halong-Bucht aufzunehmen, wie sie in den Reiseprospekten abgebildet wird, gelingt dann nur mit Glück. Aufnahmen wie in der Phang Nga Bay, dem thailändischen Pendant zur Halong-Bucht, blieben uns leider verwehrt.

Vorbereitung und Einreise

Für die Vorbereitung haben wir tatsächlich nur wenig Zeit benötigt. So ist für Deutsche ein Aufenthalt in Vietnam bis zu 45 Tage ohne Visum möglich (Stand 2025). Es reicht also der Reisepass für die Einreise. Anders verhält es sich bei Österreichern und Schweizern, die aus uns unbekannten Gründen ein Visum beantragen müssen, wodurch Extrakosten entstehen.

Spezielle Impfungen haben wir ebenfalls keine für Vietnam benötigt. Da sich dies jederzeit ändern kann, solltest Du dies aber am besten schon vor der Buchung Deiner Reise auf der Seite vom Auswärtigen Amt überprüfen. Ansonsten reicht es aus, die Reiseapotheke mit den üblichen Verdächtigen zu bestücken. Dazu zählt bei uns auch ein thermischer Mückenstich-Vernichter.

Gegönnt haben wir uns jedoch zwei wieder verwendbare Trinkflaschen. Denn um Plastik einzusparen, hat World Insight die sonst üblichen Wasserflaschen gegen große Wassergallonen ersetzt. Nicht benötigt haben wir unsere Steckdosen-Adapter, da alle Unterkünfte über Multisteckdosen verfügten. Ebenfalls daheim hätten wir unser Moskitonetz lassen können. Denn durch die Reisezeit im Februar ist es im Norden zu kühl für die Insekten. Wo dann an der Küste und dem Mekongdelta doch damit zu rechnen ist, waren bei uns die Betten bereits mit einem Schutzvorhang ausgestattet.

Geld mit Debit- und Kreditkarte abheben oder Euro umtauschen?

Beim Geld und Bezahlen kann es vor Ort unerwartete Hürden geben. So scheiterte in unserer Gruppe wiederholt das Abheben mit Debit-Karten am Automaten, da eine Auszahlung oft erst ab 1.500.000 Dong erfolgt. Auch wir mussten beim Einsatz mit unserer Kreditkarte Lehrgeld zahlen. So gab es am ATM zwar Auswahltasten mit Beträgen bis zu 5 Millionen Dong, das Limit betrug jedoch 1 Million Dong plus 20.000 vietnamesische Dong Automatengebühr.

Zusammen mit der Gebühr für den Kreditkarteneinsatz lagen wir bei rund 7 Euro für umgerechnet 40 Euro in Dong. Erst bei der dritten Charge haben wir den Button für andere Beträge gedrückt. Da sind dann auch deutlich höhere Beträge möglich. Günstiger kann es daher sein, Euros mitzunehmen und vor Ort zu tauschen. Auf Bargeld verzichten solltest Du jedoch auch nicht, da viele Restaurants Kartenzahlung ablehnen oder dafür ebenfalls eine Gebühr berechnen.

Unsere Erfahrung mit World Insight Erlebnisreisen

Nach mittlerweile sechs Reisen mit World Insight sind unsere Erfahrungen mit dem Reiseveranstalter gemischt. Die schönsten Unterkünfte hatten wir bei einem Segeltörn durch die Karibik. In Afrika und Indien waren die Unterkünfte eher einfach. Ein Grund hierfür ist, dass World Insight versucht, seine Fernreisen preislich so zu gestalten, dass sie auch für Normalverdiener bezahlbar sind. Dementsprechend übernachtet man in Vietnam auch mal in einem Homestay mit besserem Matratzenlager und Gemeinschaftsduschen und wird in Hoi An ein Hotel fern der Altstadt bezogen.

Vor Ort selbst hat die Organisation, nach einem holprigen (Neujahrs-) Start in Hanoi gut geklappt. In unserer Gruppe hatten sich jedoch einige mehr Infos über Vietnam und die Geschichte des Lands gewünscht. Durch die teils langen Fahrten und vorgeschriebenen Mittagspausen bleibt außerdem oft nur wenig Zeit für die eigentlichen Ziele der Rundreise. Andererseits sind insbesondere im Norden einige Mahlzeiten inbegriffen, was die Reisekasse schont. Gut gefallen hat uns auch, dass die Vietnam-Rundreise (Aktiv-Plus) mehrere Wanderungen, Radtouren und sogar eine Kajaktour beinhaltet. Anders als etwa in Südindien, wo wir eine komplette Woche lang die meiste Zeit im Bus saßen, bleibt somit die Fitness erhalten. Allein das steigert bei uns das Wohlbefinden und macht Lust auf weitere Reiseabenteuer.

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